Lilli Koisser

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Sind eigentlich alle Kreativen hochsensibel?

Heute habe ich einen Gastbeitrag von einer meiner absoluten Lieblingsbloggerinnen für dich – Melina Royer von Vanilla Mind. Auch sie habe ich über die Lieblings-Powerfrauen von miss webdesign gefunden (danke für diesen Wissensschatz!). Melina schreibt wunderbar persönlich, unaufgeregt und ehrlich über das Leben und die Arbeit als introvertierte kreative Selbständige. Ich habe mich auf ihrem Blog sofort wiedererkannt und verschlinge seitdem jeden Beitrag. 😉  Mehr über die Autorin – und ihr neues Buch über Schüchternheit – erfährst du am Ende des Artikels!

Texter, Grafiker, Illustratoren, Architekten, Fotografen, Schriftsteller – viele von ihnen sind hochsensible Charaktere. Sehr feinsinnig und voller Schaffenskraft – aber auch schnell von Eindrücken und Reizen überlastet und gedankenverlorene Grübler. Na, erkennst du dich vielleicht wieder? Warum ist das so und was bedeutet überhaupt Hochsensibilität?

Das typische Künstler-Klischee sieht wie folgt aus: Der klassische Kreative sitzt völlig versunken in sich selbst, in seinem Atelier abgeschottet von der Außenwelt… und dann ist er wieder völlig ekstatisch, sprudelnd vor Ideen und Überschwänglichkeit. Von null auf hundert in Sekunden und man hat keine Ahnung, was in seinem Kopf vor sich geht. Er ist meistens extrem sensibel, feinsinnig – und irgendwie nicht von dieser Welt.

Dieses Bild hält sich hartnäckig und ich habe mir so meine Gedanken gemacht, warum das so ist. Vermutlich, weil der kreative Schaffensprozess für Außenstehende immer ein Buch mit sieben Siegeln ist. Woher nehmen die bloß ihre Ideen? Wie funktioniert ein kreatives Gehirn?

Damit wir uns von Anfang an einig sind: Kreativsein bedeutet viel mehr als schreiben, malen und musizieren. Quasi alle Berufe, die unkonventionelles Vorgehen, neue Denkansätze, Visionen und das Brechen mit Traditionen erfordern, sind kreative Tätigkeiten.

Was ist Hochsensibilität?

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit viel mit dem Thema Hochsensibilität. Ich zähle mich selbst zu den hochsensiblen Persönlichkeiten und mir ist aufgefallen, dass überdurchschnittlich viele Menschen mit kreativen Berufen in meinem Umfeld ebenfalls hochsensibel sind. Nun ist das natürlich keine belastbare Statistik, sondern mein subjektives Empfinden. Aber es gibt einige Zusammenhänge und Erklärungen, die nahe legen, dass an der These etwas dran ist.

Hochsensibilität – oder kurz gesagt HS – ist ein Phänomen, bei dem Betroffene stärker als andere Menschen auf äußere Reize reagieren. Sie tritt sowohl unter Introvertierten, als auch unter Extrovertierten gleichermaßen auf. Wir sensiblen Pflänzchen sind nicht einfach „überempfindlich“ oder „melodramatisch„, wie viele schlussfolgern würden, sondern werden in der Tat stärker durch äußere Stimulation belastet. Wir haben alle nur möglichen Sinneseindrücke die ganze Zeit über und unser Nervensystem ist äußerst empfindsam. Jeder Sinnesreiz wird stärker wahrgenommen und verarbeitet – seien es visuelle Reize, Geräusche, Gerüche, Schmerz oder auch die Emotionen anderer Menschen. Da kann es schon mal vorkommen, sämtliche Emotionen von „himmelhoch jauchzend“ bis „zu Tode betrübt“ im Zeitraffer zu erleben. Für manche schwer nachvollziehbar, ich weiß. 😉

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Man geht sogar davon aus, dass es für Hochsensibilität eine Veranlagung gibt und ca. 20 % aller Menschen davon betroffen sind. Die Arbeiten der Psychologin und Professorin Elaine Aron weisen darauf hin, dass Hochsensibilität vererbt wird. Sie gilt als Pionierin, was die Forschung zu Hochsensibilität angeht und hat zu diesem Phänomen zahlreiche Bücher* veröffentlicht. Auch gibt es Untersuchungen mit der fMRT-Methode, die zeigen, dass im Gehirn von Hochsensiblen manche Bereiche, die Sinnesinformationen verarbeiten, aktiver sind als bei anderen Menschen. Wenn du mehr über Hochsensibilität erfahren willst, empfehle ich dir diese Website (dort findest du auch einen Test): www.zartbesaitet.net

Hat Hochsensibilität (HS) auch Nachteile?

Ja. Die starke Empfindsamkeit kann mitunter auch eine Last sein, wenn man sich nicht gut abgrenzen kann und nicht im Gefühl hat, wann es Zeit ist, sich zurückzuziehen und die eigenen Akkus aufzuladen. Ich bin sehr schnell erschöpft und müde. Große Menschengruppen schlauchen mich total, sodass ich nach einem Messebesuch erst einmal richtig lange Ruhe brauche. Manchmal schlafe ich auch 11 Stunden einfach durch.

Alles, was um mich herum passiert, geht mir sehr nahe und ich muss wirklich aufpassen, nicht alle Probleme der Menschheit so nah an mich heranzulassen. Ich habe früher oft gedacht, dass irgendwas nicht mit mir stimmt – bis ich erfahren habe, dass Hochsensibilität etwas ganz Normales ist und auch viele schöne Seiten hat.

Zudem neigt man stark zum Grübeln. Das kann dazu führen, dass man zum Beispiel im Job ständig Angst hat, seinem Kunden zu nahe zu treten oder überlegt, was er wohl von einem denken könnte. Trotzdem sehe ich es als Gabe an, sensibel und empfindsam zu sein. Es dauert, bis man seine Grenzen genau kennt und weiß, wann man sich vor zu vielen Eindrücken schützen muss. Aber das ist definitiv nichts Schlimmes.

Was hat das mit Kreativität zu tun?

Okay, nun kommen wir endlich zum Kern des Ganzen: Die meisten Hochsensiblen verfügen über eine ausgeprägte Kreativität und eine gute Vorstellungskraft, wie man in zahlreichen Untersuchungen festgestellt hat. Das lässt sich einfach erklären: Durch das empfindsamere Nervensystem gelangen mehr Reize ins Bewusstsein, die verarbeitet werden müssen.

In kreativen Berufen kommt es genau auf diese Sensibilität an. Eine gute Beobachtungsgabe und ein Gefühl für all die Details, die sonst keinem auffallen, sind in kreativen Berufen absolut gefragt. Genau diese Gabe macht eine Arbeit am Ende einzigartig und besonders hochwertig. Außerdem können sich Hochsensible sehr gut auf ihre Kunden einstellen: Sie haben ein feines Gespür für Zwischenmenschliches und können sich gut in ihr Gegenüber hineinversetzen. Sie hören genau zu und können deswegen mitunter besser einschätzen, was zu den Bedürfnissen ihres Kunden passt.

Und nun sind wir auch wieder bei dem Künstler-Klischee angekommen: Ein hochsensibler Mensch braucht natürlich sehr viel Ruhe, um das Erlebte zu verarbeiten. Er benötigt Stille und Zurückgezogenheit, um kreativ zu werden und neue Ideen entstehen zu lassen. Eindrücke kann man viele sammeln, aber irgendwann muss man sich zurückziehen und sie verarbeiten, bevor etwas Neues entstehen kann. Eine ruhige Atmosphäre ist essentiell, um komplexe Zusammenhänge verstehen und bewerten zu können. Diesen Teil verstehen Außenstehende oft nicht, aber „this is where the magic happens“. Also genau hier entsteht der Raum für Problemlösungen und neue Denkansätze.

Vor diesem Hintergrund ist es also nicht allzu verwunderlich, in den kreativen Berufsfeldern besonders viele Hochsensible anzutreffen. Natürlich trifft dies nicht auf alle zu – aber sie sind nahezu prädestiniert für diese Jobs. Sie lieben die Freiheit und Unabhängigkeit, die sie hier oftmals vorfinden (besonders natürlich, wenn man auch noch selbstständig ist). 🙂

Verstecken gilt nicht! Wie man als Schüchterner die Welt erobert von Melina Royer bei Amazon (Affiliate-Link)

Dem Thema Hochsensibilität habe ich auch ein ganzes Kapitel in meinem neuen BuchVerstecken gilt nicht – Wie man als Schüchterner die Welt erobert„* gewidmet. Es erscheint am 4. September 2017 im Verlag Kailash und ist bereits auf Amazon.de vorbestellbar.

Über die Autorin:

Ich bin Melina und arbeite hauptberuflich als Creative Director. Auf meinem Blog Vanilla Mind gebe ich alles weiter, was ich über Selbstvertrauen, Freude an der Arbeit und Achtsamkeit gelernt habe. Deshalb teile ich meine Erfahrungen, Erfolge und auch Misserfolge – denn daraus lernt man am meisten!

* Dies ist ein Affiliate-Link. Wenn du ein Buch über meinen Link bestellst, bekomme ich (Lilli) eine Provision – ohne Mehrkosten oder Nachteile für dich. Diese Provision hilft mir dabei, diesen Blog zu finanzieren. Danke für deine Unterstützung!

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9 Antworten

  1. Es ist aber ach in aller munde HSP zu sein und plötzlich sind alle sensibel. Ja klar , doch HSP dreht noch auf höheren touren ja und dort gibt es auch wieder abstufungen dee verschiedenen intensitäten der sensibilität. Die kindheit spielt eine enorme rolle im kontext mit der vulnerabilität und dort trennt sich die spröi vom weizen und die karten der sensibilität zu nutzen oder in der konditionierung unterdrückt zu werden und ins elend zu fallen mit drogen , alkohol oder sich als sklave der gesellschaft ausnützen zu lassen und psychisch in derpressionen oder psychosen zu landen. mir wurde in der klinik von mitpatienten gesagt sie wören noch nie so einer hochsensible persönlichkeit begegnet wie mir. In der klinik hat es lauter HSP weil sie mit denn schicksalen nicht zu recht kommen und von der gesellschaft in ihrem leiden nicht erkannt werden . Die ratschläge verwirren uns nur noch mehr und die ganze werterei ist ja sowieso zum davon zu laufen , lasst uns leben wir brauchen Liebe die wir auch spühren und ihr werdet sehen was da wundervolles zurüch kommt.

  2. Hallo Sandra,

    danke dir! Ich denke, es ist für jede HSP sehr befreiend, erstmals von diesem Konzept zu erfahren und zu verstehen, „was nicht mit einem stimmt“. Aber die Künstler-Ausrede habe ich auch davor schon benutzt! ;D

    Cool, poste gerne auch die Links zu deinen Büchern! 🙂

    GLG Lilli

  3. Spannend, danke für den Beitrag! Ich fand es sehr befreiend, als ich vor einigen Jahren über die Thematik HSP stolperte. Auf einmal gab es Erklärungen für meine „Macken“, die ich bis dahin oft einfach nur als lästig empfunden hatte. Ich glaube inzwischen, dass es viel mehr hochsensible Menschen gibt, als gemeinhin bekannt ist. Die meisten „verbiegen“ sich, um der Norm zu entsprechen und nicht als schwach abgestempelt zu werden. Kreative hatten da immer das Glück eines „Sonderstatus“, denn Künstler haben in gewisser Weise auch Narrenfreiheit.

    Ich bin froh, dass durch mehr verfügbare Information zum Thema HSP auch immer mehr Menschen entdecken, dass sie völlig normal sind – aber eben einfach eine andere Art der Verarbeitung haben. Ich habe einen HSP übrigens zum Protagonisten meiner Romane „Die dunkle Seite des Weiß“ und „Ruf der Drachen“ gemacht. Vielleicht ja für die eine oder den anderen spannend zu lesen?

    Herzliche Grüße!

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