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Lilli Koisser

Arbeitsunfähig als Selbstständige*r: 5 Business-Lektionen aus dem Krankenstand

Während meines 3-monatigen Krankenstandes wurden 5 Dinge (mal wieder) sehr präsent - die wahrscheinlich auch andere "Schreibtischtäter*innen" wie dich betreffen! Hier habe ich sie dir mitgebracht und mit 5 Denkanstößen für dein eigenes Business versehen:
selbstständig arbeitsunfähig was tun

Was kannst du VOR oder NACH einer plötzlichen Arbeitsunfähigkeit als Selbstständige*r tun, um dieser Situation vorzubeugen und dich dagegen abzusichern? In diesem Artikel findest du meine 5 persönlichen Learnings aus einem 3-monatigen Krankenstand.

Wenn du mehr über Krankengeld, Ausfallversicherung und Lektionen WÄHREND eines längeren Krankenstandes wissen möchtest, dann lies auch diesen Artikel: Wie ich 6 Monate Krankenstand als Freiberuflerin überlebte

1. Automationen: Ich brauche (wieder) einen Evergreen-Funnel! ♻️

Wenn du plötzlich 3 Monate lang „weg vom Fenster“ bist, erkennst du automatisch, wie wichtig ein automatisiertes System ist, das auch ohne dich weiterläuft. Dummerweise hatte ich meinen super funktionierenden Evergreen-Funnel vor einigen Jahren gestoppt, weil ich mich mit der falschen Dringlichkeit von Webinar-Aufzeichnung + DeadlineFunnel eigentlich noch nie – und dann zunehmend immer weniger – wohl gefühlt hatte. Das passte nicht mehr zu meinem Thema „menschliches Marketing„!

Leider habe ich damals das Kind mit dem Badewasser ausgeschüttet und die automatisierte E-Mail-Serie ganz gestoppt, statt einfach nur die Elemente zu entfernen, die sich mit meinen Werten gespreizt haben. Und schließlich habe ich bei meinem Umzug von ActiveCampaign zu MailerLite letztes Jahr ALLE Funnel gestoppt – mit dem Vorhaben, sie von Grund auf neu aufzubauen, was bis heute nicht passiert ist. 😇

D. h. für neue Abonnent*innen hat sich bis auf eine popelige Willkommensmail die letzten 4 Monate gar nichts im Posteingang getan … und das ist eigentlich nicht mein Anspruch, wenn mir jemand seine Kontaktdaten anvertraut. Das ist ungefähr so, als würde ich dich zu mir nach Hause einladen, dir ein Getränk in die Hand drücken – und dich dann stundenlang alleine im Zimmer sitzen lassen! 😆

Deswegen werde ich nicht nur meinen „klassischen“ Evergreen-Funnel wieder aufbauen, der über einige Wochen relativ straight von einem Freebie zu meinem Angebot führt, sondern auch endlich etwas umsetzen, das mir schon lange vorschwebt: Einen „Evergreen-Newsletter“, der jede Woche meinen besten Content verschickt, ohne dass ich einen Finger dafür rühren muss. 😌

👉🏻 Was ist bei dir schon vorhanden, das du wiederverwenden und automatisieren könntest?

Was würde dein Business (zumindest teilweise) aufrechterhalten, wenn du unerwartet einige Wochen oder Monate ausfällst?

2. Planung: Ich darf mich (wieder) auf die wichtigen Dinge fokussieren! 🎯

Vielleicht hast du schon mal (mit mir) eine Jahres-, Quartals-, Monats- oder Wochenplanung gemacht … und kennst die große Klarheit, die daraus entsteht. Und auch das Chaos, das der Alltag mit sich bringt, wenn man ohne Plan und Ziel vor sich hinarbeitet!

Mein Gedanke war also: Wenn ich wirklich (zumindest aktuell) nur 4 Stunden pro Tag arbeiten kann – worauf konzentriere ich mich dann am besten? Eine Frage, die ich auch immer wieder mit meinen Kund*innen in dieser Form durcharbeite:

👉🏻 Wenn du nur 2 Stunden pro Tag arbeiten dürfest – was würdest du in diesen 2 Stunden tun?

Ziel dieser Frage ist, zu identifizieren, welche deiner Aufgaben

  • den größten Impact haben,
  • den meisten Umsatz generieren und
  • am wichtigsten für dein Business sind.

 

Höchstwahrscheinlich wird deine Antwort eine Kombi aus Angebotsbewerbung und -auslieferung sein, gesprenkelt mit etwas (Finanz-)Planung und Admin.

3. Aufgaben: Weniger ist mehr, vor allem bei der To-do-Liste. 📋

Zum Glück war das Einzige, das ich während meines Krankenstandes gestartet habe, der Umzug meiner Planung und To-dos von einem selbstgebastelten Google Doc zu Asana. Ich habe schon alle möglichen Tools für die Planung ausprobiert: monday, ClickUp, Notion … Tatsächlich war Asana vor Jahren schon mal meine erste Wahl, und ich habe uralte To-dos und Kommentare mit meiner allerersten VA in meinem alten Account gefunden. Ein Gruß von Baby-Lilli, quasi. 😄

Jetzt bin ich irgendwie wieder bei Asana gelandet (oft ist der erste Impuls doch der richtige!) – und liebe gerade die klare Kalender-Übersicht, in die nur 4 To-dos pro Tag passen, ohne dass man das Feld erweitern muss. Und das ist jetzt direkt meine Höchstanzahl an täglichen Aufgaben: Das Ziel ist, das Tagesfenster nicht ausklappen zu müssen, weil ich nur 4 Aufgaben pro Tag einplane! ✋

Außerdem habe ich ganz bewusst meine ca. drölfhundert To-dos aus dem Google Doc nicht einfach in Asana importiert – dann hätte ich ja dasselbe Chaos einfach auf einer anderen Plattform. Ich trage mir gerade „from scratch“ und aus dem Gedächtnis nur die Aufgaben ein, die jetzt gerade wirklich dran sind.

👉🏻 Wie steht’s gerade um deine To-do-Liste: Stresst oder entlastet sie dich?

Gibt es vielleicht eine andere Methode oder Form, die besser für dich wäre?

4. KI: Ich darf mich jetzt (noch mehr) reinfuchsen und darauf einlassen. 🤖

Bei den Leuten, denen ich online folge (vorwiegend aus dem englischsprachigen Marketing-Bereich), ist es schon länger so:

Die KI plant ihre Woche, fasst ihre Aufgaben zusammen, teilt sie ihnen (oder gleich einem anderen KI-Agenten) zu, setzt alles größtenteils selbst um und checkt am Ende selbst die Ergebnisse. Die dann wieder in die nächste Woche einfließen

Wenn ich diese Realität mit meiner vergleiche, frage ich mich unwillkürlich …

  • Stimmt das wirklich?

Vor ein paar Jahren noch haben Creators geteilt, wie stressfrei und lukrativ ihr Leben dank digitaler Produkte und eines eigenen Teams ist. Und nachdem die große Online-Business-Bubble geplatzt ist, kamen die ehrlichen Enthüllungen: Vieles war fake, auf horrenden Ausgaben für Facebook-Ads und daher mit niedrigem Gewinn aufgebaut; der Druck, alles aufrechtzuerhalten, war riesig, und ein eigenes Team zu managen (und monatlich zu bezahlen!) führte nicht zum blühenden Business, sondern schlussendlich ins Burnout. 😬

Die Unternehmer*innen, die ihren perfekten KI-Alltag bewerben, verkaufen naturgemäß KI-Kurse, -Memberships und -Skills. Das alleine heißt natürlich noch nicht, dass ihre Claims nicht stimmen – im Gegenteil. Ich schwärme schließlich auch immer von entspannter Kundengewinnung mit SEO, verkaufe einen Kurs dazu – und bin tatsächlich davon begeistert und profitiere täglich davon! Aber die „authentischen Geständnis-Videos ohne Make-up und mit Tränen“ der letzten Jahre haben mich dann bei dieser nächsten Blase doch etwas misstrauisch werden lassen. 🫣

  • Warum habe ich das noch nicht?

Sollte es wirklich stimmen, dass die KI ein ganzes Team ersetzt und die Unternehmer*innen nur noch entscheiden und steuern: Warum greift aktuell bei mir noch nicht alles so ineinander, dass es mich wirklich jeden Tag entlastet? Was sind die „missing pieces“? Und brauche ich wirklich noch einen Kurs, um das herauszufinden, oder müsste ich mich „nur“ mal richtig selbst dahinterklemmen?

Wenn du das für dich schon gelöst hast, dann kommentiere gerne unten, was das Entscheidende für dich war! 🙏🏼

  • Was kann und will ich wirklich abgeben?

Wenn ich wirklich nur noch 4 Stunden pro Tag arbeiten kann / will / werde – dann ist die KI als Unterstützung natürlich eine naheliegende Lösung. Aber der Weg hin zu „ich schreibe nur noch Content und coache meine Kund*innen, den Rest macht Claude oder ChatGPT“ liegt noch vor mir … und sieht von hier aus ziemlich weit aus. 😛

👉🏻 Wenn du nur noch die Dinge aus Punkt 2 machst – welche der restlichen Aufgaben könnten KI und Automationen übernehmen?

5. Wellbeing: Ich brauche (wieder) eine tägliche Routine. 🧘🏻‍♀️

Nach 3 Monaten zurück an den Schreibtisch zu kommen fühlte sich nach „Welchen Monat haben wir gerade und was arbeite ich eigentlich?“ an. 😄

Außerdem hatte ich während der ersten Schreibtisch-Woche – trotz Pausen – sofort wieder Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und trockene, brennende Augen. So will ich definitiv nicht gleich wieder ins Arbeitsleben und den Alltagstrott starten!

Deswegen stelle ich gerade einen Plan zusammen, wie ein typischer Arbeitstag im Home-Office idealerweise ablaufen soll: Z. B. wahlweise mit Spazierengehen, Physio- und Rückenübungen, Kräftigung, Yoga und Stretching, Natur und Tageslicht(-lampe) … ganz bewusst eingebaut und nicht als Nachgedanke.

In der Coaching-Ausbildung hat uns eine Vortragende mal folgenden Satz mitgegeben:

Erst komme ich, dann mein Umfeld, dann meine Arbeit.

Mir ist bewusst, dass nicht jede*r Zeit hat, sich selbst jeden Tag an erste Stelle zu setzen. Aber wenn du es könntest: Was würdest du dann für dich tun, damit es dir gut geht?

👉🏻 Welche winzige Routine oder Tätigkeit würde deinen Arbeitstag besser machen?

Hör dazu gerne mal in die Podcast-Folge über machbare Mikro-Selbstfürsorge im Alltag mit Psychologin Maren Häde rein!

Willst du alle 5 Punkte für dein nächstes Quartal planen? 📆

In meinem Quartalsplanung-Workshop „Phänomenal-Quartal“ geht es um das Reflektieren, Auswerten, Visionieren und Möglich-Machen für deine nächsten 3 Monate – ein Bereich, bei dem ich das Selber-machen ohne KI noch sehr wichtig und richtig finde. In meinem Shop kannst du dir die Aufzeichnung und Ressourcen sichern:

 

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