Lilli Koisser

3 Passwort-Manager im Test: Passwörter sicher verwalten in Tresoren

Dies ist ein Gastbeitrag von Chrissi, meiner Content-Managerin. Damit sie einfach und sicher in meine Accounts einsteigen kann, hat sie Passwort-Manager getestet. Ihre Tipps gibt sie in diesem Beitrag an dich weiter!

Es ist jedes Mal aufs Neue ein Ärgernis: Du meldest dich für eine neue Online-Anwendung an und erhältst prompt eine Fehlermeldung: „Bitte geben Sie ein neues Passwort ein. Es sollte Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen, den 2. Buchstaben eines der Monde von Saturn, ein Wort auf hebräisch sowie die Koordinaten von einem Land, das mit S beginnt, enthalten.“

Passwort-Manager

Passwörter wie „1111“ oder dein Geburtsdatum sind leicht zu merken, aber eben auch viel zu leicht zu knacken. Trotzdem geben die meisten User*innen immer noch solche Passwörter ein. „Wird schon nichts passieren.“

Und ich verstehe es durchaus: Passwörter kann ich mir nur schlecht merken und Buch zu führen über alle Zugangsdaten, die ich jemals eingerichtet habe, war mir immer zu blöd. Vor allem, seit die Zeiten vorbei sind, in denen man ein Passwort für alle 247 Accounts verwenden konnte.

Deshalb sind Passwort-Manager so praktisch. Als Unternehmer*in kennst du diesen Struggle vielleicht: Du willst geschützt sein, und das mit möglichst wenig Aufwand. Zugangsdaten automatisch vom Browser abspeichern zu lassen, ist da zwar verlockend, aber nicht unbedingt ratsam.

Ein Passwort-Manager speichert deine Daten in verschlüsselten Datenbanken und sichert sie per Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das bedeutet, dass du dich als Nutzer*in mittels zwei Stufen „identifizierst“ – durch dein angemeldetes Gerät (z. B. der Browser, auf dem der Passwort-Manager installiert ist) und durch dein Master-Passwort.

Warum du als Selbstständige*r ein Tool zur Passwort-Verwaltung nutzen solltest:

  • Du musst dir nur noch ein Passwort/Login merken – das „Master-Passwort“. Mit diesem loggst du dich bei deinem Passwort-Manager ein.
  • Du hast alle Daten an einem Fleck. Kein Suchen mehr; kein „Sie haben Ihr Passwort falsch eingegeben. Bitte warten Sie 30 Minuten, bevor Sie es erneut versuchen können.“
  • Der Passwort-Manager ist nur in deinem Browser oder der App einsehbar und mit einem Klick aktiviert.
  • Du musst deine Account-Daten nicht mehr umständlich (und mit einem unguten Gefühl) per E-Mail, o. Ä. teilen. Der Zugriff kann für andere freigegeben werden (z. B. für deine*n VA oder dein gesamtes Team) – mit Einschränkungen oder ohne.
  • Es spart Zeit: Sobald aktiviert, füllt der Passwort-Manager beim Besuch einer Website deine Login-Daten automatisch aus.

Diese drei Passwort-Manager bieten eine hohe Sicherheit, sind einfach zu bedienen und schnitten bei Tests sehr gut ab (Quellen: CHIP, trusted, Stern):

Passwort-Manager im Test: Passwörter sicher verwalten mit diesen 3 Tools für Passwort-Tresore

3 sichere und einfach zu bedienende Passwort-Manager für Selbstständige

1. LastPass*

  • LastPass ist einfach und intuitiv zu bedienen.
  • Das Tool verfügt über einen automatischen Passwort-Generator und weist dich auch auf zu unsicherere oder doppelte Passwörter hin.
  • 1 GB Speicher für deine Daten.
  • Auf beliebig vielen Geräten einsetzbar.
  • LastPass ist als App für iOS und Android verfügbar.
  • Passwörter können ganz einfach für andere freigegeben werden.
  • Kostenfaktor: die Premium Version kostet 2,67 € / Monat; es gibt eine 30-tägige Testversion.
  • Das Tool kostet für Teams pro Benutzer 3,56 € / Monat.
  • Wenn nur du alleine LastPass nutzen willst, kannst du dich auch für die Free Version anmelden. Diese bietet aber nur gedrosselte Möglichkeiten, weswegen die Premium-Version eher zu empfehlen ist.
  • LastPass bietet keinen Offline-Zugang.

2. 1Password

  • 1Password ist auf beliebig vielen Geräten einsetzbar und gibt es als App für iOS und Browser-Versionen für Mac & Windows.
  • 1 GB Speicher für deine Daten.
  • 1Password checkt regelmäßig die Sicherheit deiner Passwörter und informiert dich, falls es zu unsicher ist und geändert werden muss.
  • Praktisch: Du kannst ein Jahr lang auf bereits gelöschte Zugangsdaten zugreifen.
  • 1Password bietet einen „Flugmodus“, womit du auch offline auf deine Passwörter zugreifen kannst.
  • In der Team-Version kannst du als Admin managen, wer welche Passwörter sehen kann.
  • Bis zu 5 Personen können in die Team-Version hinzugefügt werden.
  • Der Online-Support ist 24 / 7 erreichbar.
  • Kostenfaktor: ab $ 2,99 / Monat in der „Personal Version“; für Teams $ 3,99 / Monat.
  • 30 Tage Testversion.

3. KeePass:

  • Ideal, wenn du Solopreneur*in bist und es nur für dich nutzen willst.
  • KeePass ist eine lokale Datenbank-Software, keine Online-Anwendung, d. h. du installierst sie auf deinem Rechner und benötigst keinen Internetzugriff.
  • KeePass wird regelmäßig geupdated.
  • Da die App lokal funktioniert, muss sie auf jedem Gerät extra eingerichtet werden.
  • Es gibt keine Möglichkeit, die Passwörter mit anderen zu teilen.
  • Die Anwendung ist optisch nicht gerade ansprechend, also wenn du darauf Wert legst, ist KeePass eher nicht das Richtige für dich. 😉
  • Kostenfaktor: das Tool ist eine Open Source Software und kostet nichts.

Wir haben uns letztendlich für LastPass* entschieden. Die Zugangsdaten müssen pro Account je einmal eingegeben und gespeichert werden. Sobald das steht, funktioniert das Tool automatisch auf allen Geräten und erspart uns lästiges Eingeben der Passwörter.

*Werbung: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links zu LastPass.

Nutzt du ebenfalls einen Passwort-Manager oder hast es vor?

Hinterlasse deinen Kommentar:

7 Antworten

  1. Hallo Jessica,
    ich muss dir da leider widersprechen.
    Es kommt immer wieder vor, dass kriminelle Organisationen versuchen Schadcode und Hintertüren in OpenSource-Software einzubauen. Und bei 1000en Codezeilen – nein, das wird nicht alles gelesen und überprüft.
    Weiters werden die Projekte von Freiwilligen betrieben – die verlieren eventuell die Lust am Projekt, dann ist es ungewartet.
    Unterstützt man hingegen ein (gut laufendes und seriöses) Business regelmäßig mit ein paar Euro im Monat, kann man sich auf guten Support und eine Entwicklung am aktuellen Stand der Technik verlassen. Das klappt bei OSS leider nicht…

    Liebe Grüße,
    Michael

    PS: Die Daten nur auf einem Stick finde ich ebensowenig optimal – Sticks gehen verloren, werden kaputt oder im WC versenkt… dann sind auch alle Kennwörter weg 🙁

  2. Hallo Chrissi,

    das ist eine gute Zusammenfassung! Ich selbst verwende 1Password schon seit 2009 und bin sehr zufrieden damit. Mittlerweile sind über 1000 Kennwörter darin gespeichert – ein Ding der Unmöglichkeit, sich die alle zu merken.

    Ein Problem sehe ich jedoch mit allen Passwort-Managern – die Benutzerfreundlichkeit. Es benötigt leider eine gewisse Einarbeitungszeit, bis man mit einem Passwortmanager produktiv(er) ist, als ohne. Und diese Hürde scheuen viele, besonders weil es wieder „technisch“ wird. 2FA. Verschlüsselung. Browser-Addons. Ui, das klingt kompliziert.

    Dass die Vorteile aber überwiegen und man Datenmissbrauch effektiv vorbeugen kann, das wird leider zu oft übersehen.

    Insofern ein TOP Artikel, da er die Sicherheit im Internet erhöht!

    Liebe Grüße,
    Michael

  3. Ich habe noch eine Ergänzung: Bitwarden
    Kostenlos in der Grundversion und – Hauptgrund warum ich es nutze – open source. Das finde ich aus Sicherheitsgründen sehr wichtig weil keine krummen Dinger am Code gemacht werden können.
    Auch sehr schön als portable Version mit USB-Stick.

    Grüße, Jessica

  4. Toller Beitrag!
    Ich selber nutze KeePass und bin sehr zufrieden damit. Aber leider muss ich dir in drei Punkten widersprechen. Man kann die Datenbank auf seinem USB Stick/ externe Festplatte installieren. So hat man seine Datensätze immer bei sich. Zudem gibt es eine portable Version von KeePass die auch installiert werden kann. Ich nutze es ausschließlich über mein USB-Stick und bin somit viel Mobiler, als mit Stift und Papier. Es funktioniert ebenfalls für Android.
    Und das wichtigste: Über die Funktion Entität Exportieren, können Passwörter geteilt werden. Man könnte auch Passwörter markieren und drucken. Dann erscheint es als PDF.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert