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Lilli Koisser

#QuitGPT: Warum jetzt alle von ChatGPT zu Claude wechseln (so geht’s!)

Warum jetzt alle ChatGPT verlassen und zu Claude wechseln, was die Unterschiede und Vorteile sind - und wie dir der Umzug entspannt gelingt:
QuitGPT: Richtig von ChatGPT zu Claude umziehen

Spielst du derzeit auch mit dem Gedanken, ChatGPT zu verlassen? Dann bist du definitiv nicht allein:

OpenAI hat kĂŒrzlich ethisch … sagen wir mal „fragwĂŒrdige“ Deals mit der US-Regierung gemacht, wĂ€hrend Anthropic (die Macher*innen von Claude) sich hingegen weigerten, ihre KI fĂŒr MassenĂŒberwachung und autonome Waffen herzugeben.

Seitdem rollt die #QuitGPT-Welle unaufhaltsam. So sehr, dass Claude sogar erstmals nach Jahren ChatGPT im App-Store vom Thron stĂŒrzte. âœŠđŸ»

Als ich zum ersten Mal davon las, dass Anthropic Trump eine Abfuhr erteilt hatte – und dieser dann natĂŒrlich unweigerlich einen seiner alltĂ€glichen Tantrums hatte und das KI-Unternehmen als „woke“ bezeichnete, sagte ich sofort zu meinem Mann: Ich kĂŒndige jetzt ChatGPT und wechsle gleich zu Claude.

Und er sagte: „Ich auch“. In den nĂ€chsten Tagen waren wir erstaunt und erfreut, dass wir anscheinend nicht die einzigen KI-Nutzer*innen mit RĂŒckgrat waren! đŸ™ŒđŸŒ

Aber ich denke, dass auch die gleichbleibend mittelmĂ€ĂŸige bis sogar nachlassende QualitĂ€t in ChatGPT vielen den letzten Schubs gibt, der Plattform jetzt den RĂŒcken zu kehren.

Wie du das am besten machst, habe ich weiter unten fĂŒr dich zusammengefasst. Aber zuerst muss ich etwas ausholen: 

Mein Weg vom KI-Muffel zur SpĂ€tzĂŒnderin in 3 Schritten 🧹

Ich bin ganz ehrlich: Vor knapp einem Jahr habe ich mich im Rahmen meiner Studie zur KI-Nutzung unter SelbststĂ€ndigen noch als „KI-Muffel“ geoutet. Sowohl aufgrund von ethischen und gesellschaftlichen Bedenken, aber auch, weil ich schlicht underwhelmed von den Outputs war.

Und seitdem hat sich meine Beziehung zu KI ganz generell – und ChatGPT im Besonderen – nur sehr schleichend verbessert. 😅

In den letzten Monaten habe ich allerdings drei Dinge entdeckt, die fĂŒr mich persönlich endlich einen spĂŒrbaren Mehrwert von KĂŒnstlicher Intelligenz zeigen – und einen Weg, wie ich es (möglichst) ethisch in meinem Business einsetzen kann:

1. CustomGPTs und Instructions 🙂

Statt einem allgemeinen Chat, den jede*r andere genauso und mit den gleichen Ergebnissen nutzt, ein persönliches Helferlein, das ich mit meinen eigenen Ressourcen, Daten und Frameworks fĂŒttere – und genau so einstellen kann, wie ich es mir wĂŒnsche?

Ist cool! Und schon mal viel besser als der generische und raubkopierte „AI Slop“, der mich immer wieder von KI abgetörnt hat. Vor allem, wenn es auf einem ordentlichen Markenstimmen-Guide basiert, damit die Texte auch wirklich nach mir klingen und meine Persönlichkeit und Werte transportieren.

Über ein wenig Herumspielen mit

  • eigenen Blog- und Wochenplanung-GPTs nach meinen Methoden (also wie in der Blog-BlĂŒte oder dem CEO-Date),
  • der Erstellung meines Markenstimmen-Dokuments speziell fĂŒr KI und
  • der Nutzung der CustomGPTs anderer Unternehmer*innen – mit stark schwankender QualitĂ€t

 

ging es aber nicht hinaus. Irgendwas hielt mich noch immer zurĂŒck, KI wirklich regelmĂ€ĂŸig in meinem Business-Alltag als Texterin, Content Creator und Business-Coach fĂŒr SelbststĂ€ndige zu nutzen. Obwohl ich wusste, dass sie – richtig genutzt – Vieles einfacher machen wĂŒrde! 

2. Claude statt ChatGPT 😏

Im Coaching-Call mit einer Kundin habe ich dann auf ihren Wunsch hin zum ersten Mal mit Claude gearbeitet: Wir haben in ihrem Account einen Text fĂŒr ihre neue Freebie-Landingpage entworfen (bzw. als Vergleich zu den von uns gebrainstormten Passagen erstellen lassen). 

Und auch, wenn wir gemeinsam noch hier und da nachgebessert und prĂ€zisiert haben – O-Ton meiner Kundin: „Diese feinen Nuancen kann die KI eben noch nicht!“, waren die Ergebnisse schon viel ĂŒberzeugender als das, was ChatGPT meistens ausspuckte.

Meine Neugier war geweckt – aber jetzt bei Claude „ganz neu anzufangen“, dafĂŒr reichte es immer noch nicht.

3. Claude Cowork! Und Skills 😍

Beim dritten Schritt hat es schließlich doch noch gefunkt – als ich zum ersten Mal von Claude Cowork hörte, wusste ich: Das ist endlich das, was ich mir EIGENTLICH von einer KI erwarte!

Immer wieder hatte ich davor nĂ€mlich ChatGPT gefragt: Kannst du mir das direkt in Google Drive speichern? Mein verlinktes Google Doc lesen? Meine Website analysieren? Und natĂŒrlich gab ChatGPT es wie immer nicht direkt zu, dass das nicht der Fall war! 😂

Übrigens noch so ein Punkt, der mich an ChatGPT stört – abgesehen von den 8 Risiken der KI-Nutzung: Dass es mir immer nach dem Mund redet; sagt, was ich vermeintlich hören will, und eigene Fehler oder SchwĂ€chen nicht direkt zugeben kann. Da werde ich auch bei menschlichen GegenĂŒbern (ist das ein Wort?) etwas unrund! 😝

Anyway: Mit Claude Cowork ist jetzt endlich das da, was ich mir in den letzten Jahren (mit offenbar zu hohen Erwartungen) von KĂŒnstlicher Intelligenz gewĂŒnscht habe: Ein persönliches Helferlein, das nicht nur labert, sich mit mir im Kreis dreht und mir immer Recht gibt – sondern auch mitdenkt, Aufgaben wirklich ĂŒbernimmt und tatsĂ€chlich fĂŒr mich umsetzt! 😍

In technischen Begriffen heißt das „KI-Agent“ oder „Agentic AI„. Das bedeutet, dass die KI nicht nur auf deine Fragen und Befehle antwortet („Chat“) oder einen von dir vorgegebenen Prozess wiederholt ausfĂŒhrt („Automation“), sondern ganz eigenstĂ€ndig Lösungswege findet und Prozesse umsetzt.

Mit Claude Cowork geht das direkt auf deinem Rechner und in deinen Tools und Ordnern, wĂ€hrend du zusiehst (oder einen Kaffee trinken gehst). Und mit der neuen Dispatch-Funktion kannst du sogar auf deinem Handy – von Bett, Couch oder unterwegs aus – mit deiner Cowork-App auf dem Desktop chatten und sagen: Mach das bitte fĂŒr mich. 

Und das ist schon richtig geil! đŸ€©

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Mehr Informationen

 

Und nachdem ich mittlerweile wirklich monate- oder sogar jahrelang versucht habe, (m)einen Zugang zum Thema KI zu finden – ĂŒber Kongresse, Webinare, kleinere Kurse und private GesprĂ€che, haben mich schlussendlich auch noch diese zwei Argumente ĂŒberzeugt:

1. Es gibt einen Gender Gap in der KI-Nutzung.

Frauen sind tendenziell vorsichtiger und zurĂŒckhaltender, die „neue“ Technologie zu nutzen, und machen sich mehr Gedanken ĂŒber die gesellschaftlichen und langfristigen Auswirkungen – was ich natĂŒrlich mega wichtig und richtig finde!

ABER: Gleichzeitig ist der – von mir verhasste – Satz „Die KI geht nicht mehr weg“ leider mittlerweile wahr. Und wenn ĂŒberwiegend weiße MĂ€nner die KI nutzen, trainieren und formen, dann bringt uns das direkt ins Patriarchat 3.0.

Schon jetzt hat die KI z. B. bei einem Recruiting-Prozess im Tech-Bereich erstmal alle weiblichen Bewerberinnen aussortiert – weil es mit der Information operierte, dass die meisten Angestellten im Tech-Bereich mĂ€nnlich sind, ergo die Schlussfolgerung: „Ich sollte nur MĂ€nner zum GesprĂ€ch einladen“! đŸ« 

Oder: Suche z. B. mal bei YouTube nach „Claude“, „Claude Code“ oder „Claude Cowork“ – und zĂ€hle, wie viele MĂ€nner vs. Frauen dazu prĂ€sent sind. Bzw. noch prĂ€ziser: Wie viele weiße, junge, normschöne MĂ€nner das Thema dominieren. Dieses Ungleichgewicht muss sich dringend Ă€ndern.

âžĄïž Ich lerne aktuell gerne von Gemma Bonham-Carter, Amy Mitchell und Prerna Malik zum Thema KI, GPTs und Claude! Und du? Schreib’s sehr gerne in die Kommentare! đŸ™đŸŒ

2. KI bietet chronisch kranken oder behinderten Menschen neue Möglichkeiten.

Du hast wenig Energie, KapazitĂ€t, Zeit oder Geld? Dann kann die KI – bzw. noch konkreter Claude Cowork mit gut eingerichteten Projekten und Skills – fĂŒr dich eine echte (und zugĂ€ngliche) UnterstĂŒtzung im Alltag sein!

Ich finde das vor allem fĂŒr Solo-SelbststĂ€ndige und Unternehmer*innen mega interessant – z. B. mit ADHS, Autismus, chronischer Erschöpfung, Depressionen … aber auch einfach zeitlichen EinschrĂ€nkungen wie Elternschaft, Teilzeit-Anstellung oder Ehrenamt. Oder finanziellen Rahmenbedingungen, in denen du dir ein Team, Fremdleistungen oder viele Tools nicht leisten kannst oder willst. 

FĂŒr mich persönlich bedeutet das im Moment: Entweder ich blogge mit KI-UnterstĂŒtzung (z. B. fĂŒr Recherchen, Keyword-Suchen, SERP-Analysen oder Formatierungen) – oder ich blogge gar nicht! 😇

Und mit meinem eigenen Blogartikel-Skill, den ich mit meinem jahrelang entwickelten Blog-Framework und 10-Schritte-Prozess fĂŒr SEO-Blogartikel, meinem Schreibstil und meinen Regeln und No-Gos trainiert habe, ist das GrundgerĂŒst der Blogartikel – direkt als HTML-Code nach meinen Vorgaben formatiert – schon eine echt gute Ausgangsbasis. Und spart mir STUNDEN an Arbeit, die ich sonst nicht investieren wollte bzw. könnte! đŸ™đŸŒ

âžĄïž Hol dir dazu gerne das Kongresspaket von Beach Business – dem ersten Online-Kongress fĂŒr menschliches Marketing, mit 45+ Aufzeichnungen wie:

  • Inklusions-Panel – SelbststĂ€ndig mit chronischen Krankheiten und Behinderungen
  • Ethik-Panel – Menschliches vs. toxisches Marketing: Diese Taktiken dĂŒrfen wir verlernen
  • Aktivismus-Panel – Feminismus, Politik und Gerechtigkeit im Business
  • Elternschaft-Panel – SelbststĂ€ndig mit Kindern: Herausforderungen und Möglichkeiten
  • Gemeinwohl-Masterclass – Ein Business fĂŒhren, das der Welt gut tut
Lineup von Beach Business, dem Online-Kongress fĂŒr menschliches Marketing von Lilli Koisser
Die Speaker*innen bei Beach Business, der Summer School fĂŒr menschliches Marketing

Was ist #QuitGPT - und warum verlassen jetzt alle ChatGPT?

Nochmal kurz zur Einordnung, warum wir jetzt heute hier stehen: Stein des Anstoßes war, dass das Pentagon, genauer das frisch von „Verteidigungsministerium“ umbenannte „Department of War“, Ende Februar 2026 von allen großen KI-Unternehmen uneingeschrĂ€nkten Zugang forderte, auch fĂŒr MassenĂŒberwachung und autonome Waffen, und OHNE definierte Schutzmaßnahmen.

WĂ€hrend Anthropic (Claude) das verweigerte und in seinem Blog begrĂŒndete, verkĂŒndete und rechtfertigte OpenAI (ChatGPT) wenige Stunden spĂ€ter die frohe Botschaft, dass sie ab jetzt so das US-MilitĂ€r unterstĂŒtzen. 😅

Aber da fĂ€ngt es nicht an: Schon Anfang 2024 entfernte OpenAI das explizite Verbot, die Technologie fĂŒr „MilitĂ€r und KriegsfĂŒhrung“ zu nutzen, aus seinen Nutzungsbedingungen.

Und im Juni 2024 gab OpenAI offiziell bekannt, dass Paul Nakasone, der ehemalige Direktor der NSA, dem Sicherheitsausschuss („Safety and Security Committee“) des Vorstands von OpenAI beitritt. đŸ€”

Auf der Seite quitgpt.org finden sich noch viele weitere triftige GrĂŒnde fĂŒr den Boykott, darunter (auf der Seite mit verlinkten Quellen, hier nur zitiert):

  • OpenAI-PrĂ€sident Greg Brockman und seine Frau spendeten 25 Millionen $ an MAGA Inc im Jahr 2025.
  • CEO Sam Altman spendete 1 Million $ an Trumps Inaugurations-Fonds 2025.
  • Sie gaben Trump 26 x mehr Spenden als jedes andere große KI-Unternehmen.
  • OpenAI gibt außerdem 50 Millionen $ aus, um Staaten an der KI-Regulierung zu hindern.
  • Das Lebenslauf-Screening-Tool von ICE wird von OpenAIs GPT-4 betrieben.

đŸ„Ž

Anthropic (von ehemaligen OpenAI-Mitarbeiter*innen gegrĂŒndet) legt hingegen schon immer mehr Fokus auf Sicherheit und Datenschutz, nutzt das sogenannte „Constitutional AI“-Modell, um sicherzustellen, dass die KI nach ethischen Prinzipien handelt, und grenzt sich durch eine strengere „Responsible Scaling Policy“ von OpenAI ab.

NatĂŒrlich ist auch hier nicht alles in gut und böse und schwarz-weiß einzuordnen, aber Claude ist definitiv das geringere Übel – und alle, die von Trump als „woke“ bezeichnet und bestraft werden sollen, haben automatisch meine Sympathie. 😄

Von ChatGPT zu Claude umziehen #QuitGPT

ChatGPT vs. Claude: Vergleich, Unterschiede und Vorteile

Was macht jetzt Claude – in meinen Augen und denen vieler Stimmen, denen ich folge und vertraue – zur besseren Alternative zu ChatGPT?

 

Was Claude besser macht:

 

1. Schreiben!

Das ist der – fĂŒr mich sehr relevante – Unterschied, den du fast sofort siehst: Claude klingt weniger nach KI, nach dem typischen Schema F, mit ĂŒberstrapazierten Floskeln wie „In der heutigen schnelllebigen Welt
“ etc.

Zapier fasst es in seinem Vergleich so zusammen: Claude klingt von Haus aus natĂŒrlicher und nuancierter. Und was ich sehr schĂ€tze: BodenstĂ€ndiger, unaufgeregter und sachlicher, wĂ€hrend ChatGPT zuletzt sehr … ĂŒberdreht und ĂŒberschwĂ€nglich gewirkt hat. đŸ€Ș

Tom’s Guide hat beide Modelle im MĂ€rz 2026 in sieben Praxistests gegeneinander antreten lassen: Claude gewann sechs davon (!), darunter SchreibqualitĂ€t, strategisches Denken und Tonanpassung.

 

2. Anweisungen tatsĂ€chlich befolgen. 😅

ChatGPT kann einfache Anweisungen gut umsetzen. Aber Claude ist besser darin, komplexe Anweisungen zu befolgen – z. B. mit mehreren Bedingungen, Ausnahmen oder Formatvorgaben.

Wenn du es also aufgegeben hast, detaillierte Prompts zu schreiben, weil ChatGPT sie eh nicht vollstĂ€ndig befolgt: Das Ă€ndert sich bei Claude. 😋

 

3. KontoĂŒbergreifende Skills statt Silodenken in CustomGPTs

Das ist der strukturelle Unterschied, der fĂŒr mich mit ausschlaggebend ist: CustomGPTs bei ChatGPT sind Silos – jeder GPT lebt in seiner eigenen Welt und kommuniziert nicht mit den anderen. Erinnert mich sehr an die Abteilungen in vielen Unternehmen! 😛

Claude Skills funktionieren kontoĂŒbergreifend: Dein Newsletter-Skill, Angebots-Skill und Content-Skill können in einem einzigen Chat (oder einer Cowork-Aufgabe!) zusammenarbeiten. Nach deinen Regeln und Vorgaben.

Und sie laufen – falls von dir gewollt bzw. aktiviert – automatisch „im Hintergrund“ mit, sodass du nicht immer wieder deinen Markenstimmen-Guide oder Custom Instructions hochladen / hinterlegen musst. 🙄 Dieses stĂ€ndige Hoch- und Runterladen und Hin- und Herkopieren bei ChatGPT hat mich echt genervt! 😅

 

4. Projekte mit echtem GedÀchtnis

Claude-Projekte haben ein Kontextfenster von ĂŒber 200.000 Tokens (das sind ca. 50 Seiten oder 150.000 Wörter) und unterstĂŒtzen mehr als 50 Dateien. Alles ist gleichzeitig referenzierbar, und der Kontext wird ĂŒber Monate behalten.

ChatGPT Projects funktionieren Ă€hnlich, sind aber in der Dateimenge limitierter und „vergessen“ eher Dinge, die tief in den Dateien stecken.

 

5. Aufgaben WIRKLICH abgeben mit Cowork:

Das Feature, das es bei ChatGPT schlicht nicht gibt – und das mich erstmals wirklich fĂŒr AI begeistert hat.

Über die Desktop-App kannst du Claude eine mehrstufige Aufgabe geben und dich zurĂŒcklehnen – sie liest Dateien, bearbeitet sie, erstellt Dokumente, koordiniert Teilschritte. Komplett eigenstĂ€ndig!

Der Unterschied zum normalen Chat ist der zwischen „Chatten mit einem Assistenten“ und echtem Delegieren. Tom’s Guide hat Cowork hier getestet und beschreibt es als „das erste KI-Tool, das sich wie ein echter Kollege anfĂŒhlt“. đŸ‘đŸŒ

 

6. Ein ĂŒbersichtliches GedĂ€chtnis, das du kontrollierst.

Claude unterteilt das GedĂ€chtnis (Memory) in „About Me“ (wer du bist, wie du arbeitest) und „Top of Mind“ (woran du gerade arbeitest) – und aktualisiert die zweite Kategorie jede Nacht automatisch. Du kannst alle Erinnerungen transparent in den Einstellungen einsehen und selbst bearbeiten.

ChatGPTs Memory dagegen ist verstreut, schwer verwaltbar, und viele Nutzer*innen haben es deswegen einfach abgedreht – ein Punkt, den auch Jonathan von Limited Edition Jonathan und Daria Cupareanu von AI Blew My Mind in ihren Wechsel-Anleitungen ausfĂŒhrlich beschreiben.

 

Was du von ChatGPT vermissen könntest:

 

Es gibt natĂŒrlich auch LĂŒcken, die Claude (noch) nicht schließen kann.

  1. Die Bildgenerierung ist die offensichtlichste. Claude kann keine Bilder erstellen, wĂ€hrend DALL-E bei ChatGPT integriert ist. Als Workaround kannst du parallel zu Claude z. B. Midjourney, Googles Imagen oder Canva AI nutzen. FĂŒr die meisten von uns ist das aber vermutlich kein Deal-Breaker, weil wir sowieso eigene Fotos oder Canva-Grafiken verwenden.
  2. Claudes Voice-Funktion ist derzeit nur auf Englisch verfĂŒgbar. Wenn du viel per Spracheingabe arbeitest, kannst du aber das Diktier-Tool WisprFlow* als ErgĂ€nzung einsetzen – auch in anderen Apps und unterwegs. Ich diktiere zurzeit teilweise sogar meine WhatsApp-Nachrichten. 😋 Über meinen Link* bekommst du einen Gratis-Monat in der Pro-Version geschenkt! 🎁 Auch VoiceDash* ist eine gute Alternative.
  3. Deine CustomGPTs können öffentlich geteilt werden, wodurch sie super als Freebies, Tiny Offers oder UnterstĂŒtzung fĂŒr deine Kund*innen angeboten werden können. Claude Skills sind ausschließlich fĂŒr dein eigenes Konto verfĂŒgbar – es gibt (noch) kein öffentliches Teilen deiner Bots. Ich hoffe aber sehr, dass Claude hier nachziehen wird!
  4. Claude Pro limitiert die Nutzung auf ca. 45 Nachrichten pro FĂŒnf-Stunden-Fenster (im stĂ€rksten Opus-Modell). Wer intensiv damit arbeitet, merkt das Limit schneller als bei ChatGPT. Du solltest daher Sonnet fĂŒr Routineaufgaben und Opus nur fĂŒr die Aufgaben, bei denen es wirklich drauf ankommt, nutzen! Aber ganz ehrlich: Ich habe lieber weniger Outputs zur VerfĂŒgung, aber dafĂŒr bessere, als unlimitierten Halb-Nonsens bei ChatGPT. 😇

 

Und was kostet ChatGPT vs. Claude?

 

Beide gibt es kostenlos mit entsprechenden EinschrÀnkungen bei den Funktionen, Nutzungslimits und Modellen.

Mit ChatGPT Go gibt es jetzt einen gĂŒnstigeren Einsteiger*innen-Tarif mit aktuell 7,99 Euro pro Monat (mit Werbung!). Der Plus-Plan kostet monatlich 23 Euro und reicht fĂŒr die typischen AnwendungsfĂ€lle der meisten Solo-SelbststĂ€ndigen vermutlich aus. Den Pro-Tarif mit uneingeschrĂ€nktem Zugriff gibt es aktuell fĂŒr 229 Euro pro Monat.

âžĄïž Zu den Preisen von ChatGPT

Bei Claude bist du mit einer jÀhrlichen Zahlung von 200 Dollar (also 17 Dollar pro Monat) oder monatlichen Zahlungen von 20 Dollar im Pro-Tarif dabei. Ein Max-Konto kostet ab 100 Dollar pro Monat, alles zzgl. Steuern.

âžĄïž Zu den Preisen von Claude

Beide kosten also um die 20 Euro pro Monat im Standard-Plan, wobei Claude etwas gĂŒnstiger ist. Was du dafĂŒr bekommst:

ChatGPT Plus bietet mehr multimodale Features (Bild, Video, Voice).

Claude Pro setzt auf ProduktivitĂ€t – Claude Code, Cowork, Skills und Projekte sind alle fĂŒr 20 Dollar pro Monat inkludiert.

Einen detaillierten Preisvergleich aller PlÀne (auch von Gemini und Co.) findest du bei AIonX.

Und wenn dich das ĂŒberfordert oder verunsichert: Du MUSST dich nicht entscheiden.

Viele User*innen nutzen (noch) beide Tools: Claude fĂŒr Texte, Strategie, Delegation und alles, was mit Projekten zu tun hat. Und ChatGPT eher fĂŒr Brainstorming, Bilder und den Audiomodus.

Wenn du aber den Schritt von ChatGPT zu Claude gehen möchtest (nicht nur aus ethischen, sondern auch ganz praktischen GrĂŒnden, siehe der Vergleich oben), dann kannst du jetzt diese Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung dafĂŒr befolgen.

Von ChatGPT zu Claude umziehen, ohne alles zu verlieren oder neu anzufangen:

Die gute Nachricht zuerst: Du verlierst nichts und musst auch nicht neu oder bei Null anfangen. Dein „Business Brain“ gehört ChatGPT schließlich nicht. 😄

Deine gespeicherten Erinnerungen, CustomGPT-Setups, Projektstrukturen etc. – all das lĂ€sst sich von ChatGPT zu Claude mitnehmen. Was dabei nicht mitkommt, sind natĂŒrlich plattformspezifische Features wie DALL-E-generierte Bilder oder Canvas-Dokumente.

Aber dein eigentlicher Kontext – also wie du arbeitest, was du weißt, was du brauchst – gehört dir und ist daher ĂŒbertragbar. Hier liest du, wie du das am effizientesten angehst – basierend vor allem auf den Umzug-Guides von Gemma Bonham-Carter, Limited Edition Jonathan und AI Blew My Mind.

 

Schritt 1: ChatGPT-Memory exportieren (zwei Wege)

Bevor du irgendetwas anderes tust: Exportiere alles, was ChatGPT ĂŒber dich weiß. Der direkteste Weg: Anthropic hat (schlau, wie es ist!) eine eigene Import-Seite gebaut – du findest sie hier: claude.com/import-memory. Vermutlich siehst du auch dieses Popup in deinem Claude-Account, wenn du schon einen hast:

Du bekommst dort einen fertigen Prompt, den du in ChatGPT einfĂŒgst. Dann kopierst du die Ausgabe und importierst sie in Claude. Das dauert etwa 60 Sekunden. Bei mir ist der Output jedoch – mal wieder – eher mau ausgefallen.

Der grĂŒndlichere Weg – und der Geheimtipp von Limited Edition Jonathan:

Verwende keinen generischen Prompt, sondern einen, der ChatGPT bittet, einen „portablen Kontext-Backup“ zu erstellen. 😇 Der entscheidende Unterschied liegt im Framing, also der Formulierung:

Jonathan warnt ausdrĂŒcklich davor, ChatGPT zu sagen, dass du wechselst – es gibt Hinweise darauf, dass das Modell bei solchen Formulierungen „weniger kooperativ“ antwortet. đŸ€Ș

Schreib statt „Ich verlasse ChatGPT“ also lieber: „Ich möchte eine portable Sicherungskopie unseres gemeinsamen Kontexts erstellen.“

Der vollstĂ€ndige Prompt aus seinem Artikel (einfach kopieren und einfĂŒgen) bezieht Kategorien wie IdentitĂ€t, laufende Projekte, KommunikationsprĂ€ferenzen, Schreibstil, Workflow-Muster und mehr mit ein.

Wichtig dabei, und das betonen sowohl Jonathan als auch Gemma:

Den Prompt nicht nur im Hauptchat laufen lassen, sondern auch in jedem einzelnen CustomGPT und jedem aktiven Project. Denn jedes davon hat seinen eigenen akkumulierten Kontext – ein GPT fĂŒr Kundenprojekte weiß andere Dinge als einer fĂŒr Content.

Diese Memory-Datei(en) solltest du dann bereinigen und aktualisieren, bevor du sie in Claude importierst. Daria von AI Blew My Mind beschreibt das als die eigentliche Chance beim Umzug von ChatGPT zu Claude: Du fÀngst eben nicht bei Null an, sondern mit einer strukturierten und bewusst ausgemisteten und aktualisierten Daten-Grundlage.

ZusĂ€tzlich kannst du einen vollstĂ€ndigen Datenexport aus ChatGPT anfordern (unter Einstellungen – Datenschutz – Daten exportieren). Du bekommst dadurch ein ZIP-Archiv deiner gesamten Konversationshistorie als Backup, mit VerstĂ€ndigung per E-Mail, wenn der Download fertig ist (Ă€hnlich wie bei meinem Meta-Boykott letztes Jahr – diesen Artikel zu schreiben, ist ein einziges Deja-vu!). 

Falls du spÀter mal etwas nachschlagen oder in ein Claude-Projekt hochladen willst, hast du es mit dieser ZIP-Datei parat. Auf die E-Mail von ChatGPT, dass dein Daten-Export fertig ist, musst du ca. 24 bis 48 Stunden warten. Du kannst die chat.html-Datei aus dem Archiv bei Bedarf direkt in ein Projekt hochladen, sodass Claude darin suchen kann.

 

Schritt 2: CustomGPTs migrieren – aber richtig

Gemmas wichtigster Hinweis aus ihrem Migration Guide dazu ist: Die 80/20-Regel befolgen. Du hattest vielleicht 10 bis 20 CustomGPTs – aber hast nur 3 bis 5 davon wirklich regelmĂ€ĂŸig genutzt. Migriere diese zuerst. Den Rest kannst du bei Bedarf nachholen – und manche davon wirst du höchstwahrscheinlich nie brauchen.

FĂŒr jeden GPT, den du migrieren willst, gibt es eine Entscheidung zu treffen: In Claude als Skill oder Projekt anlegen?

Ein Skill ist das Richtige, wenn du einen wiederholbaren Aufgabentyp hast – wie E-Mails schreiben, Texte erstellen oder Content bearbeiten. Diese „FĂ€higkeiten“ kannst du in jedem GesprĂ€ch aktivieren, egal in welchem Kontext, und sie lassen sich kombinieren.

Ein Projekt ist das Richtige, wenn der GPT zu einem konkreten Arbeitsbereich gehört oder an eine*n Kund*in gebunden ist – ein Kundenprojekt, ein Launch, deine Content- oder Podcast-Produktion (ein „Projekt“ eben) – und dafĂŒr auf hochgeladene Referenzdokumente angewiesen ist.

 

Die Migration ist einfach:

  1. System-Prompt aus dem CustomGPT kopieren,
  2. in Claude bei Skills unter „Skill erstellen“ einfĂŒgen, oder
  3. bei Projekten unter den Projekt-Einstellungen als Instruktion hinterlegen. Dateien aus der GPT-Wissensdatenbank kannst du direkt ins Projekt hochladen.

 

Schritt 3: Claude von Anfang an richtig aufsetzen

Der Wechsel lohnt sich erst so richtig, wenn du dein ChatGPT-Chaos nicht 1:1 in Claude ĂŒbertrĂ€gst! Ich beziehe mich wieder auf den Migration Guide von Gemma – dieser wurde privat in einem Webinar geteilt, deswegen möchte ich ihn hier nicht öffentlich verlinken. 😌

 

1. Memory nach 1 – 2 Tagen ĂŒberprĂŒfen.

Claude verarbeitet wie erwĂ€hnt deine Memory-Updates in tĂ€glichen Zyklen. Wenn direkt nach dem Import nicht sofort alles verfĂŒgbar ist, ist das also normal. Nach 1 bis 2 Tagen kannst du unter Einstellungen – Funktionen – Memory – „Erinnerungen anzeigen und bearbeiten“ verifizieren, dass der von ChatGPT importierte Kontext tatsĂ€chlich angekommen ist.

 

2. Projekte fĂŒr die 3 – 5 wichtigsten Arbeitsbereiche anlegen.

Deine Projekte musst du nicht alle auf einmal einrichten, sondern du kannst in Ruhe mit den drei bis fĂŒnf Bereichen starten, in denen du jede Woche arbeitest, z. B.:

  • ein Projekt pro Produkt oder Angebot,
  • eines fĂŒr Content Creation,
  • eines fĂŒr Kundenprojekte.

 

Jedes Projekt bekommt klare Instruktionen und die relevanten Referenzdokumente (Brand Guides, Style Guides, Briefings). Ich habe z. B. Projekte wie „Website“, „Blog“, „Podcast“, „Kundenmagnet-Kurs“ oder „Blog-BlĂŒte“ eingerichtet.

 

3. Einen ersten Skill bauen und eine Woche lang nutzen.

Das ist Gemma Bonham-Carters ausdrĂŒckliche Empfehlung: Wer versucht, das gesamte ChatGPT-Setup an einem Nachmittag nachzubauen, endet frustriert. Einen Skill einrichten, eine echte Aufgabe durchfĂŒhren, dann erst den nĂ€chsten angehen – so hast du auch gleich mehr Praxiswissen fĂŒr die weiteren Skills gesammelt! Ich habe mit meinem oben erwĂ€hnten Blogartikel-Skill begonnen.

 

4. Cowork erst ausprobieren, sobald Projekte und Skills stehen.

Das habe ich – mir der Konsequenzen bzw. EinschrĂ€nkungen bewusst – andersrum gemacht, weil ich schon so gespannt auf Cowork war. Es wusste NICHTS ĂŒber mich, als ich es die ersten Aufgaben ausfĂŒhren ließ. 😂 Und trotzdem konnte ich schon gut damit arbeiten!

Typische AnwendungsfĂ€lle sind z. B.: Recherche delegieren und ein fertiges Dokument bekommen, mehrere Dateien auf dem Desktop zusammenfassen, einen Content-Workflow abarbeiten lassen. Aber: Das Feature wird natĂŒrlich (noch) besser, je mehr Kontext Claude hat.

 

5. Datenschutz und DSGVO im Hinterkopf behalten.

Claudes Consumer-PlĂ€ne (Free, Pro, Max) verarbeiten Daten auf US-Servern. Es gibt keine EU-Datenhosting-Option fĂŒr Privatnutzer*innen – nur fĂŒr Enterprise-Kund*innen ĂŒber AWS Frankfurt oder Google Cloud.

Wer mit sensitiven (Kund*innen-)Daten arbeitet, sollte das immer im Blick behalten – und im Zweifelsfall nur anonymisierte Informationen eingeben. Das gilt ĂŒbrigens fĂŒr alle KI-Tools, nicht nur fĂŒr Claude.

Tipp: Ich habe beim Einrichten von Claude direkt in der Tool-ĂŒbergreifenden Rubrik „Persönliche PrĂ€ferenzen“ (unter Einstellungen – Allgemein) einen entsprechenden Hinweis hinterlegt.

Und tatsĂ€chlich inkludiert Claude in ihren Antworten und Outputs (ja, Claude ist fĂŒr mich weiblich), welche Daten wie verarbeitet wurden, was sie damit konkret gemacht hat und wie das der DSGVO entspricht. Und Quellen werden sauber zitiert und verlinkt (obwohl ich da im Blogartikel-Skill 1 x nachbessern musste, aber jetzt lĂ€uft’s). đŸ‘ŒđŸŒ

Claude KI Ethik und Datenschutz Hinweis

 

Wie lange dauert der Umzug von ChatGPT zu Claude?

Gemma teilt in ihrem Migration Guide konkrete Zeitangaben:

  • 15 Minuten fĂŒr eine Quick-Migration (nur Memory und Custom Instructions umziehen)
  • 1 bis 2 Stunden fĂŒr eine Standard-Migration (Memory + wichtigste CustomGPTs + aktive Projects mitnehmen)
  • Halber Tag fĂŒr eine vollstĂ€ndige Migration inklusive Archiven und Dateien

 

Ihre Empfehlung: Mit der Quick-Migration starten, Claude ab sofort produktiv nutzen, und den Rest ĂŒber die nĂ€chste Woche nachholen – nĂ€mlich jeweils dann, wenn du den entsprechenden CustomGPT oder das Projekt gerade sowieso brauchst.

Und genau das mache ich gerade – und ĂŒberlege tĂ€glich: Welchen Skill könnte ich dafĂŒr erstellen? Was muss Claude noch ĂŒber mich, meine Zielgruppe und mein Business wissen, um optimal arbeiten zu können? Und: Was kann ich noch ABGEBEN? đŸ€—

 

Noch mehr Ressourcen dazu gibt es in den Tutorials von Claude! Hast du Fragen, Erfahrungen oder Gedanken zu #QuitGPT oder Claude? Hinterlasse sie gerne in den Kommentaren! âŹ‡ïž

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