Lilli Koisser

Die 7 größten Anfängerfehler, die neue Freelance-Texter*innen machen

Letztens habe ich für dich an einem Webinar namens „Avoid These 7 Newbie Freelance Writer Mistakes“ von Carol Tice teilgenommen. Carol ist selbst freie Texterin, betreibt den Blog „Make A Living Writing“ mit über 900 Artikeln und hat in den letzten 10 Jahren über 10.000 (!) freie Texter*innen gecoacht. Die Frau muss es wissen!

In ihrem Video erzählte sie von freien Texter*innen, die obdachlos wurden und in ihrem Auto lebten, weil sie von ihrem Job nicht leben konnten. Die sich von dubiosen Kund*innen ausnutzen ließen, weil sie einfach nicht wussten, dass es auch andere Wege gibt, um erfolgreich als Texter*in zu arbeiten – und sogar gut davon leben zu können.

Ich war total gespannt auf ihren Vortrag – und höchst erfreut, dass ich die meisten Themen, die sie angesprochen hat, sowieso schon auf dem Blog behandelt habe! Kommen wir also gleich zur Sache – ich gebe dir die Tipps von Carol gerne weiter:

Die 7 größten Fehler, die neue Freelance-Texter*innen machen

Fehler # 1: Sich bei Texter-Jobbörsen anmelden.

Wenn du versuchst, deinen Lebensunterhalt langfristig über Jobbörsen für Texter*innen oder Freelancer-Marktplätze zu bestreiten, steuerst du in die Ausbeutungsfalle. Als freie*r Texter*in bist du eine Unternehmerin, ein Dienstleister, eine Geschäftspartnerin – und kein Erfüllungsgehilfe.

Diese Seiten existieren nicht, um uns Texter*innen zu helfen, an Kund*innen zu kommen. Du wirst von diesen Seiten doppelt ausgenutzt: Von den Kund*innen, die den Preiskampf unter den Texter*innen natürlich für sich nutzen – und von der Plattform selbst, die dann auch noch an dem mickrigen Honorar mitschneidet.

Verkauft wird diese Abzocke mit dem „Vorteil“, dass du dich dann ja nicht um Akquise, Marketing, Buchhaltung und den ganzen Kram kümmern musst. Aber genau das ist doch der Haken: So kannst du dir niemals ein eigenes Unternehmen aufbauen und auf den freien Markt gehen, auf dem die Honorare ungefähr 10 – 20 x so hoch sind wie bei Börsen. Diese Seiten sind ja nur ein kleiner Teil des Text-Marktes – es gibt noch viel mehr da draußen!

Was mir besonders gut gefiel: Carol meinte, dass viele freie Texter*innen die Plattformen erstmal nutzen möchten, um ihre Texter-Kenntnisse zu verbessern, Selbstvertrauen aufzubauen und sich die Füße nass zu machen. Aber der Schuss geht ihrer Meinung nach ebenfalls nach hinten los: Durch die minderwertigen Text-Jobs, die lausige Bezahlung und den respektlosen Umgangston ZERSTÖRST du den Glauben in dich und deine Fähigkeiten. Und dann denkst du wirklich, du hättest nur noch die Option, Cent-pro-Wort-Aufträge abzutippen!

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Wobei ich schmunzeln musste: Laut Carol bekommt sie immer wieder Anfragen von Leser*innen, ob nicht diese eine oder jene neue Texter-Plattform jetzt „eine gute“ sei. Auch mich hat schon die eine oder andere Nachricht dazu erreicht. 😉  Sie meinte nur: „THEY ALL SUCK!“ 😀 Ihr Tipp: Spare dir die Zeit, Plattformen zu recherchieren und zu vergleichen, und steck sie lieber in dein eigenes Business!

Fehler # 2: Sich für ausgeschriebene Texter-Jobs bewerben.

Ja, ich verstehe es durchaus: Du bist eine Texterin, also bewirbst du dich für Texter*innen-Jobs, die online ausgeschrieben werden. Auf Plattformen, in Jobbörsen, in Facebook-Gruppen oder einfach, indem du „Texterin gesucht“ googelst. Das klingt total logisch! Und auch ich habe mich schon öfters als freie Texterin beworben, wenn ein großes Unternehmen einen fest angestellten Texter gesucht hat.

Carol meint dazu: Die guten Jobs werden meistens nicht ausgeschrieben. Kein professionelles Unternehmen würde einen Job in einer Facebook-Gruppe posten und sich dann durch 300 Facebook-Nachrichten quälen – auf der Suche nach dem niedrigsten Preis.

Im Gegenteil: Die guten Kunden googeln nach Texter*innen für ihre Branche (z. B. Texter Immobilien) oder ihre gewünschte Textart (z. B. Texterin für Newsletter). Sie hören sich in ihrem Netzwerk um, halten auf Social Media die Augen offen und suchen nach ernstzunehmenden Dienstleister*innen, denen sie ihre Aufträge anvertrauen können. Sie wollen nicht einfach nur einen Text auf eine Website klatschen, damit diese nicht leer bleibt, sondern mit den Texten auch tatsächlich etwas erreichen!

Sie suchen eine*n Texter*in, die oder der zu ihnen passt und ihre Branche versteht. Dafür geben sie natürlich auch gerne mehr Geld aus. Womit wir wieder bei den Vorteilen einer Nische wären. Carol meint dazu: „No niche means low pay!

Fehler # 3: Keine Inbound Leads generieren.

Was sind Inbound LeadsLeads ist eine Marketing-Bezeichnung für Kontakte, Interessenten, potenzielle Kund*innen. Und Inbound Leads sind potenzielle Kund*innen, die von selbst zu dir gekommen sind (Inbound) – im Gegensatz zu solchen, du du selbst akquiriert hast (Outbound).

Um Inbound Leads zu generieren, brauchst du eine Online-Präsenz, über die du gefunden und von guten Kund*innen kontaktiert wirst. Sie sollte zumindest aus einer Website und aktiv bespielten Social-Media-Kanälen bestehen. Deine Website solltest du nicht wie eine Visitenkarte, sondern wie eine automatische Akquise-Maschine verstehen!

Ein Tipp von Carol: Gute Kundinnen und Kunden „stehlen“ freie Texter*innen von anderen Kund*innen oder Seiten. Du solltest also versuchen, auf in deiner Nische populären Websites zu veröffentlichen, um a) online mehr Sichtbarkeit zu bekommen und b) gute Referenzen zu sammeln. Ich habe z. B. schon Artikel für den affenblog oder HubSpot geschrieben, was mich als Texterin für Content-Marketing positioniert.

Fehler # 4: Kein aktives Marketing betreiben.

Wie vermarktest du deine Dienstleistung jetzt gerade, welche Art von Marketing betreibst du? Sorgst du dafür, dass du von Interessent*innen gefunden wirst – und kontaktierst du deine Traumkund*innen initiativ?

Carol berichtet von einem riesigen versteckten Bedarf an Texter*innen: Marketing-Managerinnen, die total überfordert sind. Redakteure, die neue, junge Stimmen brauchen. Wenn du diese direkt kontaktierst und dich und deine Dienstleistung vorstellst, konkurrierst du nicht mit 300 anderen Texter*innen um den Job, sondern bist in dem Moment die einzige logische Wahl für den Kunden.

In unserer Facebook-Gruppe hat eine Texterin berichtet, dass sie Bürgermeister in einem Brief direkt angeschrieben hat – und jeder dritte (!) Adressat ihr Kunde wurde. In ihrem Brief hat sie beschrieben, wie sie dieser Person konkret mit ihren Leistungen helfen könnte. Auch Detlef hat in seinem Interview den Tipp gegeben, sich per Post bei potenziellen Kund*innen zu bewerben. Und ich selbst habe meine ersten Kund*innen ebenfalls durch gute alte Kaltakquise gewonnen.

Du würdest dich wundern, wie viele Unternehmer*innen gar nicht WISSEN,

  • dass sie eigentlich eine*n Texter*in bräuchten,
  • was diese Berufsgruppe eigentlich genau macht, oder
  • dass es sie überhaupt gibt.

Dräng dich ganz frech ins Bewusstsein deiner Zielgruppe und wecke ihren Bedarf!

Fehler # 5: Schreckliche Kunden haben.

Viele Texter vergessen oder denken gar nicht daran, potenzielle Kund*innen zu „überprüfen“. Sie freuen sich so, eine Job-Anzeige gefunden zu haben, dass sie sofort „Ich! Ich! Ich!“ rufen – bevor sie eigentlich wissen, worum es genau geht, wie die Kundin oder der Kunde tickt oder wie viel bezahlt wird (und wann!).

Ich habe mittlerweile ein gutes Gefühl dafür entwickelt, wer wirklich Texte braucht und wer nur meine Zeit verschwendet. Oder wer pflegeleicht ist und wer an meinen Nerven zehrt. Meine Erfahrungen liest du in 9 schreckliche Kunden und ihre Warnzeichen. 😉

Dabei ist es gar nicht schwer, verzichtbare Kund*innen zu identifizieren:

  • Arbeitet die Person für ein Unternehmen oder ist der Arbeitgeber nicht erkennbar?
  • Gibt es eine E-Mail-Signatur mit Kontaktdaten? Oder ist es eine private E-Mail-Adresse?
  • Falls es sich um eine*n Einzelunternehmer*in handelt: Was kannst du über die Person online finden?
  • Hast du einen Unternehmensnamen, eine Website, eine UID-Nummer des Auftraggebers?
  • Gibt es ein Unternehmensprofil auf XING oder LinkedIn? Wie viele Mitarbeiter*innen hat das Unternehmen?
  • Ist die Kundin oder der Kunde offen und gesprächsbereit – oder gibt es nur barsche Anweisungen und wortkarge Meldungen?
  • Werden die Texte kurzfristig benötigt? Gibt es dafür einen Dringlichkeitszuschlag?
  • Hast du ein schlechtes Bauchgefühl? Fühlst du dich auf Augenhöhe behandelt?

Generell sollte gelten: Es wird kein Wort geschrieben, bis du nicht das Unternehmen und dessen Kontaktdaten kennst und Details zu Thema, Umfang, Ziel, Zielgruppe, Deadline und Bezahlung des Textes (am besten in Form eines ausführlichen Briefings) weißt!

Fehler # 6: Sich nicht mit erfolgreichen Kolleg*innen austauschen.

Nein, nicht mit den hämischen, dramatischen, negativen und verzweifelten Menschen, die man so oft in Facebook-Gruppen für Texter antrifft. Sondern mit motivierten, positiven, erfolgreichen und gelassenen Unternehmensinhaber*innen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie du.

Denn diese wissen unter anderem,

  • wie du gute Aufträge findest,
  • wie du mit Kund*innen und Alltagssituationen umgehst,
  • wie Recht und Steuern zu handhaben sind,
  • wie man ein Unternehmen gründet und führt, oder
  • was WIRKLICH marktübliche Honorare sind.

Viele Texter*innen glauben ja, dass 8 Cent pro Wort eine gute Bezahlung ist. Von mehreren hundert Euro pro Text haben sie noch nie etwas gehört, bzw. glauben sie, dass das Blödsinn (oder reines Glück) ist. Sie WISSEN einfach nicht, was auf dem freien Markt üblich und möglich ist! Und wenn sie sich immer mit denselben Menschen umgeben und immer über dieselben Themen sprechen, wird sich daran auch nichts ändern.

Deswegen gibt es meine Facebook-Gruppe für Freelance-Texter: Hier sind wir nett und wertschätzend zueinander, helfen uns gegenseitig weiter, empfehlen einander und teilen unsere Erfahrungen und Tipps. Und ich weiß, dass manche Leute das nicht verstehen und unken: Wieso sollte ich mich mit meiner „Konkurrenz“ verbrüdern? – Und weißt du was? Es ist mir egal! 😀 Ich glaube daran, dass wir Kolleg*innen und nicht Konkurrent*innen sind, und dass wir von so einem Texter*innen-Netzwerk alle profitieren. Über 2.300 Texter*innen sind wir schon – wenn du auch Lust drauf hast, dann komm in die Support-Gruppe für Texter*innen auf Facebook!

Fehler # 7: Keine*n Mentor*in oder Coach haben.

Ich hatte in meiner Agentur-Zeit viele Mentoren, von denen ich mir den einen oder anderen Kniff abschauen konnte. Leider hatte ich danach aber keinen Coach für freie Texter, sodass ich viele Fehler selbst machen musste. 😛  Aber rein intuitiv und aufgrund meiner Marketing-Ausbildung war ich von Anfang an auf der richtigen Spur: In einer Nische positionieren, Website erstellen, Kunden proaktiv anschreiben, Texter-Plattformen ignorieren, ein eigenes Unternehmen aufbauen, nie aufgeben. Wie mein erstes halbes Jahr als freie Texterin verlaufen ist, liest du im Einkommensreport.

Heute, 4 Jahre später, habe ich mir schon einige Coachings gegönnt:

Zwei Blog-Coachings, einen Online-Kurs für Google Analytics, eine Anwalts-Mitgliedschaft für Internetrecht, EINIGE Kongress-Pakete (also Video-Interviews mit Experten), Bundles mit eBooks und Kursen, einen Online-Kurs für schöne Haut, einen Personal Trainer, einen Online-Kurs für persönliche Weiterentwicklung. Und viele weitere habe ich jetzt bestimmt vergessen. 😛

Mein neues Motto ist: Wenn ich etwas wissen oder lernen will, leiste ich mir den kurzen Weg! Schließlich ist das keine Ausgabe, sondern eine Investition in mich und mein Business und ich kaufe mir damit Zeit. Wenn ich z. B. daran denke, wie viel Zeit und Geld ich jahrelang für Cremes, Pillen, Behandlungen etc. für schönere Haut ausgegeben habe, übersteigt das bei weitem die Kosten des Kurses um 300 Euro, den ich letztendlich gemacht habe – und der mir als einzige Option wirklich geholfen hat.

Ich sage das jetzt nicht, weil ich dir etwas verkaufen möchte. Sondern weil ich es selbst so mache und überzeugt bin, dass Coachings und Kurse jemanden 100 x schneller ans Ziel bringen als Recherche, Vergleiche, Überforderung, Verzweiflung und Resignation. Mein Tipp, für jeden Lebensbereich, lautet heute also: Such dir jemanden, der schon dort ist, wo du sein willst – und lass dir zeigen, wie es geht!

Möchtest du mich persönlich kennenlernen und erfahren, wie ich dir helfen kann? Dann buche jetzt dein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch online:

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18 Antworten

  1. Hallo Lilli,
    und schon wieder bin ich auf Deiner Seite gelandet. Ich habe mir sie schon vor längerem gebookmarkt, bin aber heute in der freien Suche auf Dich gestoßen. Muss also was dran sein, an Deiner Online-Präsenz. 😉
    Deine Überlegungen zu diesem Post sind nicht ganz abwegig, aber ich werbe immer für etwas Ausgeglichenheit. Textbörsen pauschal zu verteufeln, finde ich nicht ganz fair. Ich habe 2014 damit angefangen und ein „richtiges“ Business darauf aufgebaut. Ja, Textplattformen waren mein Anfang und dann hat sich daraus etwas Größeres ergeben …
    Trotzdem schreibe ich jetzt wieder ab und zu bei Texterbörsen. Warum? Mit meinen hohen Einstufungen kann ich leben und nehme nur Texte an, die mir einfach aus der Tastatur fließen. Damit darf ich meiner Lieblingstätigkeit Schreiben nachgehen, ohne mir Gedanken um geeignete Mitarbeiter, Umsatzsteuer, Steuerberater, AGB, Akquise, IHK-Beiträge, Mahnverfahren, Betriebshaftpflichtversicherungen, gewillkürtes Betriebsvermögen meines Firmenfahrzeuges, steuerliche Abzugsfähigkeit meiner Altersvorsorge und, und, und machen zu müssen. Das reicht mir schon bei meiner anderen Firma.
    Einfach schreiben und meine Erfahrungen zu „Papier“ bringen. Das ist echt Urlaub für die Seele und wenn es dafür noch ein paar Euronen dafür gibt, nehme ich die gerne mit. 😉
    VG, Petra

  2. Danke für den Beitrag,

    Ich muss sagen, dass ich Freelancer Plattformen – vor allem am Anfang – nicht meiden würde. Der Preiskampf ist hart, das stimmt. Um erste Erfahrungen zu sammeln sind diese Plattformen aber okay.

    LG aus Wien,

    Thomas

  3. Hallo Frau Koisser,
    ich bin noch Studentin und daher nebenbei als Freelancerin unterwegs. Als Texterin und Webdesignerin habe ich mich bei https://freelancer-jobs.net angemeldet, um so schon mal an erste Aufträge zu kommen. Sie schreiben „Wenn du versuchst, deinen Lebensunterhalt langfristig über Jobbörsen für Texter*innen oder Freelancer-Marktplätze zu bestreiten, steuerst du in die Ausbeutungsfalle.“ – Dem kann ich nicht ganz beipflichten, denn für meine Verhältnisse hab ich bisher ordentlich verdient.

  4. Hi,
    die Tipps richten sich ja an „neue“ Freelance-Texter. Punkt 1 kann ich zustimmen, besser gar nicht erst bei Texterjobbörsen anmelden, da ich keine einzige kenne, die auch nur annährend faire Bezahlung bietet. Dann lieber Kellnern oder einen anderen Job annehmen, da verdient man mehr. Punkt 2 kann ich nicht ganz zustimmen. Gerade als „Neuer“ im Business, hat man vermutlich noch keine Website, die in Google und Co. für wichtige Suchbegriffe rankt. Das kommt mit der Zeit, braucht viel Arbeit und Durchhaltevermögen. Entsprechend kann man „Neulingen“ zwar dazu raten, sich eben auf den Aufbau des eigenes Business / der eigenen Website zu konzentrieren. Ihnen aber gerade in der Anfangsphase abzuraten, sich auf ausgeschriebene Texterjobs zu bewerben halte ich für realitätsfremd. Ich habe mit ausgeschriebenen Texterjobs durchaus viele gute Erfahrungen machen können und gerade wenn die eigene Seite noch nicht so läuft, ist es die in meinen Augen sinnvollste Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln und sich langsam erste Kunden aufzubauen. Liebe Grüße

  5. Liebe Lilli,

    Vielen Dank für deinen humorvollen, uns-alle-aufweckenden und freshen Text! Ich habe als Studentin öfter für dubiose Auftraggeber geschrieben. Für Auftraggeber die meinten 4 (!!!) Cent pro Wort seien völlig normal und mehr ginge nicht. Als unerfahrene , junge Studentin habe ich mich doch tatsächlich darauf eingelassen. Mein Nischenwissen zu Buchwissenschaft, Japanologie (Landeskunde & Kultur), Retro-Technik, Leseförderung sowie zu jugendkulturellen Trends wurde schamlos ausgenutzt. Meine Texte wurden an große Websites weiter verkauft, ich blieb auf dem niedrigen Lohn sitzen.
    Danke, dass du hier Licht in mein Dunkel gebracht hast. Kannst du mir vielleicht ein paar Communities empfehlen, in denen ich mich umsehen könnte?

    Vielen Dank für alles! 🙂

  6. Hallo Birgit,
    gerne! Es ist ganz normal, dass du dich am Anfang noch orientieren musst und verschiedene Meinungen einholst.
    Meine Meinung dazu: Auch, wenn du als Freelancerin mit einer Agentur arbeitest, hast du Verwaltungs- und Kommunikationsaufwand. Nicht direkt mit dem Kunden, aber eben mit der Agentur. Ich arbeite schon länger nicht mehr mit Agenturen zusammen, aber vielleicht bekommst du in unserer Facebook-Gruppe eine Antwort: https://www.facebook.com/groups/textersupport/
    GLG und viel Erfolg,
    Lilli

  7. Hallo zusammen, vielen Dank für den Artikel und die hilfreichen Kommentare! Als Newbie im Textergeschäft ist für mich auch noch nicht so richtig klar, wo die Reise hingeht und ich aus welcher Art von Aufträgen ich mich finanzieren werde. Was ich auch noch als großes Fragezeichen empfinde, ist das Pricing. Ich habe einen Stundensatz und bin mir ziemlich sicher, dass eine Agentur das niemals zahlen wird. Klar sind sind in dem Satz ja auch noch Dinge wie Akquise, Briefing, Verwaltung drin, die wegfallen, wenn der Auftrag direkt von der Agentur per Email einfliegt. Wie macht ihr das mit euren Preisen, wenn der Auftrag nicht direkt erteilt wird?

  8. Man muss auch als Freelance-Texter zu Beginn klar machen, dass Content als Marketinginstrument ein Konzept erfordert, um entsprechend erfolgreich zu sein. Da fließen Stunden an Briefing, Consulting, Abstimmung und Analyse mit rein. Guter Content, der verkaufen und/oder bei Google ranken soll, kann daher nicht günstig sein oder von Textplattformen kommen. Alles andere sind einfach nur Texte, die nicht das tun – was sie eigentlich sollen – nämlich verkaufsfördernd wirken. Vor diesem Hintergrund kann man seine Texter gar nicht gut genug bezahlen.

  9. Liebe Julia,
    vielen Dank für den Kommentar! Und nein, hier wird niemand für seine Meinung verstoßen. 😉 Ich kann gut verstehen, dass man sich anfangs erstmal bei solchen Portalen umsieht. Ich persönlich würde aber empfehlen, möglichst bald mit Direktkunden (also z. B. Unternehmen oder Verlagen) zu arbeiten. Bei Make A Living Writing gibt es einen Artikel dazu, wie man einschätzen kann, ob eine Job-Plattform für Texter etwas taugt oder nicht: https://www.makealivingwriting.com/5-signs-that-agency-is-a-pimped-out-content-mill/
    Viel Erfolg weiterhin und alles Liebe!
    GLG Lilli

  10. Liebe Frau Koisser,

    vorab muss ich sagen, dass ich noch immer Studentin bin.
    Da ich aber, sobald ich fertig bin, mich als freie Autorin versuchen möchte, habe ich mich bei einem Textportal (https://www.lass-andere-schreiben.de/) angemeldet, um so schon mal ein bisschen Erfahrung und Texte für mein Portfolio zu sammeln. Und ich muss, obwohl ich den ersten Anfängerfehler vollkommen nachvollziehen kann, sagen, dass ich recht zufrieden bin! Die sprechen sich explizit gegen die Cent-pro-Wort-Aufträge aus, was ich für eine gute Sache halte, hab da aber noch nicht so den Durchblick…

    Sonst bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe, dass ich hier nicht für meine Meinung verstoßen werde.

    Allerliebste Grüße
    Julia

  11. Liebe Sonja!

    Danke für deinen Kommentar. Ich freue mich für dich, dass bei dir alles so toll funktioniert hat – ehrlich. Aber beim Großteil der Texter ist es eben nicht so, und du würdest gar nicht glauben, wie viele verzweifelte E-Mails ich schon bekommen habe … zu genau diesen Themen.

    Meine Mission mit diesem Blog ist, anderen Textern zu helfen. Und wenn ich der Meinung bin, dass ein Input auch nur für einen einzigen Texter hilfreich sein könnte, dann poste ich ihn hier auf meinem Blog.

    Den Vorwurf, andere Meinungen nicht zuzulassen, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich veröffentliche echt viele Gastbeiträge und Interviews, weil ich eben NICHT glaube, dass nur meine eigenen Erfahrungen wertvoll und hilfreich sind. Ein Beispiel war dieser Artikel, in dem ich die Meinung von Carol Tice wiedergegeben habe.

    Ich hoffe, dass du auch weiterhin den einen oder anderen Tipp von LETTERS mitnehmen kannst und Inhalte vorfindest, die für dich interessant sind! Gerne bin ich jederzeit offen für Richtigstellungen, Interviews, Gastartikel o. Ä.

    LG Lilli

  12. Ich muss auch sagen, dass ich viele Punkte anders sehe und auch andere Erfahrungen gemacht habe.

    TB war für mich (vor der Selbstständigkeit) ein guter Einstieg zum Lernen. Wie funktioniert das mit der Keyword-Dichte, was sind die verschiedenen HTML-Tags und was ist mit SEO gemeint? Außerdem habe ich dadurch gelernt, mich auf unterschiedliche Kunden einzustellen und auch, wie viel Zeit ich für unterschiedliche Texte in Anspruch nehmen kann und muss.

    Seitdem ich als Texterin selbstständig bin, habe ich mit TB nichts mehr zu tun, sondern mich auf ausgeschriebene Texter-Jobs beworben (dein Punkt 2) und dadurch bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Ich hatte noch nie Zahlungsprobleme mit den Kunden o.ä. und auch die Kommunikation läuft entspannter ab, als man es von gewissen Firmen kennt. Auch arbeite ich mit Texter-Agenturen zusammen und erhalte durch diese immer wieder neue und gut bezahlte Aufträge.

    Zusätzlich lasse ich mich pro Wort bezahlen und kann dennoch sehr, sehr gut davon leben (ohne jeden Tag 10 Stunden dafür am Schreibtisch sitzen zu müssen!!!).

    Ich habe zudem keinen Coach oder Mentor und auch nicht das Gefühl, dass ich bisher einen gebraucht hätte.
    Natürlich lernt man durch Coachings dazu.
    Natürlich sind Weiterbildungen immer sinnvoll, aber ich denke dennoch, dass es ganz gut ist, wenn man gewisse Fehler macht – nur so lernt man effektiv daraus und weiß beim nächsten Mal, wie man es besser oder anders macht.

    Zum Thema Akquise: Per E-Mail Unternehmen unaufgefordert ein Angebot zu unterbreiten ist verboten… Natürlich gibt es die mutmaßliche Einwilligung, aber da wäre ich dennoch vorsichtig. Legt der „Kunde“ es darauf an, kann es durchaus unschön vor Gericht werden, wenn man erklären muss, warum genau dieses Unternehmen mutmaßlich Interesse haben könnte. Gibt es bereits viele Berichte darüber im Netz…

    Ehrlich gesagt finde ich es schade, dass du auf deinem Blog deine Meinung zu gewissen Themen so hart durchsetzt. Es sind deine Erfahrungen die du hier niederschreibst, aber das sind nicht auch immer zwingend die Erfahrungen, die andere gemacht haben oder machen.

    Daher Punkte, die für dich vielleicht nicht in Frage kommen, also No-Go zu bezeichnen, ist mMn vor allem für „Einsteiger“ in den Bereich nicht ganz geeignet. Versteh mich nicht falsch, ich habe schon einige Berichte von dir gelesen, die ich durchaus gut fand und Tipps oder Gedankenanstöße sind nie verkehrt, aber manchmal wäre (aus meiner Sicht) eine neutralere Sichtweise auf gewisse Themen eher angebracht…

    Dennoch liebe Grüße und verstehe meine Zeilen bitte nicht als Angriff, das soll es nämlich nicht sein!

  13. Für mich sind Textagenturen sowas wie Textprovider (nun diva-e) oder andere Content-Agenturen, bei denen es keine Wortpreise, sondern Projekte mit festen Textpreisen gibt. Dort kann man sich eigentlich nur bewerben, wenn man mit Texterfahrung und Steuernummer anrückt. Ich finde die Arbeit dafür sehr angenehm, vor allem für ruhige Phasen im Sommer, aber mir ist klar, dass die Meinungen da auseinander gehen.

    Und danke für den Tipp mit der mutmaßlichen Einwilligung! Das wusste ich nicht und werde mich da mal einlesen. Vielen Dank dafür!

    LG,
    Carolin

  14. Hallo Carolin,

    danke für deinen Kommentar und deine Meinung!

    Was verstehst du unter einer Textagentur? Gegrillt wirst du hier sicher nicht – jeder soll machen, was er will und für richtig hält! 😀

    Doch, natürlich darfst du die im B2B-Bereich anschreiben. Es besteht nämlich eine „mutmaßliche Einwilligung zur Kontaktaufnahme“, wenn du Erotik-Texterin bist und Erotik-Unternehmen deine Leistungen anbietest. Sprich: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie Interesse an deinem Angebot haben. Deswegen darfst du sie anschreiben. Während die E-Mail eine Grauzone ist, ist ein Brief immer in Ordnung – außer, der Empfänger drückt deutlich aus, dass er keine Post von dir erhalten möchte.

    Ich hoffe, das hilft dir weiter! 🙂

    LG Lilli

  15. Okay, ich muss kurz dazwischentönen – denn so wahr viele Punkte auch sind, so habe ich doch zu zwei Abschnitten eine etwas andere Meinung.

    Man sollte einen klaren Unterschied zwischen Textbörsen und Textagenturen machen. Wir sind uns sicher alle einig, dass der große Gott TB fürchterlich ist, aber ich habe abseits davon ganz gute Erfahrungen gemacht. Okay, für diese Aussage werde ich vermutlich gleich vor dem Textergericht gegrillt, aber ich arbeite bei einer großen Content-Agentur, die superokay zahlt und die mir die Arbeit mit sehr großen Kunden ermöglicht. Und auch als Anfängerin war TB eine ganz gute Lehrzeit – man muss sich halt nur irgendwann davon lösen.

    Und die zweite Sache, die ich jetzt schon ein paar mal gelesen habe und die mir ziemlich sauer aufstößt: Sind diese Nachrichten an potenzielle Kunden nicht Cold Calls und damit im Prinzip verbotene Werbung? Das kann wettbewerbsrechtlich superüble Konsequenzen haben. Ich kenne einige Escortsseiten und Erotikblogs, die professionelle Hilfe WIRKLICH dringend nötig hätten, aber die darf man doch nicht einfach so anschreiben, oder?

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