Lilli Koisser

Hosen runter: Was ein*e Freelance-Texter*in wirklich verdient

„Und du kannst davon leben?“ Wieso wird mir diese Frage im Zusammenhang mit meiner Selbständigkeit, und vor allem im Zusammenhang mit meinem Beruf als Freelance-Texterin, so oft gestellt? Ist es wirklich so unvorstellbar, dass man vom freien Schreiben leben kann?  

Texter ist nicht gleich Texter

Vielleicht muss ich an dieser Stelle einen Unterschied zwischen Plattform-Textern und professionellen Textern machen. In diversen Foren und Plattformen bekommt man Texte schon ab wenigen Euro oder, noch schlimmer, für wenige Cent pro Wort. Wenn es Ihnen bei einem Text nur um die Quantität geht, also z.B. eine Seite vollzukriegen, können Sie auf diesen Websites entsprechende Texte zum entsprechenden Preis bestellen.

Text ist nicht gleich Text

Geht es Ihnen aber darum, mit Ihren Texten etwas zu erreichen, z.B. Kunden zu gewinnen oder ein Produkt zu verkaufen, macht das wahrscheinlich nicht der Umfang, sondern die Qualität des Textes. Und warum jemand mit seinen Texten KEINE Ziele erreichen will, verstehe ich sowieso nicht. Im Prinzip ist es also immer hinausgeworfenes Geld, wenn Sie Texte nach Masse statt Klasse kaufen.

Qualität, nicht Quantität

Ich spreche nun also nicht von gelangweilten Hausfrauen und Langzeitarbeitslosen, die für 10 Euro eine A4-Seite liefern. Ich spreche von professionellen Textern mit Ausbildung und Berufserfahrung. Von guten Texten mit Hand und Fuß, die Ihnen und Ihrem Unternehmen auch etwas bringen. Und die haben, wie jede andere Dienstleistung auch, ihren Preis.

Stundensatz x Arbeitszeit = Einkommen

Bei einem Stundensatz im zwei- bis dreistelligen Bereich und, realistisch betrachtet, ca. 4 Stunden reinem Texten pro Arbeitstag können sich Interessierte nun den ungefähren Umsatz eines Freelance-Texters ausrechnen. Als Faustregel gilt: Das Einkommen eines Freelancers liegt ca. ein Drittel bis die Häfte über dem eines Angestellten. Klar: Je mehr Stunden man arbeitet, desto mehr verdient man auch. Über die Nachteile der Selbständigkeit habe ich schon an anderer Stelle berichtet.

Es ist also durchaus keine Unmöglichkeit, vom Freelance-Texten leben zu können. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, ich muss meine Euro-Scheine zählen 😛

Foto: Rihanna

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6 Antworten

  1. haha – das Ende! Liebe deinen Humor.

    Danke für diesen Blog! Hab gerade den Sprung in die Freiberuflichkeit gewagt (auch als Texterin) und konnte schon ne Menge Tipps von dir mitnehmen 🙂

    Weiter so! Alles verdient.

  2. Hallo Lilli, auch ein Thema, was mich gerade schwer beschäftigt. Habe auch schon unzählige Texte für 3,5 Cent geschrieben, über den Inhalt möchte ich lieber schweigen. Dafür möchte ich meine Zeit aber nicht mehr opfern. Danke für deinen Ansporn.

  3. Der Beitrag kommt zum perfekten Zeitpunkt. Ich habe ein Angebot vorliegen, dem ich einen Wert geben muss. Ich habe ein bisschen recherchiert, die Cent-Beträge gefunden – und dachte mir, bei Aldi an der Kasse zu arbeiten könnte eine lukrative Alternative darstellen. In manchen Foren werden 5 Cent pro Wort als normal angesehen – brrrrrrr! Danke, dass Du eine alternative Sichtweise aufgezeigt hast!

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