Lilli Koisser

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Rassismus und kulturelle Aneignung im Yoga-Business – Antonia Reinhard von Yoga als Beruf

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Antonia von „Yoga als Beruf“ ist Yoga-Mentorin und zeigt Yogalehrer*innen, wie sie erfolgreich selbstständig sein können – ohne dabei rassistisch oder problematisch zu sein. Im Interview habe ich sie unter anderem gefragt:

  • Was sind die größten Hürden oder Herausforderungen im Yoga-Business?
  • Darf man mit Yoga Geld verdienen?
  • Aus welchen Gründen ist Yoga politisch?
  • Was sind aktuelle Problematiken in der Yogawelt (z. B. in Bezug auf Rassismus oder Verschwörungserzählungen)?
  • Was ist kulturelle Aneignung und wie lässt sie sich vermeiden?
  • Wie und wo können Yoga-Menschen sich zu diesen Themen weiterbilden?

Du kannst dir die neue Podcast-Folge hier in meinem Blog, auf YouTube, bei Spotify, Apple Podcasts, Audible und Deezer anhören. Das Transkript zum Nachlesen findest du hier.

Transkript der Folge:

Lilli: Hallo und willkommen zu einer neuen Folge im Pyjama-Business-Podcast. Ich spreche heute mit Antonia Reinhard von Yoga als Beruf. Sie ist eine ganz liebe Kundin von mir und inspiriert mich auch total mit dem, was sie macht. Es geht nämlich nicht nur darum, sich ein Yoga-Business aufzubauen, sondern sie positioniert sich auch ganz stark gegen Rassismus und kulturelle Aneignung in der Yoga-Branche. Und über genau das wollen wir heute unter anderem sprechen.

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Hallo Antonia, vielen Dank, dass du heute mit uns über diese schwierigen Themen reden möchtest. Und stelle dich gerne einmal vor. Wer bist du und was macht du?

Antonia: Hallo Lilli, herzlichen Dank für die Einladung.

Lilli: Voll gerne.

Antonia: Ich freue mich wirklich sehr. Ja, ich bin Antonia und arbeite in Berlin meistens komplett online als Yoga-Lehrerin und Mentorin und begleite andere Yoga-Lehrer*innen auf ihrem Weg in ein Online-Business. Sei es noch in der Yoga-Ausbildung, danach oder auch auf dem Weg in die Digitalisierung, was sie sich ganz individuell wünschen.

Lilli: Super. Und wie bist du dazu gekommen? Kannst du uns da so kurz deine eigene Geschichte darlegen?

Antonia: Ja, gerne. Ich unterrichte Yoga seit neun Jahren in Berlin. Und für mich war das ein sehr holpriger Start. Ich habe dann Politikwissenschaften studiert und hatte wirklich wenig Ahnung von Business und habe das mit der Selbstständigkeit, Steuer und so falsch gemacht. Und habe oft in Yoga-Studios oft rumgefragt, ob mir jemand Tipps geben könnte. Ich habe nie welche bekommen und habe immer gedacht, wenn ich das mal alles rausgefunden habe, werde ich damit nicht zurückhaltend sein und diese Informationen auch teilen. Das ist komplett albern.

Und ja, dann ist das über die Jahre immer erfolgreicher geworden. Ich konnte dann mein komplettes Studium dann auch damit finanzieren und hatte total Freude daran. Und dann im Master Soziologie habe ich meine Dozentin gefragt, ob sie sich das in der Profession Soziologie vorstellen könnte, dass ich über Yoga schreibe und forsche. Und dann war sie total begeistert, weil das Feld noch nicht so erforscht ist.

Und das ist ja einer dieser Berufe, die noch ganz am Beginn der Professionalisierung, sowie Coaching, sind. Und dann habe ich eine große Interviewstudie über „wie aus der Tradition Yoga ein moderner Beruf wurde, was die Herausforderungen sind“ verfasst. Genau.

Diese ganzen Dinge. Und ja, dann habe ich anfangen, wiederum das auf Instagram zu teilen. Und daraus ist mein heutiger Beruf dann entstanden.

Lilli: Mega. Deine Zielgruppe sind ja jetzt andere Yoga-Lehrer*innen?

Antonia: Genau.

Lilli: Was sind bei denen so die häufigsten Herausforderungen oder Hürden? Ist das ähnlich wie bei dir? Jetzt Stundensatz? Oder wie komme ich in ein Studio rein? Du siehst da wahrscheinlich ähnliche Probleme wie bei dir damals, oder?

Antonia: Ja. Ich denke, viele Probleme kenne ich selber schon von früher. Die Frage: wo fängt man an zu unterrichten? Was darf ich? Was darf ich nicht? Wie funktioniert das mit den Steuern und Finanzen? Wie mache ich mich sichtbar? Wie kommen die Yoga-Schüler*innen zu mir? Und ganz oft ist es aber auch so, dass es sich so ein bisschen zu widersprechen scheint, dass das man das Yoga nicht so vermarkten und damit auch kein Geld verdienen darf.

Und dann kommt es natürlich zu diesen typischen Existenzproblemen. Dann macht man die 90-Minuten-Klasse für 20 Euro und dann immer jeden Abend unter der Woche. Und dann hat man irgendwie keine Freizeit mehr. Man hat aber irgendwie auch kein Geld.

Genau, und dann erarbeiten wir gemeinsam irgendwie auch nachhaltigere Konzepte für die individuellen Yoga-Lehrer*innen, sodass sie da auch zufrieden davon leben können und sich nicht so ausbrennen. Weil auch Burnout ist in der Yoga-Lehrer*innen-Szene nicht so selten. Man möchte immer so viel geben und Yoga ist sowas intrinsisch Gutes. Und dann kommt es leicht dazu. Ja.

Lilli: Darf man mit Yoga Geld verdienen?

Antonia: Du stellst die besten Fragen. Ich denke, dass es heutzutage nicht mehr ganz zu trennen ist. Yoga ist ein Beruf geworden. Und man muss als Yoga-Lehrer*in Geld verdienen, außer man hat irgendein großes Erbe und kann einfach geben.

Man kann auch Geld mit Yoga verdienen, ohne die Kultur komplett zu ruinieren und sich anzueignen, indem man sich über viele Dinge informiert. Das werden wir bestimmt später auch noch besprechen.

Und ich glaube, dass es besser ist, wenn man das mit so einer gegenseitigen Wertschätzung macht. Wertschätzung gegenüber der eigenen Energie, der Vorstellung des Lebens und Wertschätzung gegenüber der Kultur, sodass man auch den Yoga-Schülern und Schülerinnen mehr geben kann, wenn man gut auf sich selbst achtet und, genau, für sich sorgt. Deswegen. Und Geld gehört nun mal auch dazu.

Lilli: Du sprichst ja auch oft so über die Bedeutung von Yoga, wo das herkommt, was das eigentlich meint oder so das Ziel von Yoga ist, diese ganzen Hintergründe. Kannst du uns da vielleicht mal ein bisschen mitreinnehmen?

Was ist Yoga eigentlich? Es ist ja mehr als nur die Bewegung, wenn ich das richtig verstehe, oder?

Antonia: Ja, absolut. Es gibt im Prinzip acht Pfade im Yoga. Und Asana, die körperliche Betätigung und Haltungen, ist nur eine davon. Dann gibt noch die sieben anderen.

Unter anderem Pranayama, die Atemübungen und dann gibt es noch die Meditation. Und zwei Punkte, die mir ganz besonders wichtig sind, sind auch die Yamas und die Niyamas, die soziale Ethik und auch der soziale Umgang. Das heißt, das sind alles zu gleichen Teilen und gleich wichtige Anteile.

Natürlich passiert der Einstieg in das Yoga oft über die körperliche Ebene. Aber leichte angenehme Bewegungen mit dem Ziel des gesteigerten Wohlbefindens ist nicht Yoga im traditionellen Sinne.

Lilli: Verstehe, ja. Und du hast schon soziale Ethik und Umgang gesagt. Da sind wir dann ja auch bei gesellschaftlichen Themen. Deine Haltung ist ja auch, Yoga ist politisch. Aus welchen Gründen ist das so? Was hat Yoga mit Politik oder Gesellschaft zu tun?

Antonia: Das hat sehr verschiedene Gründe. Und ich glaube, ich werde jetzt einfach mal so einige nennen. In Yoga an sich geht es schon um soziale Gerechtigkeit. Das ist intrinsisch in dieser Kultur und Praxis. Und es ist eine Praxis, die uns bewusster und es natürlich auch immer schwerer macht, die Verhältnisse zu ignorieren.

Natürlich gibt es auch im Yoga Richtungen, wo es dann nur darum geht, nicht mehr über Probleme nachzudenken und alles nur noch mit Licht und Liebe zu betrachten, aber es geht viel um Mitgefühl und Solidarität mit anderen Lebewesen und Gewaltlosigkeit. Und das an sich sind ja schon politische Termini, wenn man so möchte.

Yoga vermittelt grundlegend und an sich schon Werte und Haltungen. Und wenn man das auch authentisch lebt, dann ist Yoga total politisch. Yoga ist auch in der Hinsicht politisch, dass es in der britischen Kolonialzeit, Besatzungszeit, in Indien verboten war.

Darüber habe ich auch in meiner Masterarbeit geschrieben. Es ist sehr schwer, Menschen zu beherrschen, die natürlich vollkommen mit sich im Reinen, ruhig und gelassen sind und auch in Gefangenschaft dann in sich ruhen und meditieren. Und dann haben sie diese Praxis verboten. Sind sicherlich nicht die einzigen Gründe, weil kulturelle Praktiken zu unterdrücken ist immer auch ein Mittel aus der Kolonialzeit gewesen.

Ja, und dann wurde es wieder befreit und ist heute aber vor allem im Westen ein riesiger Markt geworden.

Und es gibt auch einige Forschungen darüber, dass dann der Westen Yoga erst wieder nach Indien zurückgebracht hat und das in Indien teilweise viel weniger verbreitet ist als zum Beispiel in Europa oder in den USA. Und das ist ja auch eine sehr komplizierte und auch politische Komponente. Und ich glaube auch, dass alles politisch ist.

Unsere ganze Existenz und Körper sind politisch. Und wie wir handeln, was wir tun, alles ist politisch. Und das lässt sich nicht voneinander trennen und so auch nicht unsere Arbeit, unser Sein, Tun und, ja, alles was wir machen. Und Yoga gehört auch dazu.

Lilli: Ja, voll. Und du hast jetzt gesagt, der Westen hat sich das dann so ein bisschen zu eigen gemacht. Da sind wir dann, glaube ich, schon bei der kulturellen Aneignung. Hat man vielleicht auch schon mal im Zusammenhang mit Yoga und der ganzen Spiritualitätsszene gehört. Kannst du da kurz erklären, was kulturelle Aneignung ist? Hast du da vielleicht auch Beispiele dafür? Und wie gehst du damit um? Oder wie lässt sich dann in der Praxis vermeiden?

Antonia: Ja, okay. Kulturelle Aneignung ist ein Thema, was in den 80er-Jahren in der Post-Kolonialismus-Kritik erstmal so in der Forschung aufgetreten ist. Und kulturelle Aneignung bedeutet, dass man sich Teile einer Kultur für sich selber aneignet. Das können Rituale, Frisuren, Kleidungsstile und Gegenstände sein. Und das ist im Prinzip eine gewaltvolle Anwendung einer Kultur, um sich selber zu bereichern oder um sich als besonders cool, offen, wie auch immer, darzustellen.

Und natürlich ist es oft oder in den allermeisten Fällen so, wir eignen natürlich Gegenstände, Praktiken et cetera von marginalisierten Gruppen an. Wir greifen uns einen minimalen, kleinen Aspekt daraus, den wir aber jederzeit wieder ablegen können.

Und das ist natürlich nur weißen Menschen möglich. Aber das ist auch das Problematische daran. Und natürlich ist auch problematisch daran, dass Menschen immer wieder viele Wege finden, mit kultureller Aneignung sehr viel Geld zu verdienen.

Und die Menschen, die der Kultur eigen sind, die das nicht können.

Und Beispiele wären zum Beispiel der Begriff Tribe. Genau, das ist ein Begriff aus der indigenen Bevölkerung Nordamerikas.

Oder zum Beispiel wird in der Yoga-Szene ganz viel geräuchert. Das ist eigentlich eine gängige schamanische Praxis. Und dabei werden so große Büsche von weißem Salbei verbrannt und damit soll man dann so die Energien ausräuchern. Und es gibt so einen riesengroßen Boom, dass es zu einer Versorgungsknappheit davon bei der indigenen Bevölkerung kam.

Genau so ist es zum Beispiel mit Edelsteinen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen in irgendwelchen Tagebauten in Indien, Nepal und Bangladesch abgebaut werden. Wirklich absolute Sklavenarbeit, nur damit sich jemand in Deutschland oder in den USA die sich bei Mondschein auf den Tisch legen kann. Es ist wirklich unglaublich.

Und das macht uns nicht zu besseren Menschen, dass wir diese ganzen Dinge besitzen wollen.

Ja, das ist absolut kulturelle Aneignung.

Und es ist so, dass Werte und Bestandteile von anderen Kulturen nicht respektiert werden. Es geht immer nur um einzelne, kleine Dinge, die wir uns rauspicken. Wir wollen vielleicht beim Festival irgendwie unsere Haare auf eine besondere Art und Weise tragen.

Aber natürlich gehen wir nicht mit eingeflochtenen Zöpfen zum Bewerbungsgespräch, weil dann würden wir ja diskriminiert werden. Es geht immer darum, dass man sich den perfekten Moment, wann man so und so sein möchte, aussuchen kann.

Und genau, das forciert natürlich absolut Stereotype und trägt weiter zu der Unterdrückung bei. Das macht eigentlich alles nur noch schlimmer. Und kulturelle Aneignung im Yoga passiert natürlich auch ganz viel.

Vieles ist definitiv unbewusst und zeugt einfach von Unwissen. Und da kann ich mich nicht ausnehmen. Das möchte ich bei diesen ganzen Themen natürlich nicht, weil ich selber in diesem Lernprozess bin, mich weiterbilde, lese, Podcasts höre, Kurse kaufe et cetera.

Dass zum Beispiel mit dem Begriffen Ohm und Namaste überhaupt nicht respektvoll umgegangen wird und sie ganz ungebildet eingesetzt werden. Dass man sich nicht mit den wirklichen Sanskrit-Bedeutungen auseinandersetzt, sondern das einfach sagt und dann auch immer falsch sagt. Und ich persönlich habe irgendwann meinen Yoga-Schülerinnen und Schülern gesagt, in meinem Yoga-Unterricht sagen wir nicht mehr Namaste. Wir sagen einfach Sachen in der Sprache, Deutsch oder Englisch, die wir sprechen. Und dann kann ich auch einfach sagen: danke, dass ihr mit mir praktiziert habt. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend. Ich muss das nicht aneignen. Das macht meine Yoga-Stunde nicht besser und ich bin keine Sanskrit-Gelehrte.

Und wenn, dann könnte ich vielleicht erstmal was dazu lesen oder vielleicht jemanden einladen, der oder die diese Sprache kann und das gut erklären kann. Es gibt eigentlich einfache Möglichkeiten, das auch zu vermeiden.

Und es ist auch so, dass ich als weiße Person mich nicht hinstellen möchte und über kulturelle Aneignung im größeren Maße sprechen würde. Ich würde niemals einen Workshop oder ähnliches zu dem Thema geben, weil das natürlich nicht meine Kultur ist, die in irgendeiner Form angeeignet wird.

Es ist auch ganz wichtig, dann die Plattform für Menschen, deren Kultur angeeignet wird und die auf diesem Feld professionelle Bildungsarbeit leisten, freizugeben. Damit sie auch dafür bezahlt werden, die Anerkennung bekommen und die natürlich auch viel mehr Erfahrung damit haben als ich, die sich alles angelesen hat. Das ist nicht das gleiche.

Lilli: Die davon auch betroffen sind.

Antonia: Ganz genau, ja.

Lilli: Vielen Dank dafür. Wir haben jetzt die kulturelle Aneignung besprochen. Was könnten denn noch Problematiken in der Yoga-Welt sein? Zum Beispiel jetzt in Bezug auf Rassismus.

Antonia: Ja, die Probleme in der Yoga-Welt sind so zahlreich, dass ich vorhin erstmal überlegen musste, wo ich überhaupt

Lilli: Ja, klar.

Antonia: anfange. Es geht wirklich von Guru-Mentalität über irgendwie toxische Dankbarkeit, dieses ganze White-Washing von der Wellnessindustrie. Das ist wirklich schlimmes, verletzendes und diskriminierendes esoterisches Denken, Rassismus, Ausgrenzung.

Die allermeisten Menschen werden, wenn sie sich Yoga in ihrem Kopf kurz vorstellen, an eine weiße Frau in engen bunten Yoga-Leggings denken. Und das ist die Folge von der kapitalistischen Ausbeutung dieser Tradition. Ja. Und das ist unglaublich problematisch, dass die kulturellen Hintergründe überhaupt nicht mehr gewahrt werden.

Und es das eine ist, die Sprache ist natürlich irgendwie das einzige.

Aber das andere ist auch, dass Yoga dann vielleicht für andere Menschen überhaupt keinen sicheren Raum darstellt.

 Für Menschen, deren Körper oder kultureller Hintergrund nicht in die Norm passt, die vielleicht einer anderen Religion zugehören, weil Yoga eigentlich im ursprünglichsten Sinne wirklich Einheit bedeutet und andere Menschen nicht ausschließen sollte.

Und gleichzeitig gibt es im westlichen Yoga teilweise die Idee, das „traditionell“ halten zu müssen, was auch total ausgrenzend ist, weil eigentlich eine Diversifizierung der Praxis viel mehr Menschen einschließen würde. Und das ist natürlich ein Unterdrückungsmechanismus zu sagen: es muss irgendwie die und die Form und die und die Abfolge von Yoga sein und wer das nicht kann, kann kein Yoga machen.

Und das haben garantiert alle, die schon länger Yoga praktizieren, schon mal irgendwo gehört. Ja. Das ist ganz schwierig.

Und andere Sachen, die auch noch schwierig sind, ist, dass man natürlich einen Yoga-Schüler oder Schülerin in der Yoga-Praxis und Meditation in einem sehr vulnerablen Moment erwischen kann und dann auch viele Dinge sagen oder in den Kopf setzen kann, die toxisch sein könnten.

Toxische Dankbarkeit, man muss ja dankbar sein oder alles passiert ja mit einem guten Grund.

Das sind alles so Dinge, die wirklich auch nachhaltig traumatisierend für Menschen sein können.

Und oft sieht man die Yoga-Lehrerin oder den Lehrer auch in so einer höheren Position, schaut irgendwie zu ihm oder ihr auf. Und da liegt eine Macht, mit der man lernen muss umzugehen, dass man nicht sagt, ich weiß alles, ich kann alles, ich kann dir auf jeden Fall helfen.

Wenn ein Mensch eine Therapie braucht, dann braucht er nicht Yoga, sondern eine Therapie. Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Und dann sollten wir die Person auch nicht davon abbringen und sagen: wenn man genug meditiert, dann wird das auch helfen. Das ist einfach nicht die Wahrheit.

Und ja, auf gar keinen Fall nur. Es gibt wirklich super viel Diversität in der Art und Weise, Yoga zu praktizieren. Aber es gibt teilweise in der Yoga-Welt auch ein sehr esoterisches Denken. Und damit geht auch so eine Überheblichkeit einher. Ich weiß Dinge besser, weil ich habe das und das gelesen, von einem Lehrer gegeben bekommen oder noch schlimmer, ich habe es gechannelt, was auch immer man sich darunter vorstellen kann. Und mit dieser Esoterik geht einher, dass man glaubt, dass Menschen unterschiedlich weit entwickelt auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen sind.

Das gibt es ja auch immer wieder, dass man sagt, so Verschwörungsnarrative dahingehend: ja, Menschen in Asien sind ja so und so anders entwickelt, deswegen lassen sie sich leichter manipulieren und so schlimme faschistische Verschwörungsnarrative. Und dass es Menschen gibt, die die Wahrheit sehen und Menschen, die die Wahrheit nicht sehen können. Und dann immer dieses Gefälle zwischen Lehrer*in und Schüler*in. Und das ist ja auch nicht als eine Einheit gesehen.

Es ist super kompliziert und man sollte das seinen Schüler*innen gegenüber auch immer so kommunizieren, dass man selber als Lehrer oder Lehrerin auf dem Weg oder immer zu gleichen Teilen Lehrer*in wie Schüler*in ist. Der Weg geht irgendwie immer weiter. Im Yoga kann man tatsächlich nicht auslernen. Das kann nicht passieren.

Und viele wissen es vielleicht so von irgendwelchen Netflix-Dokus, die echt auch gut sind, dass es im Yoga auch eine gefährliche Guru-Mentalität gibt, der man irgendwie zum Opfer fallen kann. Und das kann im ganz Kleinen sein, dass man einfach über „meine Lehrer*in hat gesagt und was sie sagt, ist immer richtig“ bis zu wirklich Menschen, die ihr ganzes Leben umkrempeln, Kontakte zu ihren Familien abbrechen und einen Guru irgendwohin folgen.

Und, ja, die Begriffe Guru, Guruji werden oft auch inflationär benutzt, absolut kulturelle Aneignung. Niemand, der hier geboren ist, ist ein Guru. Das ist einfach nicht der Fall.

Ja, das Feld der Probleme ist leider riesengroß. Ich hoffe, ich habe einen kleinen Überblick gegeben. Wir können auch gerne über einzelne Dinge nochmal sprechen.

Lilli: Da sind wir dann schon bei so Sektenmentalität fast, oder? Und ich sehe auch ganz viele Parallelen zur Coaching-Welt, Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität, auch Online-Business in gewissen Teilen, gerade dieses Manifestieren, Meditieren, toxische Dankbarkeit, Licht und Liebe und so, das hängt irgendwie alles so ein bisschen zusammen.

Antonia: Naja, klar. Wenn man sich auf diesen Weg mit der Persönlichkeitsentwicklung begibt, dann kommt man irgendwie auch am Yoga und an dieser Spiritualität nicht vorbei.

Lilli: Voll.

Antonia: Eine Sache, die ich unbedingt noch sagen wollte, ist, dass im Yoga auch ganz oft das riesengroße Geschlechterspektrum ignoriert wird.

Es geht immer um männliche und weibliche Energien und weibliches und männliches Marketing und bla, bla, bla. Und da entsteht diese Illusion, dass es eine Dualität gibt. Es gibt Männer und Frauen.

Ja, und das ist dann auch so weitgehend, dass sich Frauen in dieser Yoga-Spiritualitätswelt nicht als Feministinnen bezeichnen wollen, weil sie ja nicht pauschal irgendwie abgestempelt werden wollen oder auch nicht alle Männer schlecht reden. Not all men, bla, bla, bla. Super problematisch.

Und ja, da muss man auch Abstand davon nehmen, dass Yoga vor 3000 Jahren in einer ganz anderen Gesellschaft stattgefunden hat als Yoga heute stattfindet und sich das weiterentwickelt.

Und dass heute auch in traditionellen Seek-Communities in Indien sich für die LGBTQIA+-Szene eingesetzt wird. Das ist nicht mehr wie vor 3000 Jahren. Und daran brauchen wir auch nicht festzuhalten, weil die Dinge haben sich nun mal geändert.

Die Dinge haben sich wahrscheinlich nicht geändert, aber unser Wissen darüber hat sich geändert und das Verhalten angepasst.

Lilli: Voll. Und viele Dinge sind jetzt auch einfach sichtbarer als früher.

Antonia: Ganz genau.

Lilli: Das heißt, Yoga ist in vielen Aspekten noch nicht so ganz in 2021 angekommen, oder?

Antonia: Ja, nein, absolut nicht. Ganz schwierig. Und es fehlt auch ganz oft der Wille dahinter, die Dinge zu ändern, weil Yoga war für viele immer so dieser schöne weiße Raum, wo man diese Bubble hatte, alle haben teure Leggings, alle haben sich immer so gut gefühlt, die Muskeln sind gewachsen und der Bauch ist so straff geworden.

Und jetzt kommen da auf einmal so Yoga-Lehrer*innen daher und wollen einem das wegnehmen und sagen auf einmal, man soll das politisieren.

Das ist, glaube ich, für viele schwer, diese Ignoranz abzulegen, weil Yoga dann nicht mehr dieser Wellnessraum ist, in dem man sich verstecken und verkriechen kann.

Lilli: Ja, mit seinen Privilegien.

Antonia: Ja, genau. Man muss anfangen, seine Privilegien zu hinterfragen, sie abzulegen, den Raum für andere Menschen zu öffnen, vielleicht auch mal die Bühne freizugeben.

Vielleicht ist man auf einmal nicht mehr die Expertin für alles, sondern muss dann Gäst*innen einladen. Und das fällt leider vielen Menschen echt schwer.

Lilli: Voll, ja. Und welche Parallelen hast du da zur Corona-Krise gesehen? Weil du hast vorher schon so Verschwörungserzählungen angesprochen und mit Licht und Liebe kann man ja alles heilen und so.

Ist dir das im letzten Jahr, eineinhalb Jahren auch aufgefallen, dass diese Szene dann auch für so Wissenschaftsverleugnung, der Körper kann sich ja eh selber heilen et cetera geprimed ist?

Antonia: Ja, absolut. Ich habe da auch in meiner Blase gelebt und gedacht: nein, das sind ja meine Leute und das wäre ganz anders.

Und ja, das war echt hart, das letzten Sommer so zu realisieren, wie nahe die Yoga-Szene doch an den Verschwörungsnarrativen dran ist und dass es doch Menschen gibt, die ich kenne, die einfach neben Nazis marschieren, das überhaupt nicht problematisch finden, dann von Licht und Liebe schwafeln und das dann natürlich auch in ihrem Yoga-Unterricht hineintragen und vielleicht Menschen, die aus irgendwelchen vulnerablen Gründen zum Yoga kommen, vielleicht Halt suchen, irgendwie in einer schwierigen Lebensphase sind, dann natürlich damit auch total beeinflussen können.

Ich denke, dass die Yoga-Szene besonders anfällig auch dafür ist. Und es muss nicht stimmen und auch nicht der einzige Grund sein, aber dass Menschen oft in Umbruchphasen dazu finden und dann natürlich auch sehr offen für Dinge sind, sich weiterzuentwickeln oder andere Gedanken anzunehmen und Menschen zu folgen, die irgendwie sehr einfache Antworten auf sehr komplexe Fragen haben. Und da gehören Verschwörungsnarrative natürlich dazu.

Es gibt immer ein ganz klares Feindbild und ganz klare Handlungsanweisungen. Und die Dinge werden viel einfacher dargestellt, als sie sind. Nicht impfen und dies und jenes nicht und dann gehörst du mit zu der erlesenen Gruppe. Und das und das ist böse. Und viele Dinge sind einfach so flach, dass man mit gesundem Menschenverstand gar nicht geglaubt hätte, dass Menschen, die man selber kennt und schätzt, dem auch verfallen würden.

Ich denke, das ist auch das Schockierende daran. Und da bin ich auch von vielen Yoga-Studios, Magazinen et cetera auch sehr enttäuscht, dass sie sich anscheinend nicht trauen, da wirklich mal Stellung zu beziehen, aus Angst, natürlich Leserschaft und Kund*innen zu verlieren.

Und das ist natürlich wieder nur möglich, weil es als weißer Mensch möglich ist, unpolitisch zu sein, wenn man das möchte. Das ist die einzige Art zu existieren, ohne politisch zu sein, weißer Hetero-Mensch.

Und das enttäuscht mich auch, dass man so absolut die Privilegien nicht teilen möchte, um anderen Leuten ein besseres Leben zu verschaffen.

Lilli: Das ist so ein richtiges Pulverfass, oder?

Antonia: Ja, es ist ein absolutes Pulverfass und absolut vielschichtig, problematisch und auch ein sensibles Thema, weil natürlich, ich habe das auch immer noch, dass ich Menschen treffe, die ich lange nicht gesehen habe und ich frage mich: wie steht diese Person wohl zu den Dingen?

Weil Vorannahmen darüber, wie irgendjemand aus der Yoga-Szene denkt, mache ich schon lange nicht mehr. Da bin ich auch in meiner eigenen Coaching-Erfahrung, auch von Menschen, die in meine Programme rein wollten, schon wirklich zu oft enttäuscht worden, wobei ich da jetzt vorher immer einen kleinen Check-up mache, damit das nicht mehr passiert. Und ja.

Und halte selber immer mein Schild vor dem Yoga-Unterricht hoch, dass die Menschen bei mir auch nicht willkommen sind. Ich werde mit meinem Yoga-Unterricht ja nicht die Menschen von einer anderen politischen Einstellung überzeugen. Das maße ich mir nicht an.

Und ich möchte den Raum für sie nicht halten. Ja.

Lilli: Da hast du jetzt eh schon einige Punkte genannt, wie du dich ganz klar positionierst. Fallen dir da vielleicht noch ein paar Punkte ein? Erstens, wie man sich zu dem Thema weiterbilden kann? Und zweitens, wie man dann auch wirklich den Schritt gehen kann und sagen kann: das ist nicht meine Art von Yoga und Spiritualität und ich grenze mich da jetzt wirklich ganz klar ab?

Ich glaube, es ist für viele ein Mut-Thema, auch ein Thema von „ich weiß noch nicht genug, ich habe noch nicht genug Argumente oder ich kann noch nicht alles benennen, warum das jetzt problematisch ist, aber irgendwie fühle ich so einen Widerstand dagegen.“

Antonia: Ja, super Frage. Ich denke immer, meine Yoga-Praxis gibt mir so viel Kraft, dass ich das schaffe. Natürlich bekommt man viel Gegenwind. Aber das ist die Sache ja absolut wert. Und die Yoga-Praxis kann einem dafür sensibilisieren und gibt so viel zurück. Man kann da auch mit denselben Mantren arbeiten, wie man auch Licht und Liebe arbeiten würde.

Man kann auch sagen, dass die Yoga-Praxis einem Kraft gibt, da einen Tag sich gegen rechts positionieren, wenn man das möchte. Und das ist definitiv auch Teil meiner eigenen Praxis, weil es natürlich schwer ist, da ständig angegriffen zu werden und die Angst nicht gebucht zu werden.

Wobei ich überhaupt nicht die Erfahrung gemacht habe.

Und das würde ich wirklich auch allen Yoga-Lehrer*innen mitgeben. Positioniert euch lieber klarer, als euch nicht zu positionieren, weil es gibt da draußen so viele Yoga-Schüler*innen, denen das auch wichtig ist.

Und die würden euch dann eher buchen als jemanden, der sich nicht positioniert, wo man sich nicht ganz sicher sein kann, wie die Person zu den Dingen steht.

Lilli: Voll.

Antonia: Und wenn man sich nicht sicher ist, und wir werden uns nie in allen Dingen sicher sein, dann kann man das ja auch kommunizieren. Es ist auch immer die Erwartung an einem selber, die man hat, dass man alles wissen und für alles die perfekte Meinung haben muss.

Einfach sagen: ich lerne gerade zu dem und dem Thema. Was ich bis jetzt weiß, ist das und das. Und wenn ich mehr weiß, dann werde ich es mit euch teilen.

Und so mache ich es zum Beispiel auch im Yoga-Unterricht. Wenn ich was Neues gelernt habe, dann teile ich es mit den Yoga-Schüler*innen und sage: ab jetzt machen wir es nicht mehr so und so, sondern anders. Und ich habe im Yoga-Unterricht noch nie erlebt, dass die Leute das dann irgendwie blöd fanden. Es ist auch eher Interesse gewachsen und wir wachsen gemeinsam.

Und zu dem Themen weiterbilden, meine allergrößte Empfehlung ist Susanna Barkataki. Die ist eine Autorin, Aktivistin, Yoga-Lehrerin und hat ihren gleichnamigen Instagram-Kanal. Sie hat einen Onlinekurs für Yoga-Lehrer*innen tatsächlich zum Thema. Und genau, hat auch ein gutes Buch geschrieben. Und sie war auch, das muss schon länger her sein, ich glaube, vor zwei Jahren, aber findet das ja alles, im Yoga-Girl-Podcast. Sie hat da ein sehr ernsthaftes Gespräch mit Rachel Brathen auch darüber geführt.

Genauso war Rachel Cargle einmal im Yoga-Girl-Podcast. Ich finde, gerade für unsere Arbeit als Yoga-Lehrer*innen sind diese wirklich spezifischen Unterhaltungen sehr gut.

Und dann gibt es natürlich die Shantifa-Organisation „Yogis gegen rechts“. Die sind auf Instagram aktiv und auf Facebook noch aktiver. Und haben dort eine geschlossene Facebook-Gruppe, wo man wahnsinnig viele Informationen findet. Die teilen auch immer wieder Leselisten. Man kann sich austauschen, es gibt Veranstaltungen und so weiter. Im deutschsprachigen Raum tatsächlich nicht so viel, wird aber mehr. Genau, im amerikanischen Raum findet man ganz viel.

Und womit man sich auch auf jeden Fall noch befassen kann, ist mit Critical Awareness. Den Begriff kann man einfach mal googeln. Dass man versucht, eine kritische innere Haltung trotzdem mit so einem Selfcare zu verbinden, ja. Und das kann ich auf jeden Fall auch empfehlen.

Und ich finde, es ist einerseits schmerzhaft, dann zu sagen, das was ich in der Yoga-Ausbildung gelernt habe, ist jetzt nicht mehr aktuell, das stimmt nicht mehr und ich bin weitergegangen.

Und gleichzeitig ist das ja auch der yogische Weg zu sagen: ich entwickle mich immer weiter. Der Weg des Yogis geht ja wie der Lotus durch den Schlamm, das schlammige Wasser und dann nach oben. Wir müssen immer durch den Schlamm gehen. Es gibt gar keinen anderen Weg. Wir müssen diese Veränderungen mitmachen.

Und es werden in den nächsten Jahren noch so viele kommen. Wir können uns lieber einfach daran gewöhnen, dass Veränderungen da ganz normal sind, Und die Yoga-Praxis muss ja nicht statisch sein.

Lilli: Ich finde das auch so wichtig für das Business. Einfach dieses: ich darf Fehler machen, meine Meinung ändern, wenn ich was Neues dazu gelernt habe, das ist ein Zeichen von Intelligenz, mich weiterentwickeln, dazu lernen. Du hast ja auch diesen Business-Aspekt. Und ich finde, das gilt für beide genauso. Ist voll spannend.

Antonia: Ja, ich sehe auch ganz viele Parallelen, ja.

Lilli: Ja, voll.

Antonia: Es ist die Frage der inneren Einstellung. Bin ich bereit, nach draußen zu gehen, Fehler zu machen und meine Meinung zu sagen? Wenn ich dafür nicht bereit bin, dann bin ich auch nicht bereit dafür, ein Business aufzubauen. Weil das geht nicht ohne zeigen, wer wir sind.

Lilli: Ja, voll gut. Stimmt, ja.

Antonia: Das ist echt spannend. Und man kann das üben und dann wird man besser. Und man kann sich auch einfach entschuldigen und sagen: ich habe einen Fehler gemacht. Und man kann auch einfach sagen: ich weiß nicht genug zu dem Thema und deswegen muss ich mir erst meine Meinung bilden.

Aber einfach immer pauschal zu sagen: ja, impfen ist nicht gut, weil macht Männer unfruchtbar oder Fluorid-Zahnpasta ist schlecht und Kinderimpfen macht Kinder autistisch. Es gibt wirklich die schlimmsten Dinge.

Und ich glaube, wenn man einfach mal so für sich recherchieren würde und vielleicht auch nicht unbedingt auf YouTube oder einfach mal zu Ärzten gehen und Experten fragen würde, dann würde man vielleicht diese ganzen vorgefertigten Meinungen auch so langsam ablegen.

Und genauso ist es im Yoga.

Anstatt einfach alles zu glauben, was die eine Ausbildung gesagt hat, könnte man ja auch Seminare besuchen, Bücher lesen und dann würde sich der Horizont wahnsinnig erweitern. Aber irgendwie ist es in der Yoga-Welt ganz oft mit dieser einen Ausbildung getan, dann ist man die Yoga-Lehrer*in und dann weiß man, was man weiß. Und auch wenn es nicht viel ist. Ja, ganz schlimm.

Lilli: Es wird nicht mehr hinterfragt.

Antonia: Ja, genau. Das ist daran so problematisch.

Lilli: Ich wollte noch zu dem, was du vorher gesagt hast, ergänzen, dass ich genau dieselbe Erfahrung gemacht habe.

Seit ich mich wirklich so stark positioniere und meine Meinung sage, wächst sowohl die Community als auch die Umsätze. Ich glaube, viele Leute haben Angst davor, dass sie dann negative Auswirkungen bei sich selbst und im eigenen Business spüren.

Aber ich habe eigentlich wirklich die Erfahrung gemacht, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

Und ich bekomme auch so viel positives Feedback, dass die Leute sagen: danke, dass du die Sachen ansprichst, klare Worte findest. Gerade deswegen möchte ich jetzt mit dir zusammenarbeiten. Und das sind ja dann auch die Leute, mit denen wir auch zusammenarbeiten wollen und denen wir helfen und für die wir den Raum halten wollen.

Antonia: Absolut. Das ist ja auch der Grund, warum ich dich überhaupt gefunden habe. Ich habe nach einer Businesscoach*in herumgefragt, die sich aber politisch positioniert. Und da gibt es nicht so viele. Und dann kommt man irgendwann zwangsläufig auf dich.

Lilli: Ich kann mich auch noch erinnern, bei unserem Erstgespräch hast du wirklich dezidiert gefragt: sind eh keine Corona-Leugner*innen in der Mastermind? Und das war für mich auch wirklich ein Aha-Moment, dass ich gemerkt habe, okay, meine Zielgruppe fragt wirklich aktiv danach: wem kann ich noch vertrauen? Ja, oder wer ist ähnlich wie ich eingestellt?

Und nicht, dass ich dann da irgendwo investiere und plötzlich kommen dann wieder dieselben Sprüche und problematischen

Antonia: Ganz genau.

Das wäre wirklich das Schlimmste, sich dann drei Monate damit auseinanderzusetzen.

Lilli: Voll.

Antonia: Ja, genau. Hättest du gesagt, du weißt es nicht, dann hätte ich es nicht gebucht. Aber ich wusste ja, du positionierst dich, es steht fett auf deiner Website. Ja.

Lilli: Ja, das ist am Ende auch mein Ziel, dass ich nur diese Leute zusammenbringe und dann, ja.

Antonia: Muss ich auch sagen, diesen Austausch mit anderen Frauen, die auch einen Business-Hintergrund haben, aber alle auf ihre Art und Weise auch dieses werteorientierte Business führen oder führen wollen, habe ich so genossen. Und so ein wirklich tiefgehender Austausch. Ich glaube, das hat uns alle total weitergebracht.

Lilli: Ja, mich genauso.

Antonia: Ja. Es geht ja nicht nur um Funnel und Marketing, sondern auch um diese ganzen anderen Aspekte. Wer wollen wir sein? Wenn so viele Menschen unsere Angebote kaufen, dann ist das ja auch eine wahnsinnige gesellschaftliche Verantwortung.

Lilli: Voll.

Antonia: Ja.

Lilli: Da finde ich auch, dass jede Person, die irgendeine Reichweite online hat, sich auch fragen darf: wozu nutze ich diese Reichweite? Nutze ich es nur für mein eigenes Bankkonto und meinen eigenen Umsatz? Oder kann ich es vielleicht auch nicht einsetzen, um Themen anzusprechen oder anderen Personen und vor allem Betroffenen eine Bühne zu geben?

Antonia: Ja.

Lilli: Nicht nur mir selbst immer das Mikro in die Hand drücken.

Antonia: Voll. Und man muss sich immer fragen, wenn sich jemand überhaupt nicht positionieren möchte oder sagt: naja, impfen ist ja eine persönliche medizinische Entscheidung, was steht denn dahinter? Was sind die Intentionen dieser Person? Warum kann man nicht einfach sagen, was man denkt?

Lilli: Oft ist es dann ja nur das Erhalten der eigenen Privilegien, weil man Angst hat, dann Leute abzustoßen, die vielleicht gegen das Impfen sind.

Antonia: Ja, genau.

Lilli: Und das muss man irgendwo hinter sich lassen und sagen: ich zentriere mich jetzt hier nicht selbst, sondern es geht um was Größeres als nur mich selbst und mein Business.

Antonia: Ja, absolut.

Lilli: Das hat mich jetzt mega weitergebracht und ich hoffe, unsere Zuhörer*innen auch. Da waren ganz viele Themen und Punkte dabei, auf denen ich gerne noch weiter rumdenken und mich auch dazu weiterbilden möchte.

Ich habe auch die Linktipps aufgeschrieben, die verlinken wir dann in den Shownotes.

Wenn du noch irgendwelche Büchertipps, Account-Empfehlungen oder so hast, können wir die auch gerne noch hinzufügen. Und zum Abschluss noch die Frage, was du anbietest und wo wir mehr über dich finden können?

Antonia: Gerne. Seit ich mit dir zusammengearbeitet habe, hat sich meine Produktpalette erweitert. Da habe ich sehr viele tolle Anstöße bekommen. Ich habe zwei Freebies, ein Yoga-Business-Workbook, wo man sich seine Positionierung, Zielgruppe im Business selber erarbeiten und einen aktiven Instagram-Account aufbauen kann.

Dann gibt es monatliche Workshops. Entweder zum Thema Selbstständigkeit, den ganzen Steuer- und Papierkram oder zum Thema Social Media.

Ab September wird die Beta-Runde vom ersten Onlinekurs starten. Genau, mein Hauptangebot ist ein dreimonatiges Mentoring-Programm, in dem man eins zu eins mit mir arbeitet. Und man findet alles auf www.antoniareinhard.de oder unter @yogaalsberuf.

Lilli: Website und Instagram.

Antonia: Das sind so die Hauptkanäle, genau. Die anderen Kanäle haben wir auch. Ach genau, ich habe auch einen kostenlosen Podcast. Da ist auch ein tolles Interview mit dir.

Lilli: Dankeschön. Der heißt auch Yoga als Beruf, oder?

Antonia: Der heißt Yoga als Beruf, genau. Ganz einfach zu finden. Genau, ja.

Lilli: Perfekt.

Antonia: Und da geht es auch um Yoga-Business-Aufbau und diese anderen Themen, die da noch dazu gehören wie zum Beispiel auch politische Themen.

Lilli: Cool. Antonia, vielen Dank für deine Zeit, deine Inputs und auch dein ganzes Wirken. Wie du gesagt hast, im deutschsprachigen Raum gibt es noch nicht so viele Menschen, die sich wirklich aktiv und dezidiert da über diese Themen aussprechen.

Ich finde, du bist auch so voll eine Vorreiterin. Danke dafür. Und danke für das schöne Interview.

Antonia: Danke für die Einladung, Lilli. Ich freue mich schon sehr, wenn der Podcast rauskommt.

Lilli: Ja, ich mich auch. Dankeschön.

Antonia: Tschüss.

Links: 

Antonias Quellen-Empfehlungen: 

Shantifa – Yogi:nis gegen Rechts – https://www.facebook.com/shantifa.yoga/ 

Antonias Website: https://www.antoniareinhard.de/

Antonia auf Instagram: https://www.instagram.com/yogaalsberuf/ 

Antonias Podcast „Yoga als Beruf“: https://www.antoniareinhard.de/podcast 

Antonias Freebie „20 Content-Ideen für deinen Instagram-Feed“: https://www.antoniareinhard.de/freebie-instagram 

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7 Antworten

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