Lilli Koisser

Was ich mir von Kongressen, Konferenzen und Tagungen erwarte: 10 Bitten

Am 25. und 26. Juni war ich auf Einladung der Marketing Natives beim Überall App Kongress in der Wiener Marx Halle und habe für sie 8 Apps, die man spätestens nach #UBERALLat downloaden muss festgehalten.

Obwohl mir die Veranstaltung gut gefallen hat, möchte ich sie zum Anlass nehmen, über die Erwartungshaltung eines Kongress-Besuchers zu schreiben – und wie man diese erfüllen oder enttäuschen kann. Diese Beobachtungen stammen von mehreren Kongressen und sagen nicht unbedingt etwas über den Überall App Kongress aus. Wobei ich als Kritikpunkt schon anbringen möchte, dass 800 Euro für 2 Tage leicht übertrieben sind!

1. KEINE Firmenvorstellungen

Jedes Mal, wenn eine Präsentation mit „Wir wurden 1999 in Wien gegründet“ beginnt, möchte ich laut rufen: „Interessiiiiiiiiert keinen!“. Vielleicht mach ich das ab jetzt. Jeder, der eine Präsentation bei einem Kongress als 30 Minuten Werbezeit für sein eigenes Unternehmen sieht, soll bitte zuhause bleiben. Kongress-Besucher wollen etwas Neues lernen, inspiriert und unterhalten werden und mit neuen Ideen und Gedanken aus der Halle gehen. Selbstbeweihräucherung und Vorstellung von Produktfeatures sind fehl am Platz. Wenn Sie Ihr Unternehmen vorstellen und um neue Kunden werben wollen, dann mieten Sie sich einen Stand für Aussteller, aber missbrauchen Sie nicht die zahlenden Zuhörer als Werbezielgruppe.

2. Umwerfende Keynote

Eine inspirierende, kraftvolle Keynote von einem hochkarätigen Vortragenden gibt den Ton für die ganze Veranstaltung an und elektrisiert das Publikum. Außerdem bringt sie nochmal alle Anwesenden ungefähr auf denselben Wissensstand und klärt die Erwartungen für den kommenden Tag.

überall app congress

 

3. Keine konkurrierenden Sessions

Es ist schade, wenn zwei oder mehr sehenswerte Sessions zur selben Zeit parallel laufen. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin da sehr entscheidungsschwach! Und sitze ich erst mal im gewählten Vortrag, frage ich mich ständig, ob der andere besser ist und ich dort was verpasse. Ein Dilemma!

4. Deppensichere Kommunikation

Für alle, die das Programmheft nicht religiös studieren, erwarte ich mir eine klare und idiotensichere Kommunikation des Ablaufs übers Mikro: Das WLAN-Passwort ist X. Mittagessen gibt es dort. Die Fotos der Veranstaltung werden hier zu sehen sein. Dazu gehören im Vorfeld auch Infos über Parkmöglichkeiten / Öffis / Hotels etc. Ein Kongress ist an sich schon sehr zeitaufwändig, da möchte ich nicht auch noch alles ewig selbst recherchieren müssen. Bitte auf die Nase binden!

überall app kongress programm

 

5. Durchdachte Räumlichkeiten

Beim Überall App Kongress fanden 3 Sessions gleichzeitig nebeneinander in einer großen Halle statt. Dazwischen befanden sich Messestände, Kaffeetische, Tischfußball-Inseln, die Food Trucks und allerlei andere Lärmquellen. Das war auf die Dauer anstrengend und stellte eine unangenehme Geräuschkulisse dar. Trennwände oder ein anderer Aufbau wären schön gewesen!

6. Ausfallsicheres WLAN

Eine zuverlässige Internetverbindung muss einfach gegeben sein, vor allem auf Digital- oder Tech-Konferenzen. Nebenbei arbeiten, twittern und bloggen gehört schließlich für viele zu einem Kongress dazu! Beim Überall App Kongress gab es eine coole runde Workstation, die einen vom Geschehen in der Halle abschottete, und viele schicke Sofas und Sitzmöglichkeiten. So mag ich das!

7. Steckdosen und Lademöglichkeiten

Von dem vielen Bloggen und Twittern geht den Geräten schnell mal der Saft aus. Deswegen ist es sehr hilfreich, wenn es Ladestationen oder solche Steckdosenleisten-Dinger gibt. In der Marx-Halle gab es eine sehr schlaue Lösung dafür: Versperrbare Mini-Spinds mit integriertem Ladekabel!

Kongress Ladestation

 

8. Gutes Essen!

Ob Kaffee, Energydrinks und Wasser, Snacks für zwischendurch oder ein stärkendes Mittagessen: Mir ist die Verpflegung bei Kongressen sehr wichtig! Beim Überall App Kongress gab es nichts zu meckern: Nespresso, Römerquelle, all i need, Resch & Frisch, MoniCar, Rita bringt’s, ein Hot Dog Truck und die WrapStars sorgten für das leibliche Wohl der Gäste. Bei der Afterparty gab es Pizza und Bier von Chaya Fuera.

9. NEUE Inputs

Wenn ein Speaker extra aus den USA eingeflogen wird und mir dann erzählt, dass LinkedIn gut für den Aufbau von Business-Kontakten ist, dann greife ich mir schon an den Kopf. Bei einem Kongress ist davon auszugehen, dass das Publikum zumindest über umfangreiches Basiswissen verfügt. Auch in Österreich! Der Promi-Faktor alleine reicht nicht – dieser Promi muss dann schon auch etwas Interessantes und Neues zu erzählen haben.

10. Präsentationen zum Download

Ich finde, es sollte selbstverständlich sein, dass die Folien nach dem Kongress den Teilnehmern zugänglich gemacht werden. Schließlich haben sie für dieses Wissen bezahlt und konnten auch nicht alle Sessions gleichzeitig besuchen.

11. KEINE Firmenvorstellungen!

Nochmal! Ich werde unflätige Zwischenrufe tätigen, wenn das wieder vorkommt!

Fotos: Heisenberg Media, Neil Schaeffer auf Instagram

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6 Antworten

  1. Das musste raus! 😉 Das vegane Zeug war aber überraschend g’schmackig! Die Hot Dogs hab ich leider nicht probiert bzw. zu spät mitbekommen, dass es auch Fleisch gibt 😀

  2. Bin erst jetzt zum Lesen gekommen!
    Ich finde, das hast du wieder prima auf den Punkt gebracht: Nr. 1 und 11 finde ich besonders gut, obwohl du bei allen Punkten absolut Recht hast.

  3. Klasse!! Kann in allem nur zustimmen! Vor allem auch bei der Frage nach Preis:Leistung diese Kongresse. Und im übrigen, wie soll man den „networken“, wenn die Pausen häufig viel zu kurz sind und die Schlangen an den Buffets viel zu lang. Und dann baumelt das Namensschild inzwischen immer häufiger an diesen Werbebändern, so dass man dem Gegenüber erst mal ins Sonnengeflecht greifen müsste, um zu wissen wer da vor einem steht, der einem die Serviette oder den Teller reicht…

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