Lilli Koisser

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Warum mich SEO manchmal nervt. Ist Google wirklich alles?

In letzter Zeit beobachte ich eine Entwicklung im Content Marketing, die mir nicht gefällt: Die Themenfindung und Content-Erstellung wird immer mehr von SEO getrieben. Und auch, wenn ich SEO-Texterin bin, nervt mich SEO manchmal.

Was bedeutet das?

Früher haben wir in Redaktionssitzungen und Themen-Brainstormings überlegt,

  • was die Leute interessieren könnte,
  • welche Themen spannend sind,
  • was neu und aufregend ist, und
  • wie wir darüber berichten könnten.

Heute laufen Redaktionsmeetings häufig so ab: „Die Leute suchen online nach X, Y und Z. Schreiben wir also Artikel über X, Y und Z.“ Oder ein Website-Kunde sagt: „Mein Mitbewerber hat eine Seite zum Thema ABC gemacht und rankt damit bei Google auf der ersten Seite. Wir müssen jetzt auch eine neue Seite zum Thema ABC machen, und höher ranken als er!“

Wieso müssen wir immer den Anderen nachlaufen?

Ob das Thema für das eigene Unternehmen wenig relevant ist, spielt dabei anscheinend keine Rolle. Ebenso wenig, dass man stattdessen Themen suchen könnte, die einen vom Mitbewerb unterscheiden, um damit ganz andere, eigene Leute anzusprechen – nämlich seine Traumkund*innen. Stichwort Positionierung!

Das führt dazu, dass wir immer wieder denselben Brei kochen: dieselben Keywords, dieselben Themen, dieselben Geschichten. Weil die Leute ja danach SUCHEN. Und jeder dazu bei Google auf der ersten Seite stehen will. Wir versteifen uns auf Rankings, Scores, Metriken und Algorithmen und pressen Texte in Schablonen.

Und was ist mit Leuten, die einfach nur gemütlich surfen möchten?

Was ist aber mit Bedürfnissen, von denen unsere Leser*innen noch gar nicht wissen, dass sie sie haben? Geschichten, die sie noch nicht kennen, die sie aber trotzdem interessieren würden?

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Was ist mit neuen Entwicklungen, die noch kein großes Suchvolumen haben, weil es sie einfach noch nicht lange genug gibt? Und was ist eigentlich mit den Leuten, die einfach nur unterhalten werden möchten? All diese fallen bei der Themenfindung nach SEO-Kriterien einfach durch den Rost.

Ich würde das Pferd bei der Themenfindung lieber wieder von hinten aufzäumen: Nicht schauen, was schon tausendfach gemacht wurde, sondern was neu und spannend ist, und die Leute möglichst aufmerksamkeitsstark darauf hinweisen.

Ist Google wirklich der einzige Weg?

Ich glaube nämlich nicht, dass wir davon ausgehen sollten, dass die Google-Suche der einzige Weg ist, wie Menschen das Internet nutzen. Es stört mich, dass Google generell der heilige Gral ist, das Um und Auf, das einzig Wahre.

Ich lasse mir die Infos, die ich haben will, gerne passiv von meinem Facebook-Feed, Twitter, Instagram, Blogs und Newslettern servieren. Andere nutzen lieber XING, LinkedIn, Google+, RSS-Feeds oder Google Alerts.

Gemeinsam haben wir aber, dass wir uns diese Medien und Quellen bewusst ausgesucht haben, weil wir wissen, dass sie laufend neuen und für uns interessanten Content liefern.

Wir googeln den Content in diesen Fällen nicht – wir lassen ihn zu uns kommen, sehen ihn zwangsläufig und vertrauen den einzelnen Unternehmen oder Medienhäusern dabei in der Wahl der Inhalte. Und das vergessen meiner Meinung nach viele Content Marketer!

Nicht (nur) für SEO, sondern für Social Media optimieren!

Ich verfolge in dem Bereich also wieder eher einen Push- als einen Pull-Ansatz: Ich glaube beim Erfolg von Blogartikeln teilweise eher an die Macht von Social Media & Co. als von Google.

Headlines z. B. sollten daher neu, witzig, überraschend und aufregend sein, und nicht sicher, langweilig, normal und vollgestopft mit Keywords, nur damit sie bei Google besser gefunden werden.

Das führt nämlich zwangsläufig dazu, dass diese Artikel in sozialen Netzwerken weniger gut performen, weil kein Mensch den Xten langweiligen SEO-Artikel zum selben Thema anklicken, geschweige denn lesen will. Eine gewisse Über-Optimierung für Google hat also gleichzeitig große Nachteile für den Erfolg von Artikeln auf Social-Media-Plattformen.

Das letzte Wort hat heute der SEO-Experte.

Was mich an dieser Vorgehensweise so stört ist, dass vielversprechende Themen und Ideen einfach abgeschossen werden, nur weil das Suchvolumen nicht passt, oder die Konkurrenz bei Google zu groß ist, oder aus sonstigen Suchmaschinen-Gründen.

Gegen ein „Aber der SEO-Experte hat gesagt…“ kann ich leider nur schlecht argumentieren: Weil er Daten, Fakten und Zahlen hat, und ich nur mein Bauchgefühl.

Dieses Bauchgefühl hat mir zwar schon oft dabei geholfen, potenziell erfolgreiche Artikelideen zu finden – aber ich kann eben leider nicht hellsehen und prognostizieren, ob sie das auch wirklich sein werden. Ich brauche dazu ein wenig Vertrauen und Mut der Chefredakteur*innen und Kund*innen.

Warum vertrauen wir also nicht mehr darauf, dass wirklich gute Geschichten und Artikel sich von selbst verbreiten werden?

Was treibt uns jetzt so stark zu SEO?

Angst. Angst, dass unsere Ideen nicht stark genug sind, um ohne Keywords, Rankings und Tricks gefunden und gelesen zu werden. Diese Angst lähmt uns, lässt uns uns an SEO-Regeln, -Listen und -Auswertungen klammern und verhindert mitunter wirklich interessante und lesenswerte Artikel.

Deswegen plädiere ich für mehr Mut im Content Marketing: Die ausgetrampelten Pfade auch mal zu verlassen, eigene Themen zu finden und zu besetzen und Content nicht immer nur für Google bzw. für Googler zu produzieren.

Versteht mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen SEO. SEO ist wichtig und richtig, um zu verstehen, was Menschen online suchen. Es ist auch unerlässlich, Blogartikel für Suchmaschinen zu optimieren. Wer die Themenfindung allerdings nur nach SEO-Gesichtspunkten auslegt, wird zur seelenlosen Content-Maschine, die immer nur Rankings nachjagt und schon Gesagtes wiederkäut.

SEO nervt manchmal.

Wo bleibt dabei das Herzblut? Was ist das wichtigste Ziel im Content Marketing – ist es wirklich immer, auf Seite 1 bei Google zu stehen? Was sagt das konkret aus, außer dass WENN jemand das Thema googelt, er WAHRSCHEINLICH diesen Beitrag anklicken oder zumindest sehen wird?

Oder ist das Ziel, die richtigen Leute zur richtigen Zeit mit den richtigen Inhalten zu erreichen?

Meiner Meinung nach letzteres – und das beinhaltet auch, dass man nicht immer irgendwelchen Plätzen bei Google hinterherläuft, sondern sich auf sein Bauchgefühl verlässt, mutig in der Themenfindung und unerschrocken in der Umsetzung ist.

Wie siehst du das? Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht, oder findest du, dass ich übertreibe? Hinterlass mir in beiden Fällen gerne einen Kommentar!

Hinterlasse deinen Kommentar:

9 Antworten

  1. Hallo Walter, danke für deinen Kommentar!
    So mache ich es auch – anders geht es eh nicht. Unter den Tisch darf SEO nicht fallen, aber es soll auch nicht bestimmen, wer am Tisch sitzen darf. 😀
    LG Lilli

  2. Hi Lilli,
    Ich mache das immer so: Schreibe für Menschen. Danach optimiere für Google ohne den Artikel zu verhunzen.

    Dass SEO die Redaktionsplanung beeinflusst ist wirklich nervig. Kunden wollen auch von mir, dass ich für absolut sinnlose Keywords irgendwelche Text schreibe – nur weil es die anderen machen. Voll der Quatsch.

    Ich deshalb voll bei dir, dass SEO nicht lenken darf – aber unter den Tisch fallen darf es auch nicht, denn bei mir kommen rund 70 Prozent der Leser über Google 😉

  3. Hallo Michael, danke für deinen Kommentar – ich hab ihn leider erst jetzt registriert! Da hast du vollkommen Recht – gottseidank werden hochwertige Inhalte von Google eh „belohnt“. Nur müssen das eben erst auch die Auftraggeber, Agenturen etc. verstehen! Ich hoffe, es dauert nicht mehr zu lange! 😉 Schönes Wochenende!

  4. SEO ist bald Schnee von gestern, denn wir sollten aufhören für Maschinen zu schreiben, sondern für Menschen. Selbst Google verfolgt den Ansatz Human first. Content, also richtig guter Content ist etwas was wir im WorldWideWeb verloren haben. Viele verwechseln Content Marketing mit Werbung und viele Agenturen und deren Kunden hauen den Leuten irgendwelche Botschaften um die Ohren. Wir haben ja weitgehend verlernt interessante Geschichten zu erzählen, die den Leser begeistern. SEO konforme Geschichten zu schreiben nur für das Ranking ist zu kurzfristig gedacht und dahinter steckt keine Strategie. Letztendlich überzeugt nur der hochwertige Inhalt, der dem Leser einen Mehrwert bietet und nicht der Suchmaschine. Aber das setzt eine richtige Content-Strategie voraus! Und das ist mehr als nur SEO…

  5. SEO und gute Rankings als einziges Ziel von Content Marketing (der Begriff ist sowieso Bullshit) zu sehen ist wirklich in der Tat die falsche Herangehensweise und führt sowieso langfristig nicht zum Ziel, da man wie du geschrieben hast, wirklich wieder mit der Konkurrenz in der selben Suppe schwimmt.

    Ich gebe dir vollkommen recht, dass man auch mutiger bei der Auswahl sein muss und eben auch nicht alles „SEO“ optimiert sein muss um eben auch andere (nicht vorhandene, enstehende Märkte) neu erreichen zu können.

    Nichts desto trotz kann man eben auch zu bereits vorhandene „Themen“ und „Keywords“ neue Aspekte in einem Text unterbringen. Der User und die Interaktion dahinter muss nur immer im Vordergrund stehen – NICHT DIE RANKINGS UND TRAFFIC IN GOOGLE!

    Weiters gibt es eben in der „technischen SEO“ punkte die zu beachten sind (in diesem Fall eben für bessere Rankings), dass soll aber nur eine grobe Schablone sein, den Autor in seinem schreiben aber nicht einschränken, er soll dadurch nur das Thema für den User bestmöglich „semantisch“ abdecken.

  6. Danke Ivana, diese Wörter haben mir noch gefehlt: „Fahrlässig“ und „Agenda Setting“! Super!

    Lass uns mal gemeinsam überlegen, was die beste Lösung wäre! 😉

    GLG Lilli

  7. Servus!

    Nein, du schreibst keinen Blödsinn. Ich beobachte diese Entwicklung auch und sie macht mich nicht weniger nachdenklich. SEO als einzigen Orientierungspunkt im Content Marketing zu nutzen ist fahrlässig, denn so „verlierst“ du – wie du ohnehin gesagt hast – all jene, die nicht gezielt nach bestimmten Keywords suchen.

    Agends Setting ist hier das richtige Stichwort. Mut haben, Themen zu setzen, Interesse zu wecken und neue Richtungen einzuschlagen.

    Bleibt die Frage, wie wir das Ruder reißen können…

    Toller Beitrag. Danke.

    Liebe Grüße
    Ivana

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