Lilli Koisser

6-stellig mit eBooks – Foodbloggerin Mia Keller vom Kochkarussell im Interview

Pyjama-Business Podcast Folge 17 6-stellig mit eBooks - Foodbloggerin Mia Keller vom Kochkarussell im Interview

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Mia betreibt den erfolgreichen Food-Blog „Kochkarussell“, mit dem sie über 1 Mio. Seitenaufrufe pro Monat und hunderttausende Follower*innen erreicht. Mit ihren eBooks „Feierabendküche leicht gemacht“ und „Meal Prep leicht gemacht“ konnte sie über 100.000 Euro Jahresumsatz erzielen und eine feste Mitarbeiterin einstellen. Ich frage die liebe Mia im Interview z. B.: 

  • Wie bist du an diesen Punkt gekommen?
  • Wann und warum hast du dich dann entschieden, dein Wissen an andere Blogger*innen weiterzugeben?
  • Was braucht es, um heute einen erfolgreichen Blog aufzubauen und ein Business draus zu machen?
  • Welche Höhen und Tiefen gab es auf deinem eigenen Weg?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
  • Was erlaubst du dir heute, von dem du früher vielleicht dachtest, dass du es nicht „darfst“?
  • Welchen Tipp möchtest du Zuhörer*innen mitgeben, die noch zögern, ein (Blog-)Business zu starten?

Hör jetzt rein und hol dir viele wertvolle Anregungen für dein eigenes Blog- oder Online-Business!

Transkript der Folge:

Lilli: Hallo und schön, dass du wieder bei einer neuen Folge im Pyjama-Business-Podcast dabei bist. Ich habe heute wieder einen ganz lieben Interviewgast für dich mitgebracht. Auf das Interview habe ich mich schon lange gefreut, denn ich bin auch ein großer Fan von ihr.

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Und ja, fast jeden Tag gibt es im Hause Lilli was von Kochkarussell auf den Tisch. Und zwar ist das die Mia Keller von Kochkarussell. Sie betreibt einen sehr erfolgreichen deutschen Foodblog und zeigt auch anderen, wie sie mit einem Blog-Business starten und dann auch tatsächlich davon leben können. Hallo Mia, und vielen Dank für deine Zeit.

Mia: Hallo. Ich freue mich total, dass ich heute bei dir zu Besuch sein darf. Danke dir!

Lilli: Ich mich auch. Ich habe mir gleich eine juicy Frage zum Starten überlegt. Du hast mal in deiner Story geteilt, dass du zum Beispiel eine Million Seitenaufrufe pro Monat mit deinem Foodblog geknackt, eine feste Mitarbeiterin und einen sechsstelligen Jahresumsatz mit deinen eBooks geschafft hast.

Erstmal danke, dass du offen darüber sprichst. Weil ich finde, das zeigt dann anderen immer, was möglich ist. Und das erweitert dann so ein bisschen die Vorstellungskraft oder den Horizont.

Mia: Total.

Lilli: Und jetzt ist natürlich die Frage: wie bist du an diesen Punkt gekommen? Was war so dein Weg von der Gründung des Blogs bis wo du heute stehst?

Mia: Ja. Dazu muss man vielleicht sagen, dass ich schon relativ lange dabei bin. Ich gehöre definitiv zu den Blog-Omas, würde ich sagen. Ich habe 2013 angefangen. Und damals war es so, dass ich schon ein gutes Jahr Ernährungswissenschaften studiert habe.

Und ich weiß heute, dass Essen geil finden nicht der beste Grund ist, um Ernährungswissenschaften zu studieren. Das wusste ich damals nicht. Es ist ein sehr theoretisches Studium. Gerade der Anfang ist super naturwissenschaftlich, viel Physik, Chemie, Biologie.

Und das war zwar auch interessant, aber nicht der Grund, warum ich das machen wollte. Und ich wollte sehr gerne was Praktisches mit Essen machen. Ich habe immer schon gerne geschrieben und habe dann gesagt: okay, dann versuche doch einfach mal dieses Bloggen so als Hobby.

Und habe dann ganz schnell gemerkt, dass es meine große Passion ist und es mir mega viel Spaß macht, Rezepte zu entwickeln, zu schreiben, die Bilder zu bearbeiten, gerade auch in den Austausch zu treten. Das war ja damals noch ganz anders.

Da lief der Austausch ja nicht über Social Media, so wie es heute ganz häufig ist, sondern wirklich über den Blog. Und das hat mir einfach so viel Freude gemacht, dass ich da wahnsinnig viel Zeit reininvestiert habe. Wahrscheinlich viel Zeit, die auch in das Studium stecken hätte können.

Ich habe mich dann aber einfach da drin so komplett reingegeben. Und dadurch, dass es mir so viel Freude gemacht hat und ich wirklich kontinuierlich gepostet habe, so ungefähr zwei neue Rezepte pro Woche, das mache ich heute nicht mehr

Lilli: Wow.

Mia: hat das auch relativ schnell sehr gut funktioniert. Ich hatte viel Resonanz, viele Leute haben kommentiert. Die Seitenaufrufe gingen für damalige Verhältnisse schnell und relativ hoch. Und dadurch sind dann 2015 die ersten Unternehmen auf mich aufmerksam geworden. Ich hatte die ersten so kleinen Kooperationen.

Meine allererste Kooperation hatte ich für zwei Silikonbackformen. Da dachte ich so: wow, wie cool, dass ich überhaupt irgendwas dafür bekommen kann, dass ich hier einfach nur das mache, worauf ich mega Lust habe.

Und dann hat sich das aber über die Zeit immer weiterentwickelt und auch professionalisiert. Und 2017 war das, dass ich dann mit dem Studium durch war, da hatte ich Bachelor, Master Ökotrophologie und Ernährungswissenschaften hinter mir und wusste, ich kann davon jetzt gut leben.

Ich lebe natürlich auch auf einem Studentenniveau und habe jetzt doch andere Ausgaben, als jemand der schon richtig im Berufsleben angekommen ist, sage ich mal. Aber das sind auf jeden Fall so Einnahmen, dass ich damit rechnen kann, dass ich davon auch leben kann, wenn ich das Vollzeit mache.

Und habe dann überlegt: traue ich mich das? Sich aus dem Studium selbstständig machen, nie mal irgendeinen „richtigen“ Job gehabt zu haben, ist schon so eine Sache. Und dann habe ich aber irgendwann gesagt: gibt es irgendwas, auf das ich mehr Lust habe? Das ich lieber möchte?

Wo ich denke, ja, da will ich jetzt gerne nochmal hin, bevor ich mich dann selbstständig mache. Weil das wäre irgendwann gekommen. Und das wusste ich. Und dann habe ich gesagt: nein, gibt es nicht. Ich möchte das eigentlich machen. Warum sollte ich es nicht machen.

Und habe das dann so erstmal meiner Familie erzählt und so im engen Freundeskreis. Und dann, als ich auch für mich Nägel mit Köpfen machen wollte, habe ich gesagt, ich posaune das jetzt einfach in die Welt hinaus. Und dann kann ich auch nicht mehr zurück. Oder ich hätte schon gekonnt, aber wäre ein bisschen schwieriger gewesen.

Und habe mich dann zum 1.1.2018 selbstständig gemacht oder Vollzeit mein Online-Business betrieben. Das war die beste Entscheidung. Gerade der Anfang war schon auch nicht einfach, weil alle, die das Blog-Business kennen, es ist häufig so, dass Januar bis März Saure-Gurken-Zeit ist und das war in dem Jahr auch so.

Und ich habe mir gesagt, dass ich mir drei Monate keine Sorgen um Geld mache, sondern einfach nur Content produziere und das mache, was ich auch am besten kann. Und nur in diesem einen Monat haben sich meine Seitenaufrufe verdoppelt. Damals von 400.000 auf 800.000. Das weiß ich noch.

Das war für mich so heftig, das zu sehen. Und ja, ich glaube, am 28. März hatte ich die erste bezahlte Kooperation in dem Jahr. Ab dann ging es nur noch bergauf. Und heute mache ich das als Online-Business mit einer supertollen Mitarbeiterin. Was vielleicht auch noch wichtig ist zu sagen, ich lebe nicht mehr von Kooperationen.

Ich habe Ende 2018 den Shift gemacht, weil ich nicht von Kooperationspartnern und Auftragsarbeiten abhängig sein wollte und habe gesagt: wie kann ich meiner Community den größtmöglichen Nutzen bieten? Wirklich ein Produkt schaffen, was die supergut finden und ihnen mega hilft, aber mir auch eine bestimmte finanzielle Sicherheit gibt.

Und habe dann gesagt: okay, ich mache ein eBook. Das hatte ich schon mal gemacht, aber nur in einem ganz kleinen Rahmen. Und dachte so, ich probiere das einfach nochmal. Und zu dem Zeitpunkt wusste ich, dass wir in drei Wochen einen Hundewelpen bekommen.

Und ich wusste, wenn ich das jetzt nicht mache, dann mache ich es nie. Und ich hatte schon ein paar Jahre mit dem Gedanken gespielt. Und ich habe dann gesagt, ich ziehe jetzt innerhalb von, weiß nicht, zehn Tagen oder so einen Vorverkauf hoch. Es gab die Idee, dann gab es mich.

Aber das habe ich auch ganz klar kommuniziert. Und für mich selber einfach gesagt, wenn ich 50 Bücher verkaufe, dann mache ich das eBook. Und ja, in dem Vorverkauf habe ich dann über 500 Bücher verkauft und dann verstanden, dann mache ich wohl ein eBook. Und seitdem sind eBook sind meine Passion und die Basis des Unternehmens, ja.

Lilli: War das das „Feierabendküche leicht gemacht“?

Mia: Ja.

Lilli: Ich habe alle deine eBooks.

Mia: Super, gut.

Lilli: Das war total ähnlich wie bei mir. Ich habe auch 2013 angefangen, mich selbstständig gemacht. Und du hast gesagt, die ersten paar Jahre hast du dann eigentlich keine Einnahmen über den Blog generiert.

Mia: Genau.

Lilli: Oder?

Mia: Ja.

Lilli: Und du hast nebenbei studiert, ja. Und eine Ähnlichkeit ist auch, dass ich vorher eins zu eins mit Kund*innen, also Unternehmen, gearbeitet habe, was ja eigentlich ähnlich wie bei dir mit den Kooperationen ist.

Mia: Genau.

Lilli: Wir haben beide den Schritt gemacht, ich möchte eigentlich lieber meine eigenen Angebote anbieten.

Mia: Ja.

Lilli: Spannend, ja. Und wann hast du dich dann entschieden, dass du noch ein zweites Online-Business aufziehst und auch dein Wissen an andere Blogger*innen weiterzugeben?

Mia: Das ist so lustig. Dass es irgendwann mal kommen wird, wusste ich schon vor fünf oder sechs Jahren, weil ich immer schon der kleine Nerd war, der noch immer 700 Artikel zu „wie schreibt man eine perfekte Überschrift?“ gelesen hat. Mich hat das einfach schon immer begeistert.

Ich liebe einfach alles, was mit Online-Marketing zu tun hat und die Dinge immer noch so ein bisschen besser machen, dass sie einfach so sind, dass es wirklich für die Community hilfreich ist. Das ist einfach noch ein bisschen besser. Mir macht das einfach Freude.

Und dass ich dann aber gesagt habe, dass ich mein Wissen an Blogger*innen, vor allem Bloggerinnen, wirklich weitergebe, ist, glaube ich, mit dem Anfang der Vollzeit-Selbstständigkeit gekommen. Einfach, als ich dann auch mehr Zeit hatte.

Davor habe ich immer schon ganz viele Tipps gegeben, aber dass ich dann auch wirklich Coachings zum Thema Bloggen, Blog-Business gegeben habe, das hat 2018 angefangen.

Und dadurch, dass ich durch meine tolle Mitarbeiterin Katja ja jetzt seit Mitte des Jahres dann auch wirklich mehr Zeit hatte, das muss man auch mal sagen, durch das Mehr an Zeit konnten wir das total ausbauen. Seit diesem Jahr versuche ich meine Zeit so einzuteilen, dass ich eine Woche alles fürs Kochkarussell mache und eine Woche alles für Mia Keller, ja.

Lilli: Cool. War das auch, weil dich dann Kolleg*innen gefragt haben, wie das alles bei dir funktioniert? Kannst du mir das auch mal zeigen? Hast du da schon die Nachfrage bemerkt

Mia: Genau.

Lilli: während du den Blog geführt hast?

Mia: Ja, auf jeden Fall. Und das Ding ist, es gibt da auf dem amerikanischen Markt total viel, aber auf dem deutschen Markt sehr wenig. Und ich habe gemerkt, dass viele Sachen, die auf dem amerikanischen Markt total gut funktionieren, im DACH-Markt nicht so gut funktionieren.

Und dass ich aber verstanden habe, ich möchte vor allen Dingen Frauen unterstützen, sich in ihrer Selbstständigkeit so zu positionieren, dass sie wirklich gut davon leben können, mit ihrem Blog-Business wirklich eine gute Basis haben und unabhängig sind.

Das habe ich eigentlich richtig verstanden, als ich mit einer Kollegin gesprochen und darüber nachgedacht habe, wie die Geschlechterverteilung bei uns im Coworking-Space aussieht. Ich sitze nämlich in einem Coworking-Space.

Und damals war das so, dass wir wirklich nur zwei Frauen waren und auch in sehr, sage ich mal, klischeebehafteten Berufen. Weil wenn ich mich vorstelle und sage: hallo, ich bin Mia und ich bin Foodbloggerin, ist das schon so, dass die Leute ein bisschen grinsen.

Und das verstehe ich auch, weil wenn man keine Vorstellung davon hat, was da alles dahintersteckt, dann denkt man das ja durchaus mal, aber es gibt so viele tolle Frauen mit so geilen Ideen. Und wenn man den Weg einmal gegangen ist, dann ist er auch gar nicht mehr so kompliziert.

Und genau dabei möchte ich unterstützen, dass man sich was Eigenes aufbaut und sagen kann: ich suche mir aus, mit wem ich zusammenarbeite.

Das ist für mich ein ganz großer Antreiber, dass meine Ladys das auch wirklich sagen können. Das sie sagen können: das möchte ich und das nicht. Und ich fühle mich frei und bin zufrieden mit dem, was ich mache.

Lilli: Sich auch die Kund*innen und Projekte aussuchen können.

Mia: Voll, ja.

Lilli: Und sind deine Zielgruppe jetzt auch vorwiegend Foodblogger*innen oder generell Leute, die einen Blog haben?

Mia: Das ist ganz spannend. Am Anfang konnte ich mich bei meiner Zielgruppe überhaupt nicht festlegen und hätte am liebsten allen geholfen. Und dann hat sich das immer mehr auf Bloggerinnen und Blogger eingegrenzt. Natürlich sind da viele Foodblogger dabei, einfach weil die mich kennen.

Aber wenn man sich jetzt nur mal anschaut, zum Beispiel mein Insta-Profil, was die Leute so machen, die mir gerade neu folgen, das sind Coaches, Expert*innen und Leute, die ein Online-Business zu den unterschiedlichsten Themen haben.

Das ist inzwischen sehr gemischt, würde ich sagen. Aber meine Kernzielgruppe und die, für die ich den Content erstelle, das sind Blogger*innen, ja.

Lilli: Und die anderen wollen wahrscheinlich deine Online-Marketing-Hacks von dir wissen, oder?

Mia: Ja, und ich glaube auch, das Thema eBooks wird immer präsenter. Ich glaube, ganz lange hatten wir alle im Kopf, eBooks sind diese Kindle-Dinger, 99 Cent und können nichts. Aber dass man sich damit auch wirklich ein Unternehmen aufbauen kann, was ja auch ordentliche Umsätze macht, das kommt so langsam an.

Und das ist aber für viele natürlich total spannend, weil das ja eine Einnahmequelle ist. Die muss man einmal machen. Und natürlich muss man die dann auch noch vermarkten. Aber grundsätzlich ist es jetzt zum Beispiel viel weniger aufwendig als ein Onlinekurs, würde ich jetzt mal behaupten.

Lilli: Ja, voll. Mein allererstes digitales Produkt war auch so ein kleines eBook. Eigentlich war es nur

Mia: Cool.

Lilli: ein Word-Dokument, das ich in ein PDF umgewandelt habe.

Mia: Aber supergut.

Lilli: Ja, aber das hat auch super funktioniert, ja.

Mia: Ja.

Lilli: Und du lebst es ja vor, dass das tatsächlich die Haupteinnahmequelle sein kann.

Mia: Auf jeden Fall.

Lilli: Genau. Du hast vorher schon gesagt, du warst schon immer so von Marketing und die Sachen noch besser machen und so fasziniert. Glaubst du, dass das auch ein großer Faktor war, warum gerade dein Foodblog dann so erfolgreich geworden ist?

Weil du natürlich gute Rezepte, schöne Fotos und alles hast, aber auch dieses Marketing-Wissen einfach dahinter.

Mia: Ich war lange Zeit davon überzeugt, dass es an den Rezepten liegt, dass der Blog so durch die Decke gegangen ist.

Und dann meinte aber irgendwann eine Freundin, was mir vorher gar nicht so klar war, dass es auch ganz stark an der Ansprache liegt, dass man mich so sehr raushört und man, wenn man das liest, ganz genau weiß, das ist Mia, weil ich genauso schreibe, wie ich spreche.

Und das ist, muss man dazu sagen, auch total bewusst. Ich habe es mir antrainiert, so zu schreiben, wie ich spreche. Ich gehe auch später immer nochmal über den Text rüber und gucke. Habe ich zum Beispiel ein bisschen, würde ich „n’ büsschen“ oder einem, daraus mache ich dann „‘nem“ einfach weil ich so auch spreche.

Und genau diese Sprache, Formulierung und Nähe ist, glaube ich, auch sehr entscheidend. Und natürlich auch smarte Anwendung von Marketing-Wissen, Optimierung und immer wieder schauen: okay, was funktioniert und was nicht? Was wollen meine Leute? Und der Fokus auf: was braucht meine Community?

Das ist, glaube ich, immer schon der treibende Faktor nach dieser „okay, ich haue erstmal alles raus, weil ich habe eh noch keine Ahnung“-Phase gewesen. Danach habe ich immer alles darauf ausgerichtet: wie kann ich bestmöglich helfen?

Und ich glaube, das ist auch für jeden, der sich online etwas aufbauen möchte, ist, immer den Fokus darauf zu setzen: wie kann ich bestmöglich helfen? Was brauchen meine Leute? Das ist für mich auf Fall einer der Erfolgsschlüssel, sage ich mal.

Lilli: Ohne das Publikum funktioniert es nicht.

Mia: Total, ja.

Lilli: Und ich habe damals auch gesehen, dass du wirklich auch erstmal eine Umfrage gemacht hast. Was wollt ihr von mir? Wie könnte ich euch helfen? Du hast dir nicht einfach irgendwas im stillen Kämmerlein ausgedacht. Das sage ich auch immer meinen Kund*innen. Sondern fragt die Leute, was die von euch haben wollen.

Du hast dir ja zuerst das Publikum aufgebaut und dann die Marktforschung gemacht, welche Probleme die haben und dann genau die richtige Lösung dafür angeboten, oder?

Mia: Genau. Ich stimme dir da zu 100 Prozent zu. Und ich kann es absolut empfehlen. Weil auch mein erstes eBook „Feierabendküche leicht gemacht“ ist durch das Feedback so viel besser geworden. Und da habe ich so viele Sachen umgesetzt, auf die ich alleine nie gekommen wäre.

Aber dadurch, dass ich einfach gesagt habe, und das ist ein großer Tipp, wenn ihr ein Thema habt, fragt eure Community. Was ist eure größere Herausforderung bei…? Und fügt euer Thema ein.

Und dann könnt ihr nochmal in einer Direktnachricht nachfragen: kannst du mir dazu Feedback geben? Was wäre dir wichtig? Und das ist so ein Game-Changer, weil man einfach so viele tolle Tipps bekommt, auf die man niemals selber gekommen wäre.

Lilli: Und das macht es ja dann auch viel leichter, als wenn man sich alles selbst aus den Fingern saugen muss, oder? Sie sagen dir einfach, was sie haben wollen und du machst es dann.

Mia: Absolut, ja.

Lilli: Und das mit der Sprache ist mir tatsächlich auch bei deinen eBooks aufgefallen. Als ich das erste Mal dieses „büsschen“ gelesen habe, habe ich mir gedacht: darf die denn das? Darf die einfach in ihrem Dialekt schreiben?

Und ich habe mir gedacht: ja, warum nicht? Ist doch voll sympathisch. Und das gibt deinen Texten auch Persönlichkeit und hebt dich von anderen ab.

Mia: Ja, ich kann es auch nachvollziehen. Und das ist ganz lustig. Bei Word gibt es jetzt ja diese Sprachkorrektur, die einem dann sagt, wenn etwas umgangssprachlich ist. Bei meinen Texten wird immer angekringelt. Aber ja, so bin ich.

Lilli: Ja, genau.

Mia: Und zu anderen würde es überhaupt nicht passen. Aber ich spreche so und darum ist es, glaube ich, ganz gut.

Lilli: Aber cool zu wissen, dass du das auch wirklich so bewusst einsetzt, dass du dann in deinen Texten auch so durchklingst. Was glaubst du, braucht es denn heute, um einen erfolgreichen Blog noch aufzubauen und dann auch ein Business draus zu machen?

Mia: Das ist eine supergute Frage. Und ich glaube, die Basis für jedes Blog-Business ist eine gute Community. Und man kann sich darüber jetzt streiten. Man kann auch sagen, du kannst auch ein Produkt machen und es dann mit Ads bewerben.

Aber ich glaube, dass eine gute aktive Community, die deine Inhalte mag, sich dafür interessiert und mit dir interagiert, die Basis für alles ist. Das ist definitiv.

Lilli: Ja, sehe ich auch so. Und wie mache ich dann ein Business draus? Ich teile meine Inhalte kostenlos online. Ich baue mir eine Community auf. Was ist dann so der Schritt, den ich gehen muss, um tatsächlich dann Einnahmen zu generieren und davon leben zu können?

Mia: Es hängt so ein bisschen davon ab, was du möchtest. Du kannst natürlich sagen, ich möchte jetzt möglichst schnell wachsen, eine hohe Reichweite bei zum Beispiel Insta bekommen und dann Kooperationen an Land ziehen. Du kannst aber auch sagen, ich möchte mich darauf konzentrieren, Affiliate Marketing zu machen.

Das bedeutet zum Beispiel, wenn ich dann ein Rezept mache, sage ich: das ist übrigens die Küchenmaschine, mit der ich das immer mache, verlinke das dann zu einer Seite, über die ich dann einfach einen prozentualen Anteil bekomme. Aber der Preis steigt für die Kunden nicht.

Ich bin inzwischen fest davon überzeugt, dass es sich immer lohnt, auch auf eigene Produkte zu setzen. Früher hätte ich gedacht: ja, man braucht eine riesige Reichweite, damit sich das lohnt. Aber je spitzer die Nische und I know, es ist so schwer, sich auf eine Nische festzulegen. Aber wenn man sie erstmal hat, ist es geil.

Aber es ist einfach so. Je spitzer die Nische, desto weniger Leute braucht man, um da auch ein gutes Einkommen mit zu machen. Und wenn man dann dieses Produkt hat, dann ist es auch noch ein ganz großer Tipp, und ich wäre mit den eBooks niemals so erfolgreich geworden, hätte ich das nicht gemacht, sie wirklich regelmäßig zu launchen.

Und launchen bedeutet, dass man zum Beispiel entweder für eine bestimmte Zeit einen Bonus dazu gibt, den Preis senkt oder etwas anderes macht, um einfach die Verkäufe für einen bestimmten Zeitraum und einfach die Aufmerksamkeit für das Produkt zu steigern.

Und das ist das, womit wir wirklich das Geld verdienen. Wir haben einen Grundrauschen mit den eBooks, aber wir launchen mehrmals im Jahr. Und da kommen dann die großen Umsätze rein.

Lilli: Und das ist dann auch von einer Werbekampagne begleitet. Und die

Mia: Genau.

Lilli: geht über einen gewissen Zeitraum, damit die Leute das auch mitbekommen.

Mia: Ja.

Lilli: Kannst du nochmal kurz erklären, was eine Kooperation ist? Weil ich merke das bei meinen Leuten immer wieder, dass die nicht so ganz genau wissen, was das in Bezug auf einen Blog bedeutet.

Mia: Ja, das ist so verrückt. Diese Frage: und wie kann man mit einem Blog Geld verdienen? Die bekomme ich dauernd. Aber für einen selber ist es dann irgendwann so komplett logisch. Ja, erkläre ich gerne.

Eine Kooperation bedeutet, dass zum Beispiel, sagen wir mal, ein großer Lebensmittelhersteller auf mich zukommt und sagt: hey, wir haben hier diese Nudeln, du liebst Pasta, möchtest du nicht mit unseren tollen Nudeln ein Rezept machen und die dann in deinem Post bewerben?

Bei uns funktioniert das so, dass es immer ein Foto gibt, auf dem das Produkt damit abgebildet ist. Und es gibt einen Absatz, wo ich dann was zu dem Produkt erzähle. Oder es könnte vielleicht auch sein, dass das eine Produktneueinführung ist oder die gerade ein Re-Design hatten, dass die Verpackung angepasst wird.

Das ist immer ein bisschen unterschiedlich, was dann da in dem Beitrag besonders hervorgehoben wird. Und dann sage ich in 99 Prozent der Fälle nein, weil es einfach nicht passt und wir auch nur noch super wenig Kooperationsplätze haben.

Aber wir haben auch ein paar langjährige Kooperationspartner, mit denen ich wirklich schon seit vier, fünf, sechs Jahren zusammenarbeite und für die ich immer noch gerne ab und an Kooperationsbeiträge mache.

Lilli: Das heißt, dein Blog ist dann wie eine Werbefläche und

Mia: Genau.

Lilli: die Unternehmen bezahlen dafür, dass du dir ein Werbeformat, wie zum Beispiel das Foto, der Textabsatz und so, überlegst.

Mia: Genau. Beim Kochkarussell ist es immer ein Rezeptpost und da wird das Produkt dann integriert.

Lilli: Und eigentlich bietest du ja jetzt auch Dienstleistungen oder Coaching über deinen Blog an. Es hat sich aus dem Blog-Business entwickelt, dass du jetzt auch anderen das weitergibst, oder?

Mia: Genau. Ich biete eBook-Coachings an. Und das ist für mich so ein Herzensthema, weil ich mich, seitdem ich die eBooks habe, in meiner Selbstständigkeit wirklich frei fühle. Einfach, weil ich es in der Hand habe, wie viel ich verdiene, was ich wann mache, mit wem ich zusammenarbeite.

Ich kann wirklich zu 100 Prozent nur noch machen, wo ich zu einer Million Prozent hinter stehe. Und das habe ich davor auch schon gemacht, aber es fühlt sich anders an, wenn du weißt, ich muss jetzt aber meine Miete noch reinkriegen.

Oder du weißt, alles ist safe, ich kann die Kooperation machen, wenn ich möchte, aber ich muss es nicht. Und in den eBook-Coachings begleite ich Frauen und auch Männer, aber bislang tatsächlich nur Frauen, auf ihrem Weg von ihrer ersten Idee bis zum fertigen eBook.

Und dann schauen wir uns wirklich an: ist die Idee etwas, das deine Community braucht? Dann validieren wir das. Wir schauen: wollen sie das? Was wollen sie? Dann geht es an die Planung, Umsetzung und die Vermarktung.

Und die Vermarktung ist meistens das, was alle am interessantesten finden und wo ich einfach in den letzten Jahren durch meine beiden eBooks wahnsinnig viel gelernt habe.

Und wo man wirklich viel richtig und – nein, viel falsch machen kann man einfach nicht – aber so viel optimieren und da einfach richtig viel rausholen kann, wenn man weiß, wie es geht. Und das macht wahnsinnig viel Spaß.

Und es ist so schön zu sehen, was für tolle eBooks und Einnahmequellen da rauskommen und wie happy auch die eBook-Käufer dann im Endeffekt sind. Und das ist einfach richtig schön zu sehen.

Lilli: Ja, Win-Win-Win.

Mia: Voll, ja.

Lilli: Cool. Kannst du dir vorstellen, auch mal ein gedrucktes Buch rauszubringen?

Mia: Das ist so eine Frage. Ich sage niemals nie, aber ich glaube, ich wurde inzwischen wirklich schon von jedem großen Kochbuch-Verlag angefragt und es hat noch nie gepasst.

Es müsste schon passen und es hat noch nie gepasst. Einfach auch, und das ist die Realität des Buch-Businesses, wenn man davon leben möchte, ist es sehr schwierig. Es ist tausendmal einfacher, das mit einem eBook als mit einem gedruckten Buch zu erreichen.

Und es gibt ganz viele Menschen generell, deren größter Wunsch ist es, einmal ein eigenes Buch in der Hand zu haben. Und das ist nicht mein Herzenswunsch. Mein Herzenswunsch ist es, dass ich den geilsten Inhalt für meine Community kreiere, mit tollen Leuten zusammenarbeiten kann und im Endeffekt dann auch einfach gut davon leben kann. Ja.

Lilli: Und im Self-Publishing könntest du es dir auch nicht vorstellen? Ich frage auch aus Eigeninteresse, weil ich hätte gerne eines. Auch zum Verschenken wäre es cooler als ein eBook.

Mia: Das stimmt. Ja, und die Frage bekommen wir sehr regelmäßig. Vielleicht irgendwann im Self-Publishing. Es ist aber eher so ein Langzeitprojekt. Aber das könnte ich mir vorstellen. Es gibt ja dieses „Die Vier-Stunden-Woche“. Jetzt, wo du es gerade gesagt hast, in dem Buch, ein Buchtipp, sind auch sehr viele Ressourcen.

Und ich weiß, dass da auch was dazu stand. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass ich jemals das Shipping, Handling und alles mache. Ich glaube, da würde ich durchdrehen. Aber es gibt ja Unternehmen, die genau darauf spezialisiert sind. Und das könnte ich mir eventuell vorstellen. Wer weiß?

Lilli: So Print-on-demand-Service

Mia: Genau.

Lilli: oder? Ja.

Mia: Ja.

Lilli: Sehr cool. Was ich mir auch noch wünschen würde, das wollte ich unbedingt noch anbringen, was voll cool wäre, wäre so eine Art Meal-Prep-Membership.

Mia: Ich schreibe mir das mal auf.

Lilli: Ja, gerne. Ich würde mir wünschen, du schickst mir jeden Freitag eine E-Mail: diese fünf Gerichte kochen wir nächste Woche, mit den Rezepten und Zutaten. Und ich muss dann nur mit der Liste einkaufen gehen und dann geht es los. Das mache ich jetzt alles händisch.

Ich mache mir einen eigenen Rezeptplan und schreibe mir dann die Zutaten raus und so. Aber du, wenn du mir das jede Woche abnehmen würdest, das wäre so mega cool. Und würde, glaube ich, auch gut in dein Geschäftsmodell passen.

Mia: Spannend.

Lilli: Und wäre auch wieder passives Einkommen.

Mia: Ja, voll. Wir denken da auf jeden Fall mal drauf rum. Ja. Es ist so krass, wenn man einmal angefangen hat, darüber nachzudenken, gibt es so viele Möglichkeiten.

Lilli: Voll.

Mia: Und gerade sowas, das Thema Mealprep ist mir auch sehr nahe an meinem Herzen.

Lilli: Das war ja dann dein zweites eBook.

Mia: Genau.

Lilli: Mit Grundzutaten, die man dann immer zuhause hat und wo man dann jederzeit ein Gericht kochen kann. Ich finde, du bist auch sehr am Zahn der Zeit. Das trifft es einfach so gut, diese Feierabendküche, ich habe keinen Bock zu kochen, ich mache ganz einfache Gerichte.

Oder Mealprep, wenn ich weiß, ich habe eine busy Woche, dann koche ich schon am Sonntag vor und habe immer was gutes Selbstgekochtes zu essen. Ich finde schon, dass du da einfach sehr zeitgemäß bist. Und das ist, glaube ich, auch ein Erfolgsfaktor.

Mia: Das freut mich. Dass es so zeitgemäß ist, haben wir extrem bei Mealprep gemerkt.

Gerade jetzt mit Homeschooling und allem, macht es das einfach viel einfacher, wenn man weiß, ich habe ja nicht so viel Ahnung von allem, was man jetzt gerade mit Kindern machen muss, weil ich noch keine Kinder habe, aber ich stelle mir das extrem anstrengend und herausfordernd vor.

Und ich ziehe meinen Hut vor allen, die das gerade machen. Und ich glaube, da ist es schon erleichternd, wenn man weiß, immerhin ist das Essen schon mal fertig.

Lilli: Ja, genau. Was würdest du sagen, was waren auf deinem Weg so die Höhen und Tiefen? Was sind da Momente, die besonders herausstechen?

Mia: Es ist so schwierig. Ich glaube, die erste richtige Kooperation 2015 war auf jeden Fall so, dass ich dachte: wow. Ich weiß noch ganz genau, da bin ich dann extra für das Shooting in so einen Dekoladen gegangen und habe tausend Millionen Sachen gekauft, die ich danach nie wieder benutzt habe.

Aber ich fand es toll. Und das war einfach so, dass ich so dachte: krass, was man mit meinem tollen Hobby alles machen kann. Das war auf jeden Fall richtig schön. All die Freundschaften, die sich daraus entwickelt haben, gehören definitiv zu den Highlights.

Auch wirklich Mädels, die heute einfach zu meinen engsten Freundinnen gehören. Ich hatte zum Glück relativ wenig Tiefen. Aber eine Sache, die mir richtig schwergefallen ist, ist einzig die erste Mitarbeiterin damals, 2019, auf 450-Euro-Basis eingestellt habe, weil ich einfach keine Ahnung hatte.

Wir haben uns gut verstanden, aber ich habe nicht verstanden, dass es noch andere Faktoren gibt, die auch wichtig sind. Ja, da habe ich einfach, glaube ich, das nicht schlau angestellt und habe dann schnell gemerkt, dass es einfach nicht passt.

Und als ich dann sagen musste: du sorry, ich mag dich total gerne, aber ich glaube, so eine langfristige Zusammenarbeit funktioniert nicht. Das war richtig schwierig und ich habe richtig an mir gezweifelt.

Das war meine größte Sorge, wenn ich jemanden einstelle, dass es nicht passt und ich am Ende dann schuld bin, dass sich jemand Hoffnung gemacht hat und vielleicht andere Sachen irgendwie nicht angenommen hat oder so. Es war genau das. Aber dafür muss ich sagen, dass das größte Highlight 2020 war, Katja gefunden zu haben.

Ja, wenn man dann die richtige Person gefunden hat, dann ist es so schön. Und es ist so hilfreich und öffnet nochmal völlig neue Welten, die man vorher, wenn man einfach immer nur seinen eigenen Kram weggeballert hat, überhaupt nicht sehen konnte, weil man die ganze Zeit so gradlinig war.

Dann natürlich die eBooks und jetzt alles, was mit Mia Keller kommt. Es gab ganz viele Highlights, aber auch Momente, die schwierig waren. Keine Ahnung. Eine Kooperation fällt mir ein. Da wusste ich von Anfang an: mach es nicht. Und irgendwie habe ich mich aber bequatschen lassen und habe es doch gemacht.

Und das hätte ich nicht machen sollen. Das war auch eine Jahreskooperation. Und wenn sich sowas dann auch noch über ein Jahr zieht. Ich weiß nicht, ob es ein Jahr war, aber es war auf jeden Fall ein längerer Zeitraum. Und das ist dann schon nicht so toll. Ja, aber insgesamt sind es definitiv mehr Höhen als Tiefen.

Lilli: Sehr cool.

Mia: Ja.

Lilli: Wie sieht denn so ein typischer Arbeitstag bei dir oder euch aus?

Mia: Das ist schwierig zu sagen. Es ist super abwechslungsreich, aber im Normalfall sind es Bürotage. Es ist jeder Tag anders strukturiert, aber ich habe auf jeden Fall jeden Tag viel Kontakt mit Katja. Wir tauschen uns aus und gucken: wo sind wir gerade? Arbeiten uns gegenseitig zu.

Dieses Jahr haben wir zum Beispiel angefangen, unsere Woche zu strukturieren. Wir sind beide sehr strukturierte Menschen und mögen das gerne. Es ist ja ein bisschen unterschiedlich. Manche finden das furchtbar, wenn am Montag Orga-Tag ist. Wir finden das klasse. Uns macht das ganz glücklich.

Das sieht so aus. Und meistens ist es wirklich so, ich habe morgens Yoga gemacht, gelesen, weiß ich nicht, oder manchmal gehe ich auch einfach direkt an den Schreibtisch. Und dann schaue ich immer: was sind so die drei großen Ziele für den Tag, die ich erreichen möchte?

Und das ist auch ein ganz großer Tipp für alle, die digital oder an Dingen arbeiten, die sich über einen langen Zeitraum ziehen. Ich hatte ganz lange das Gefühl, dass ich nie was schaffe. Ich habe es einfach nicht gesehen, obwohl ich super viel geschafft habe.

Aber dadurch, dass ich mir sage, wenn ich diese drei Sachen abgehakt habe, dann ist dieser Tag ein Erfolg. Egal, ob es sich jetzt in dem Moment so anfühlt oder nicht, hilft mir das sehr.

Und dann kümmere ich mich meistens um meine Big-Three, zwischendurch steht immer Social Media an. Es ist jetzt nicht: um acht ist das, um zwölf ist das. Aber es ist schon immer gut.

Lilli: Du kochst nicht den ganzen Tag lang?

Mia: Nein, obwohl ich das auch liebe. Ich muss sagen, gerade diese Rezeptentwicklungsphasen gehören auch immer noch definitiv zu meinen Lieblingsaufgaben. Ja.

Lilli: Nimm uns da mal mit. Ich kann mir das nicht so gut vorstellen, wie das ist, wenn man als Foodblogger*in arbeitet. Du hast ja Ernährungswissenschaften studiert. Du weißt ja anscheinend, wie die Zusammensetzungen sein sollten. Oder wie entwickelst du Rezepte? Und muss dein Mann die dann testen, oder?

Mia: Ja, er testet auf jeden Fall sehr fleißig und bereitwillig. Er ist immer begeistert, aber er ist auch sehr gerne. Das ist dann vielleicht nicht ganz so repräsentativ.

Nein, aber es ist Tatsache so, dass meistens die Rezepte am besten funktionieren, die ich gar nicht richtig entwickle, sondern wenn ich genau, wie jeder andere auch, abends in den Kühlschrank schaue und denke: oh, ich habe noch zwei Stangen Lauch, keine Ahnung, Sahne und Nudeln und mache das und das damit.

Weil genau wie mir geht es dann ja auch anderen, dass sie diese Sachen zuhause haben und daraus dann was machen. Oder diese ganz krassen Klassiker. Ich habe letztes Jahr ein Rezept für Kürbissuppe mit Kokosmilch und Ingwer veröffentlicht.

Und ich dachte: ja, mal gucken, weil es ist jetzt meine Interpretation, aber es gibt ja jetzt schon genug Rezepte für Kürbissuppe. Und es ist durch die Decke gegangen. Im Endeffekt ist es, ich koche es, ich schreibe es auf und dann verändere ich vielleicht beim Shooting nochmal ein bisschen was.

Manchmal merkt man, okay, nein, ich brauche nochmal ein bisschen mehr Öl oder irgendwas. Aber grundsätzlich ist es auch so, dass es bei der Rezeptentwicklung zwei unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Entweder man stellt sich in die Küche, macht und schreibt währenddessen mit, das ist ein Weg.

Aber ich habe jetzt im Austausch gelernt, dass die allermeisten es so machen, dass sie das Rezept zuerst schreiben und dann Probekochen und dabei auch direkt shooten. Dass sie es theoretisch schreiben. Aber das würde mir super schwer fallen. Ich stelle mich viel lieber in die Küche und schreibe einfach mit, während ich mache. Ja.

Lilli: Die eigene Methode.

Mia: Ja, wahrscheinlich. Ich glaube schon, dass es auch andere machen. Aber die andere ist definitiv, gerade wenn man professioneller Rezeptentwickler ist, sage ich jetzt mal, verbreiteter. Ja.

Lilli: Was ich bei deinen Rezepten auch so cool finde, sie sind immer total einfach, mit Sachen, die man zuhause hat. Sie sind regional. Ich weiß genau, wenn jetzt Spargel, Kürbiszeit et cetera ist, dann gibt es bei dir ein neues Spargelrezept. Und ja, das ist schon so ein bisschen was, wo man sich drauf verlassen kann.

Und ich habe auch das Gefühl, dass du schaust: was funktioniert gut? Und dann versuchst du, ähnliche Sachen zu machen, oder? Weil die Rezepte sind schon alle herzhaft und was man in einem Topf oder einer Pfanne machen kann.

Es ist schon ein bisschen homogen. Du machst jetzt nicht irgendwas, sondern ich glaube schon, dass das ganz strategisch ist, oder?

Mia: Absolut, ja. Und seitdem Katja im Team ist, verstehe ich das auch selbst noch viel besser. Weil vorher war das eher intuitiv. Und jetzt werten wir das einfach auch, weil noch mehr Zeit da ist, noch mehr aus. Und wir wissen ganz genau, Eintöpfe, Nudeln, Rezepte mit Hack.

Wenn ich ein Hackrezept mache, wissen wir, das wird gut funktionieren. Man kann ja auch Veggie-Hack nehmen. Ich esse selber auch gar nicht mehr viel Fleisch. Aber über die Hackrezepte freuen sich immer alle. Suppen, Currys, das sind einfach Sachen, die meine Community liebt und die ich auch gerne esse.

Es ist so eine Mischung aus den Sachen, die wir gerne essen und die Sachen, bei denen wir wissen, das braucht und möchte unsere Community. Ja.

Lilli: Ich habe dann noch eine Frage aufgeschrieben. Was erlaubst du dir heute, von dem du früher vielleicht dachtest, dass du es nicht darfst? Oder was du dir nicht erlaubt hast?

Da wollte ich auch so auf dieses „deinen eigenen Dialekt in den Texten durchklingen lassen“ anspielen. Gab es da irgendwas, wo du merkst, da hast du dir mehr erlaubt oder in dem Bereich bist du gewachsen?

Mia: Ich glaube, man wächst überall. Wir wachsen die ganze Zeit. Das ist definitiv so. Aber ja, natürlich meine eigene Sprache, zum Beispiel in Storys und auch deutlich meine Meinung sagen. Und das ist ein langer Weg. Und jeder, der ein großes Following hat, weiß, dass das auch durchaus auch mal nicht so einfach sein kann.

Und das ist für mich auch definitiv immer noch ein Weg, aber das erlaube ich mir, weil ich glaube, dass es so richtig ist. Und weil ich glaube, dass wir das in der heutigen Zeit einfach brauchen. Aber auch sowas wie für mich Geld ausgeben. Das ist ja auch so eine Geschichte.

Ich fahre seit vorletztem Jahr relativ regelmäßig alle drei bis vier Monate auf Workation und fahre einfach zwei Tage weg, um an einem Thema konzentriert an einem schönen Ort zu arbeiten. Ich liebe es. Ich hätte mir das früher nie erlaubt.

Natürlich hängt das auch mit den Umsätzen zusammen. Aber man könnte rein theoretisch auch in die leere Wohnung von Freunden fahren, wenn die im Urlaub sind oder so. Man muss es sich einmal erlauben.

Und dann merkt man, das ist voll gut, ich habe gerade mehr geschafft, als ich davor vielleicht in ein paar Monaten für das Thema geschafft habe. Und ja, und ich bin sehr pro, sich alles erlauben, was einem gut tut.

Lilli: Why not?

Mia: Genau. Dafür machen wir es ja auch. Wir könnten ja auch einen anderen Job machen, aber wir lieben das. Und dazu, dass wir es lieben, gehört ja auch, dass wir machen können, worauf wir Bock haben. Ja.

Lilli: Und sich das dann auch erlauben. Du hast ja Millionen Seitenaufrufe, hunderttausende Follower et cetera. Ich kann mir vorstellen, dass da jeden Tag viele Kommentare, Nachrichten, E-Mails und so weiter zu beantworten sind.

Mia: Ja.

Lilli: Ich kann jetzt nur von meinen Zahlen auf deine Zahlen schließen und dann denke ich so: oh Gott, sogar zu zweit stelle ich mir das herausfordernd vor. Was sind so deine Tipps zum Community-Management?

Mia: Es ist definitiv so. Und ich habe auch keine Ahnung, wie ich das jemals alleine geschafft habe, denn da waren die Zahlen ja nicht so anders. Es ist nicht so, dass sie sich vervierfacht haben, seitdem wir zu zweit sind oder so. Mein größter Tipp ist: sei nett zu dir.

Ab einer gewissen Größe kannst du es sowieso nicht allen recht machen. Und du kannst auch nicht mehr auf jede Nachricht antworten. Beziehungsweise du kannst es immer versuchen, aber wenn es nicht funktioniert, dann ist es auch in Ordnung.

Und bei mir im Kochkarussell ist es inzwischen so, dass wenn ich antworte, und gerade auch mit Sprachnachricht, dann sagen die Leute immer so: mein Gott, das hätte ich ja nie gedacht, dass du antwortest und dann auch noch mit Sprachnachricht! Und die freuen sich total.

Manchmal brauche ich ewig, aber ich antworte in den allermeisten Fällen. Aber wenn mich zum Beispiel Leute in den Storys markieren, wenn das dann 40 Storys am Tag sind, dann kriege ich das nicht alles mit. Das ist einfach so. Und ich freue mich dann, weil ich es sehe und teile das auch gerne.

Aber geht nicht immer. Ansonsten Patchworking, nicht immer jeden Kommentar einzeln beantworten, sondern alle auf einmal, planen und abgeben. Gerade sowas wie Mails. Das war für mich am Anfang so schwierig. Und jetzt denke ich so: yey, warum habe ich das nicht viel früher gemacht? Ich fühle mich so viel freier. Ja. Aber es ist alles

Lilli: Das war bei mir auch so.

Mia: ein Weg. Ja. Hast du da auch Unterstützung?

Lilli: Ja, genau. Ich habe auch immer geglaubt: naja, es sind ja meine E-Mails und meine Nachrichten, die muss ich ja selbst beantworten. Und ich habe mir dann auch erlaubt, das abzugeben und dann war es so: ist doch scheißegal, ob ich oder eine andere Person das beantwortet.

Die Leute wollen einfach nur ihre Frage beantwortet haben. Und da geht es ja gar nicht wirklich um mich. Aber da muss man erstmal draufkommen.

Mia: Und das muss das Ego auch erstmal akzeptieren, dass man doch nicht so wichtig ist.

Lilli: Genau. Wenn jetzt Leute noch zögern, ein Blog-Business zu starten, sie sagen, ich hätte mega Bock drauf, bloggen hat mich schon immer interessiert und ich habe auch ein Thema, über das ich schreiben oder Content kreieren möchte, aber sie zögern noch. Was möchtest du denen mitgeben? Oder welchen Tipp hättest du für sie?

Mia: Ich würde immer sagen: fang einfach an. Weil ich finde, nichts ist schlimmer, als immer nur mit dem Gedanken zu spielen und sich dann zu ärgern. Und gerade im Rückblick zu sagen: oh, das hätte ich schon fünf Jahre früher machen sollen. So ungefähr. Ich würde sagen, fang einfach an.

Du findest eh nur raus, ob es dir Spaß macht, langfristig Bock hast und auch das Durchhaltevermögen hast, denn das gehört da einfach auch zu. Und das Durchhaltevermögen hast du, wenn du dabei Spaß hast, es dich begeistert und wenn du siehst, dass was zurückkommt.

Das ist natürlich auch elementar, davon leben wir Blogger ja auch. Wenn wir es nur für uns machen wollen würden, dann könnten wir das ja auch irgendwie anders regeln. Einfach anfangen und dann schauen, würde ich sagen.

Lilli: Ich finde, es ist auch total anstrengend, so eine Entscheidung hinauszuzögern. Weil dann hat man immer dieses Gedankenkarussell: soll ich? Soll ich nicht? Und das verbraucht so viel Energie.

Und wenn man dann mal die Entscheidung getroffen hat: ich probiere es vielleicht mal für drei oder sechs Monate, ich finde, da wird einfach so viel Energie frei. Und dann fragt man sich: warum habe ich jetzt eigentlich so lange gezögert? Ich hätte es ja einfach ausprobieren und angehen können.

Mia: Total, ja. Sehe ich auch so.

Lilli: Gut, Mia. Wo können wir dich denn online finden und was bietest du konkret für meine Zuhörer*innen an?

Mia: Sehr gerne. Ihr findet mich zum einen natürlich im Kochkarussell. Da gibt es über 500 Rezepte für schnelle und einfache Feierabendküche. Und mit dem Kochkarussell bin ich überall unter @kochkarussell zu finden oder auf kochkarussell.com.

Und die Website Mia Keller ist jetzt seit einem Monat online und ich bin so fröhlich und stolz. Sie ist so schön geworden, nachdem ich mir Hilfe geholt habe. Hilfe holen ist ein sehr großer Tipp. Genau, die findet man unter miakeller.com. Und bei Insta bin ich auch mit miakellercom zu finden.

Lilli: Und beim Kochkarussell kann man deine eBooks kaufen. Und bei Mia Keller das eBook-Coaching, richtig?

Mia: Ganz genau.

Lilli: Und was ist denn dein Lieblingsrezept von deinem Blog? Oder gibt es überhaupt eines?

Mia: Es ist super schwierig. Ich kann sagen, das mache ich gar nicht so häufig, aber wenn ich es mache, denke ich immer, oh mein Gott, das muss ich wirklich häufiger machen, ist der Süßkartoffel-Hackfleisch-Auflauf mit Feta vom Blog.

Die 20-Minuten-Spaghetti-Carbonara ist tatsächlich das allerbeliebteste Rezept 2020 gewesen, was auch damit zusammenhängt, dass es gut bei Google rankt. Was gibt es denn noch häufig? Ich glaube, am häufigsten esse ich eigentlich die Frühstücksrezepte, weil wir da nicht so viel variieren wie bei den herzhaften Sachen.

Ein Geheimtipp ist vielleicht das Hirse-Porridge mit Zimt-Äpfeln. Das gibt es bei uns den ganzen Winter über. Und ich liebe es. Und gerade ist die Hirse leer und jetzt brauchen wir erstmal Nachschub. Aber ja.

Lilli: Cool. Da rinnt mir gleich wieder das Wasser im Mund zusammen.

Mia: Sehr schön.

Lilli: Mia, vielen Dank für das schöne Interview. Hat mich sehr gefreut.

Mia: Danke dir.

Lilli: Und ich hoffe, dass du mit deinem Blog und natürlich auch mit deinem eBook-Coaching noch viel mehr Menschen erreichst. Wirklich ein cooles Angebot, dass du da alles weitergibst. Und das ist ja echt auch ein cooler Weg, mit so eBooks ins Online-Business zu starten.

Mia: Absolut, ja.

Lilli: Schönes Angebot. Gut.

Mia: Danke, dass ich da sein durfte. Und danke dir für deine wertvolle Arbeit. Ich finde das so krass. Ich habe vorhin auch noch mit Katja darüber gesprochen, dass ich deine Arbeit schon lange kenne.

Und du bist mir aufgefallen, weil du so hochwertigen Content machst. Und das zeigt auch einfach nochmal, wie wichtig guter Content ist. Und Content ist Queen. Richtig gut.

Lilli: So ist es. Vielen Dank, dankeschön.

Mia: Danke dir.

Lilli: Gut, tschüss.

Mia: Tschüss.

Links:

Kochkarussell: https://kochkarussell.com/ 

Mia Keller: https://miakeller.com/ 

Mias E-Book-Fahrplan: https://miakeller.com/ebook-fahrplan/

Lillis Website mit allen Podcast-Folgen: https://lillikoisser.at/ 

Lilli auf Instagram: https://www.instagram.com/lillikoisser/ 

Lilli auf TikTok: https://www.tiktok.com/@lillikoisser 

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